Der Tabellenführer kommt in die SCHARRena

Ein ganz dickes Ausrufezeichen setzten die Friesenheimer am 23. Spieltag. Der Sieg gegen den bisherigen Liga-Primus HC Erlangen war zwar keine Sensation. Die Art und Weise indes, wie das Team von Trainer Thomas König den Franken beim 26:17 die Grenzen aufzeigte, ließ aufhorchen: Mit 10:12 lag die TSG zur Pause zurück – und spielte den Gegner in den zweiten 30 Minuten an die Wand. Nur noch fünf Gegentreffer kassierte der neue Tabellenführer, in den letzten 15 Minuten gar keinen mehr.

Die Kritiken waren entsprechend überschwänglich, selbst der sonst so zurückhaltende TSG-Trainer König war begeistert, sprach von einer „überragenden Leistung“. Sein Bittenfelder Kollege hat sich die Partie – natürlich – auf der DVD angesehen und kann kaum widersprechen. „Das war von Friesenheim schon richtig gut in der zweiten Halbzeit“, sagt Jürgen Schweikardt. Die TSG werde mit ordentlich Selbstvertrauen in der Scharrena auflaufen. Damit indes sind die Bittenfelder nach sechs Siegen in Folge ebenfalls gesegnet. „Für uns ist es eine schöne Herausforderung zu zeigen, dass wir auch gegen solch ein Top-Team mithalten können.“ Für Schweikardt hat die TSG den qualitativ und quantitativ besten Kader aller 19 Zweitligisten und ist Titelkandidat Nummer eins.

Auf jeder Position seien die Eulen doppelt besetzt – und das ohne Qualitätsunterschiede. Die erste Sieben bringt durchweg Erstligaerfahrung mit. Christian Klimek zählt zu den besten Kreisläufern der Liga, in der nächsten Saison wird er beim Erstligisten TuS Nettelstedt-Lübbecke spielen. Hinter ihm steht der bullige Erik Schmidt. Der Linksaußen Philipp Grimm ist Dritter der Torschützenliste, die andere Seite steht ihm mit Felix Kossler und dem Ex-Bittenfelder Marco Hauk kaum nach. Auf der Rückraummitte hat der Ex-Junioren-Weltmeister Andrej Kogut die Fäden in der Hand. Auf den Halbpositionen hat König die Qual der Wahl mit dem ehemaligen Lemgoer Gunnar Dietrich, dem 14-fachen ehemaligen Nationalspieler Stephan Just, Stefan Lex – er kam vor der Saison aus Hüttenberg – sowie den Talenten Christopher Klee (21), Max Kraushaar (21) oder Jan Claussen (22).

Ihren größten Trumpf freilich haben die Friesenheimer im Tor: Kevin Klier gehört zu den Besten seines Faches. Das sieht auch Jürgen Schweikardt so, schränkt aber ein: „Klier hat den Friesenheimern sicher schon viele Punkte geholt“, sagt er. „Aber unsere Torhüter sind auch gut drauf. Entscheidend ist, dass wir unsere Chancen gut herausspielen.“ Wie schwer die Defensive der Eulen zu knacken ist, bekam der TVB beim 22:29 im Hinspiel zu spüren. Es war die höchste Saisonniederlage der Bittenfelder, die zudem so chancenlos waren wie in keiner anderen Partie in dieser Saison.

„Natürlich brauchen wir vorne wie hinten eine sehr gute Leistung, wenn wir gewinnen wollen“, sagt Schweikardt. „Aber auch für Friesenheim wird’s kein leichtes Spiel.“ Möglicherweise werden die Fans die entscheidenden paar Prozent beitragen. Zum zweiten Mal nach dem Pokalspiel gegen FA Göppingen wird die Scharrena aus allen Nähten platzen.

Der TVB tritt in Bestbesetzung an. Dennis Szczesny kränkelte zwar, hat jedoch gestern wieder mittrainiert.