TVB verlängert mit sechs weiteren Spielern

Im stillen Kämmerlein haben die Verantwortlichen des TV Bittenfeld gebrütet, gestern gaben sie gleich sechs Personalentscheidung auf einmal bekannt. „Das ging natürlich nicht von heute auf morgen“, sagt der Sportliche Leiter Günter Schweikardt. „Es gab viele und intensive Gespräche, die bereits im vergangenen Jahr begonnen haben. Personalentscheidungen sind schon immer ein wesentlicher Punkt bei uns gewesen.“

Die Verträge mit Torhüter Daniel Sdunek (34), Linkshänder Lars Friedrich (28) und Linksaußen Tobias Schimmelbauer (26) sind vor längerer Zeit verlängert worden (wir haben berichtet). Nun ist sich der Verein mit sechs weiteren Spielern, die aus der eigenen Jugend oder der Region Stuttgart kommen, einig geworden: Alexander Heib (26), Martin Kienzle (22), Michael Seiz (21), Florian Schöbinger (27), Michael Schweikardt (31) und Dominik Weiß (24) werden auch in der neuen Saison für den TV Bittenfeld auflaufen. Die Verträge von Djibril M’Bengue (21) und Simon Baumgarten (28) gelten über die aktuelle Saison hinaus. Peter Jungwirth (26) dagegen muss sich einen neuen Verein suchen, auf Rechtsaußen wird er von Finn Kretschmer (19/VfL Bad Schwartau) ersetzt.

Regionaler Charakter und Kontinuität

Damit wird der Kader in der neuen Spielzeit aus mindestens acht Spielern bestehen, die aus der Gegend kommen. „Die Mannschaft soll ihren regionalen Charakter bewahren“, sagt Schweikardt. „Sie hat noch großes Potenzial.“ Eine gewisse Kontinuität im Kader sei wichtig, schließlich sei gerade im Handball die Feinabstimmung ein wesentlicher Faktor für den Erfolg.

Mit den sechs Vertragsverlängerungen indes sind die Personalplanungen noch nicht abgeschlossen. Auf jeden Fall Handlungsbedarf besteht im linken Rückraum. Hier muss die Lücke geschlossen werden, die Dennis Szczesny (zu TUSEM Essen) hinterlassen wird. „Es laufen Gespräche, es gibt aber noch keine Entscheidung“, sagt Schweikardt. Unter Umständen wird der TVB auch noch zusätzlich aktiv. „Wir müssen abwarten, wohin die Reise geht.“ Die Kadergröße biete jedenfalls Spielraum für weitere Verstärkungen. Von welcher Qualität die sein werden, hängt also vom weiteren Saisonverlauf ab: Sollten die Bittenfelder tatsächlich bis zum Schluss um den Aufstieg mitspielen oder gar den Sprung in die 1. Liga schaffen, eröffnen sich ihnen andere Möglichkeiten. „Dann werden wir für eventuelle Kandidaten attraktiver.“ Zudem hätten auch die Erstligisten ihre Planungen längst nicht abgeschlossen. Alle Fans, die angesichts der fortgeschrittenen Saison unruhig werden, beruhigt der Sportliche Leiter: „Wir werden auf alle Fälle gute Spieler bekommen, wir sind keineswegs unter Zeit- oder Zugzwang.“

Nicht geklärt ist, wer gemeinsam mit Daniel Sdunek in der nächsten Saison das Tor hüten wird. „Wir werden die nächsten Spiele abwarten und im Mai weitere Entscheidungen treffen“, sagt Schweikardt. Möglicherweise können die Bittenfelder bereits Ende dieses Monats gezielter planen: Sollten sie am Donnerstag (19 Uhr) in Bad Schwartau, gegen Hamm und in Erlangen mehr als zwei Punkte liegen lassen, dürfte der Traum vom Aufstieg vorzeitig beendet sein.


Hoffnung auf ein spannendes Saisonfinale

Übersteht der TVB aber den April unbeschadet, steigen die Chancen auf ein hochspannendes Saison-Finale. Die jüngsten Pflichtaufgaben hat der TVB mit den Siegen gegen Aue, in Rimpar und zuletzt beim 36:24 gegen Rostock ziemlich eindrucksvoll gelöst. Dass die Rostocker in Stuttgart personell quasi aus dem letzten Loch pfiffen und der Erfolg deshalb relativiert werden muss, weiß auch der Bittenfelder Trainer. „Es war aber nicht so, dass Rostock mit dem totalen Rumpfteam angetreten ist“, sagt Jürgen Schweikardt. „Von den ersten sieben fehlte lediglich der Kreisläufer.“ Über die Dauer des Spiels hinweg habe der TVB jedoch zweifelsfrei die besseren Alternativen gehabt. „Trotzdem muss man das Spiel erst einmal so gewinnen, wie wir es getan haben.“ Wie in der vergangenen Woche bereits, zeigte sich die Abwehr vor dem guten Jürgen Müller sehr stabil. Doch auch mit der Angriffsleistung gegen die unkonventionell verteidigenden Rostocker war der Coach zufrieden. „Wir hatten kaum leichte Ballverluste und spielten diszipliniert.“ Auch der Auftritt der sogenannten zweiten Garde machte dem Trainer Freude.

Viel hätte nicht gefehlt, und der TV Bittenfeld wäre der große Gewinner des 29. Spieltags gewesen: Die Konkurrenten schrammten teilweise haarscharf an Punktverlusten vorbei. Die Rimpar Wölfe führten nach 47 Minuten mit 17:12 in Bietigheim, brachen ein und unterlagen 18:20. Der TV Neuhausen hatte in Erlangen nach 45 Minuten beim 20:20 beste Aussichten, beim Tabellenzweiten etwas mitzunehmen – und verlor mit 22:27. TUSEM Essen hielt gegen den Tabellendritten Leipzig vier Minuten vor Schluss das Unentschieden und musste sich doch mit 23:26 beugen.

Bittenfeld bleibt also nach wie vor nichts anderes übrig, als auf Patzer der Konkurrenz zu hoffen. „Wir versuchen, mit eigenen Siegen den Druck auf die Konkurrenten hochzuhalten“, sagt Jürgen Schweikardt.

Das dürfte den Bittenfeldern am Donnerstag in Bad Schwartau sicher schwerer fallen als zuletzt. Möglicherweise muss der TVB dort ohne Michael Schweikardt antreten: Der Spielmacher hat sich gegen Rostock an der Schulter verletzt, die genaue Diagnose steht noch aus.