Bittenfeld unterliegt dem SC DHfK Leipzig

Medienvertreter verlangen nach einem verlorenen Spiel meist ein kurzes klares Statement von den Beteiligten, weshalb die eigene Mannschaft ohne Punkte die Heimreise antreten muss. Gegen Leipzig können die beiden entscheidenden Gründe schnell benannt werden: Die nicht konstant genug agierende Abwehrreihe über sechzig Minuten sowie das Auslassen von guten Torchancen – beides grundlegende Faktoren, die nicht nur in fremder Halle von entscheidender Bedeutung für den Spielverlauf sind.

Beim TVB passte in der mit 2.000 Zuschauern besuchten Arena Leipzig leider beides nicht. Zumindest nicht in Durchgang zwei. Von Beginn an entwickelte sich in den ersten dreißig Minuten eine sehenswerte und von beiden Seiten stark, aber fair umkämpfte Bundesliga-Partie. Nach einem 1:1 (4.) konnten die Hausherren per dreimaligem Konter auf 5:2 erhöhen, der TVB blieb dran und erzielte durch Peter Jungwirths Dreierpack den 6:6-Ausgleich.

Der erfolgreichste Bittenfelder Schütze Michael Schweikardt war bei allen drei Treffern der Passgeber und besorgte nach einer Balleroberung gegen den starken Lukas Binder selbst die 7:6-Führung für den TVB. Schweikardt drückte dem Spiel durch seine allesamt sicher verwandelten Siebenmeter seinen Stempel auf – er kam am Ende auf insgesamt zwölf Strafwürfe und zwei Feldtore.

Dominik Weiß und Dennis Szczesny besorgten in dieser stärksten Phase der Gäste die wichtige 9:6-Führung, die allerdings nur eineinhalb Minuten lang Bestand haben sollte. Völlig unverständlich gab der TVB wieder das Heft aus der Hand, kassierte aufgrund eigener technischer Fehler drei Kontertreffer und scheiterte jetzt immer häufiger am gut agierenden SC-Keeper Henrik Ruud Tovas. Der sicherte gegen den blass bleibenden Lars Friedrich, den emsig am Kreis arbeitenden Simon Baumgarten und den unter seinen Möglichkeiten bleibenden Weiß den 14:12-Vorsprung für sein Team.

Anfang der zweiten Halbzeit konnte Bittenfeld den Rückstand nochmals egalisieren, schnupperte nach den beiden Schweikardt-Siebenmetern beim 14:15 und 16:17 am Ausgleich. Spätestens jedoch nach den fünf Rückraumtreffern des von der TVB-Abwehr nicht angegangenen Maximilian Jonsson leuchtete eine 26:20-Vorentscheidung von der Anzeigetafel, gleichwohl noch zehn Minuten zu spielen waren.

Bittenfeld gelang es aber nie, eine ähnlich konstante und aggressive Abwehrleistung wie gegen Nordhorn abzurufen. So gesellten sich neben den vielen Kontretreffern auch einfache Gegentore, bei denen die Leipziger Rückraumschützen – wenn überhaupt – zu spät angegangen wurden. Jürgen Müller konnte einige Paraden im TVB-Tor zeigen, wurde allerdings zu oft von seinen Vorderleuten im Stich gelassen.

Vier Minuten vor dem Ende besiegelte der meist über seinen bekannten Schlagwurf zum Abschluss kommende Philipp Weber die Bittenfelder Niederlage in der Arena Leipzig, das 30:24 konnte der TVB nicht mehr verkürzen. Da half auch die Anfeuerung durch die mitgereisten Bittenfelder Fans nichts, die bereits am Freitagmittag nach Leipzig angereist waren.

„Wir konnten bei weitem nicht an die starke Abwehrleistung aus dem Nordhorn-Spiel anknüpfen und haben im Angriff vor allem im zweiten Durchgang zu viele Torchancen liegen lassen“ kommentierte TVB-Coach Jürgen Schweikardt den ernüchternden Spielausgang. „Vor allem vom Rückraum kam heute viel zu wenig bei uns“ so Schweikardt weiter. Eine erfolgreiche Premiere im TVB-Trikot blieb Dragan Jerkovic damit verwehrt.

SC DHfK Leipzig:
Tovas, Pulay – Emanuel, Krzikalla (5), Oehlrich (2), Binder (6), Jonsson (6), Gerlich (1), Roschek, Weber (7), Prokopec (4), Milosevic (1), Feld, Göde, Streitenberger, Boese.

TV Bittenfeld 1898:
Müller, Sdunek – Schimmelbauer (2), Schöbinger (1), Weiß (4), Schweikardt (14), Friedrich, M’Bengue, Jungwirth (3), Baumgarten (1), Seiz, Szczesny (1), Heib.