Spannungsverlust in der Abwehr

Viel Zeit zur Analyse bleibt den Bittenfeldern nicht. Schon morgen wartet in der Scharrena (20 Uhr) die nächste Aufgabe, die es in sich hat: Es kommt der Tabellendritte HSG Nordhorn-Lingen. Der hat nicht nur am Sonntag den Spitzenreiter HC Erlangen mit dem 24:23-Erfolg vom Thron gestürzt, sondern ist bei 13:1 Punkten in diesem Jahr noch ungeschlagen. „Nordhorn ist die Mannschaft der Stunde“, sagt der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt. „Das ist ein Schlüsselspiel. Um dranzubleiben, müssen wir gewinnen.“

Das wird den Bittenfelder allerdings mit der Leistung vom Freitag kaum gelingen. Für Schweikardt gab’s gleich mehrere Gründe, weshalb sein Team am Freitag zum ersten Mal seit dem 14. Dezember wieder als Verlierer die Halle verließ. „In den ersten 30 Minuten waren wir zu oft in Unterzahl“, sagt der Trainer. Die eine oder andere Entscheidung der Schiedsrichter sei diskussionswürdig gewesen, „manchmal haben wir uns aber auch nicht clever angestellt“. So oder so: Die Unterzahl sei dem Angriffsspiel nicht zuträglich gewesen.

Auch in voller Stärke indes überzeugten die Bittenfelder nicht. Der Großwallstädter Keeper Mathias Lenz schnappte sich rund die Hälfte der Bittenfelder Würfe. Für Schweikardt war dies „ein wesentlicher Faktor“. Die TVB-Torhüter Daniel Sdunek und Jürgen Müller kamen an diese Quote längst nicht heran. Wobei auch die Abwehr vor den beiden eine Schwäche zeigte, die dem TVB schon gegen Friesenheim zu schaffen machte: Die Defensive stand bei vielen Angriffen des Erstliga-Absteigers zwar ordentlich, kassierte jedoch kurz vor dem Zeitspiel oft noch einen Treffer. „Es reicht eben nicht, wenn man 90 Prozent eines Angriffs gut verteidigt“, sagt der Coach. „Wenn man all diese Schwächen addiert, kann man nicht gewinnen.“ Der Gegner sei durch die Bank ein bisschen besser gewesen als sein Team. Mit der Leistung in der Spielen zuvor sei er aber schlagbar gewesen.

Es ist nichts Neues, dass eine Mannschaft in dieser ausgeglichenen Liga jede Schwäche des Kontrahenten rigoros ausnützen kann. Die mussten die Bittenfelder nach längerer Zeit wieder einmal erfahren – und befindet sich dabei übrigens in bester Gesellschaft: Der Tabellenvierte SG BBM Bietigheim musste sich mit einem 32:32-Unentschieden beim Tabellenletzten TSV Altenholz begnügen.