15 starke Minuten reichen dem TVB

Es schien fast so, als ginge wieder einmal die Angst um bei den Bittenfelder Spielern. Gegen keines der vier am Tabellenende stehenden Teams hatte der TVB bis Samstag auch nur ein einziges Pünktchen in dieser Saison geholt. Und auch gegen die äußerst biederen und ersatzgeschwächten Altenholzer, die bis dato erst sieben Zähler gesammelt hatten, tat sich das Team von Trainer Jürgen Schweikardt 30 Minuten lang erstaunlich schwer. Wenig war zu sehen vom wiedergewonnenen Selbstvertrauen durch die zuletzt überzeugenden Leistungen.

Die Gäste nutzten die schlampigen Zuspiele und unentschlossenen Angriffsversuche des TVB zur 3:1-Führung nach vier Minuten. Nach einer Viertelstunde hatten die Bittenfelder zwar das Spiel beim 8:4 gedreht, agierten im Anschluss jedoch viel zu sorglos im trügerischen Gefühl, die Partie früh im Griff zu haben. Das Heimteam musste froh sein, dass Torhüter Jürgen Müller wie schon in Hüttenberg einen sehr guten Tag erwischte und am Ende 22 Paraden auf dem Zettel stehen hatte. Das spricht für Müller, aber nicht unbedingt für die Defensive, die sich vor allem in den ersten 30 Minuten von den ewig langen Angriffen der Altenholzer einlullen ließ.

Für ein bisschen Leben auf der Tribüne sorgten die unsicheren Schiedsrichter Thomas König und Marian Teichmüller, deren Entscheidungen nicht immer nachzuvollziehen waren. Der TVB aber hatte Mühe, Struktur in sein Spiel zu bringen. Der Rückraum mit Michael Schweikardt, Lars Friedrich und Dominik Weiß leistete sich viele Fehler, dem wieder genesenen Dennis Szczesny war die fehlende Spielpraxis anzumerken. Einzig das Zusammenspiel mit dem guten Linksaußen Tobias Schimmelbauer funktionierte zunächst.

Der beste Altenholzer, Mathis Wegner, glich nach 23 Minuten zum für den TVB ernüchternden 9:9 aus. Nach äußerst dürftigen 30 Minuten mussten sich die klar favorisierten Bittenfelder mit einem 12:12-Unentschieden zur Pause begnügen.

In der Kabine dürften ein paar klare Ansagen gefallen sein. Jedenfalls kehrten die Bittenfelder mit einer ganz anderen Körpersprache und größerer Entschlossenheit aufs Spielfeld zurück. Die Abwehr vor dem weiterhin aufmerksamen Müller packte aggressiver und frühzeitiger zu, vorne forcierte der TVB das Tempo. Binnen sieben Minuten war nach dem 7:0-Lauf zum 19:12 die Vorentscheidung gefallen.

Wenn’s schnell ging, war der Tabellenletzte sichtlich überfordert. Die Angreifer spielten nur noch den Ball quer, nach 15 Minuten im zweiten Spielabschnitt gelang dem Team von Trainer Klaus-Dieter Petersen erst der zweite Treffer zum 21:14. Der TVB hatte das Spiel fest im Griff – und der Coach die Gelegenheit, kräftig durchzuwechseln. Dadurch indes kam ein kleiner Bruch ins Spiel, neun Minuten vor dem Ende kamen die Gäste beim 22:18 auf vier Tore heran.

Nach einer Auszeit zogen die Bittenfelder aber noch mal an. Martin Kienzle und Alexander Heib machten mit dem 24:18 (55.) alles klar. Letztlich stand der standesgemäße 28:20-Sieg auf der Anzeigetafel. Ein rauschendes Fest bekamen die Fans in der Scharrena nicht geboten – die in Bad Schwartau und Leutershausen indes schon: Der Tabellenzweite TSG Friesenheim unterlag mit 22:26 beim VfL, der Dritte SG BBM Bietigheim mit 25:27 beim Tabellenvorletzten. Den TV Bittenfeld trennen damit lediglich noch zwei Punkte von den Aufstiegsrängen.

TV Bittenfeld:

Müller, Sdunek; Schimmelbauer (7), Schöbinger (1), Kienzle (1), Weiß (2), Schweikardt (1), Friedrich (8/1), M’Bengue, Jungwirth (1), Baumgarten (5), Seiz (1), Szczesny, Heib (1).

TSV Altenholz:

Hossner, Hampel; Lipp (3), Calvert (4/3), Drecke (1), Reinert, Köpke (3), Wegner (7), Voigt (2), Starke, Röder.