Das Team mit der besonderen Note

Lediglich fünf Punkte haben die Bittenfelder Zweitliga-Handballer in den zehn Spielen der Rückrunde liegen lassen, nur der Spitzenreiter TSG Friesenheim war erfolgreicher. Die Chancen, am Ende der Saison auf dem dritten Aufstiegsplatz zu stehen, sind noch da für die Bittenfelder. Dazu indes müssen sie ihre sogenannten Pflichtaufgaben erfüllen. Sprich: In den verbleibenden fünf Heimspielen gegen Rostock, Hamm, Saarlouis, Leutershausen und Bietigheim darf nichts anbrennen. Und ohne den einen oder anderen Punkt in der Fremde (Bad Schwartau, Erlangen, Essen) wird der TVB seinen Aufstiegstraum begraben müssen.

Indes: Gegen Rostock von einer Pflichtausgabe zu sprechen, dürfte ein bisschen vermessen sein. Es ist kaum davon auszugehen, dass die Auseinandersetzung ähnlich einseitig wird wie zuletzt gegen den EHV Aue (33:28) oder in Rimpar (30:20). Die Rostocker hatten, nach Platz sechs im Vorjahr, zumindest einen einstelligen Tabellenplatz im Visier. Am 16. Spieltag lag Empor lediglich einen Punkt hinter den Aufstiegsplätzen und träumte von mehr. In der Rückrunde jedoch ist der HCE noch nicht wieder in Fahrt gekommen, bis jetzt stehen magere 6:14 Zähler zu Buche. Seit sechs Spielen ist die Mannschaft von Rastislav Trtik ohne Sieg und hatte mit großen personellen Problemen zu kämpfen. Ein Lebenszeichen gab’s zuletzt beim 27:27 gegen den Tabellenvierten TV Neuhausen – ebenfalls in misslicher personeller Lage.

Im Hinspiel verschenkten die Bittenfelder beim 30:30 leichtfertig den Sieg. Nach der 7:1-Führung gerieten sie mit 11:13 in Rückstand, erkämpften sich den 22:17- und 24:20-Vorsprung und gaben beim 30:28-Vorteil 50 Sekunden vor dem Ende noch einen Punkt ab.

Auch wenn die Rostocker derzeit jenseits von Gut und Böse stehen: Das Team hat in mancher Begegnung gezeigt, dass nicht mit ihm zu spaßen ist. So siegte Empor bei den heimstarken Hildesheimern (29:26) und in Neuhausen (30:25). Der Tabellenführer TSG Friesenheim kassierte in Rostock eine 29:32-Niederlage, der Zweite HC Erlangen musste sich mit einem 24:24 begnügen und der Dritte Leipzig ging beim 29:32 leer aus.

Die Bittenfelder sind also gewarnt – wobei der TVB-Trainer den Gegner sowieso als einen der unangenehmen Sorte einstuft. „Rostock hat eine sehr variable, meist offensiv ausgerichtete Abwehr“, sagt Schweikardt. „Und meiner Meinung nach hat Empor das beste Umschaltspiel aller Zweitligamannschaften.“ Zudem lasse sich der Trainer und Taktikfuchs Lastislav Trtik immer wieder etwas Besonderes einfallen. Ungern erinnern sich die Bittenfelder an die vergangene Spielzeit, als sie eine 25:31-Heimniederlage einstecken mussten. „Rostock ist immer brandgefährlich“, sagt Schweikardt. „Wir müssen damit rechnen, dass es mächtig aufs Gas drücken wird.“

Für sein Team sei’s von großer Bedeutung, die Aufgabe hochkonzentriert anzugehen und die Spannung aufrechtzuerhalten. So wie zuletzt gegen Aue und in Rimpar. Ein besonderes Augenmerk müssen die Bittenfelder auf ihr Rückzugsverhalten legen. Schon so manchen Gegner hat Rostock gnadenlos ausgekontert.

Spezialist darin ist Vyron Papadopoulos: Der Linksaußen ist nach Tim Suton (Saarlouis) der beste Feldtorschütze der Liga, er hat in 28 Spielen 161-mal getroffen. Eine weitere Stütze im Team ist der tschechische Nationalspieler Roman Becvar, der im Rückraum die Fäden zieht. Der Ex-Gummersbacher Nemanja Mladenovic spielt für die serbische Nationalmannschaft.

Der 29. Spieltag ist einer der interessanteren Sorte – und möglicherweise einer, der wegweisend sein kann. Wollen die Bittenfelder ganz vorne eingreifen, müssen sie nicht nur ihre Hausaufgaben machen, sondern auf den einen oder anderen Ausrutscher der Konkurrenz hoffen. So käme dem TVB eine Niederlage der einen Punkt besser platzierten Leipziger heute in Essen nicht ungelegen. Zudem treffen mit Erlangen und Neuhausen zwei Aufstiegskandidaten direkt aufeinander.

Info

Wie immer, fahren zum Spiel Shuttle-Busse in die Scharrena. Es gibt allerdings eine kleine Änderung: Wegen einer Baustelle entfällt die Haltestelle am TVB-Vereinsheim. Die beiden Busse steuern um 18.30 Uhr direkt die Haltestelle Zipfelbach an. Auch bei der Rückfahrt wird das Vereinsheim nicht bedient. Fürs Spiel gibt’s noch genug Tickets an der Abendkasse.