Punktverlust ja, Aufgabe nein

Natürlich hatten die Bittenfelder vom „Big point“ geträumt, den sie mit einem Sieg in Leipzig hätten setzen können. Den Konkurrenten hätten sie im Erfolgsfall um einen Zähler auf Abstand gehalten, nach Pluspunkten wären sie auf den dritten Rang geklettert. Nun hat plötzlich Leipzig sehr gute Karten im Aufstiegskampf – und feierte den verdienten Erfolg gegen die Bittenfelder frenetisch. „Bei uns herrscht Mega-Freude, alle sind total begeistert“, ließ sich Christian Prokop hernach zitieren. Der Leipziger Trainer sprach von einem „Spitzenspiel in jeder Hinsicht“, zu dem auch der TVB seinen Teil beigetragen habe.

Allerdings lediglich 43 Minuten. Zu diesem Zeitpunkt, beim 20:18, hing der TVB dem neuen Tabellendritten noch im Nacken. Im letzten Viertel der Partie indes erlahmte die Gegenwehr der Gäste. „Da haben wir uns ein Stück weit hängenlassen“, sagt der Bittenfelder Trainer Jürgen Schweikardt. Mitte der ersten 30 Minuten führte der TVB vor über 2000 Zuschauern mit 9:6 und schien auf dem besten Weg, an die starke Leistung beim Sieg gegen Nordhorn anzuknüpfen.

Viel zu schnell jedoch kam Leipzig zurück ins Spiel, ging mit der Zwei-Tore-Führung in die Halbzeit. „Wir haben nicht grundlegend etwas falsch gemacht“, sagt Schweikardt. Viele kleine Fehler und schlampige Aktionen hätten sich summiert, daran habe sich auch nach der Pause nichts geändert. Entscheidend sei gewesen, dass zu viele Spieler nicht die Form des Nordhorn-Spiels erreichten. Lars Friedrich, erfolgreichster Torschütze in dieser Saison beim TVB, erwischte keinen guten Tag und blieb gar ohne Treffer. Dennis Szczesnys Spiel leidet derzeit unter der fehlenden Spielpraxis im Angriff, da Dominik Weiß auf der Position im linken Rückraum in der Rückrunde recht stabil ist.

Einzig Michael Schweikardt präsentierte sich in Leipzig wieder in starker Verfassung: Er verwandelte alle neun Siebenmeter und war auch aus dem Feld heraus fünfmal erfolgreich. Ansonsten fehlten dem TVB – im Gegensatz zu Leipzig – die personellen Alternativen. „Um in Leipzig zu gewinnen, müssen alle Spieler eine gute Form haben“, sagt Schweikardt. Auch der letzte Trumpf des Trainers stach nicht: Dragan Jerkovics – kurzes – Pflichtspieldebüt fiel eher unglücklich aus. Der Torhüter bekam kaum eine Hand an den Ball. „Das ist blöd gelaufen für Dragan“, sagt Schweikardt. „Er kam in der Phase, in der wir eigentlich keine Abwehr mehr hatten.“ Da habe ihn die Mannschaft im Stich gelassen. „Das ist nicht okay und das weiß sie auch.“

Auch wenn die Bittenfelder eine große Chance verpasst und Boden verloren haben im Rennen um die ersten drei Plätze: Jürgen Schweikardt ist weit davon entfernt aufzugeben. „Es war nicht alles schlecht in Leipzig“, sagt er. „Wir haben gegen einen starken Gegner auswärts verloren, da muss man schon ein wenig relativieren.“

Der Blick des Trainers richtet sich jetzt bereits auf die Partie am Sonntag, wenn der EHV Aue in die wahrscheinlich ausverkaufte Scharrena kommt (17 Uhr). Zwei Punkte brächten den TVB wieder ins Rennen, weil die Konkurrenz an diesem Spieltag sicher Federn lassen wird: Der Zweite HC Erlangen erwartet den Dritten Leipzig, der Vierte SG BBM Bietigheim den Fünften HSG Nordhorn-Lingen.

Nur noch 100 Karten

Für das Heimspiel des TVB am kommenden Sonntag, 30. März (17 Uhr), in der Scharrena gegen den EHV Aue gibt es nur noch rund 100 Karten: Easy-Ticket,  0711/2555555 / www.easyticket.de oder auf der TVB-Geschäftsstelle,  07146/2818750, Fax: 07146/2818755, Mail: moh@tvb1898.de.

Im Vorspiel (14.45 Uhr) stehen sich die Bezirksligisten HSG Oberer Neckar und EK/SV Winnenden gegenüber.