Mit neuem Mut ins Saarland

„Nach so einem Kraftakt wären mir ein paar Tage Pause schon lieber“, sagt der Bittenfelder Trainer Jürgen Schweikardt. Es hilft jedoch nichts, es ruft der Alltag – bei einer Mannschaft, die punktemäßig hinterherhinkt. Was – und das wissen die Bittenfelder aus eigener schmerzlicher Erfahrung – nicht viel bedeutet: Als 18. ist die HG Saarlouis eingerahmt vom TV Altenholz und der SG Leutershausen. Gegen beide blieb der TVB auswärts ohne Punkte.

Die jüngsten Resultate im Pokal sind für Schweikardt ein Indiz für den Qualitätssprung, den die eingleisige 2. Liga gemacht habe. Eintracht Hildesheim war gegen die Füchse Berlin bis zum 26:29 dran und unterlag erst in der Schlussphase mit 28:35. Noch besser machte es der EHV Aue: Gegen die SG Flensburg-Handewitt stand’s in der 52. Minute 24:24, am Ende setzte sich die SG mit 27:26 durch.

„Zwischen den Mannschaften der ersten und zweiten Liga liegen keine Welten mehr“, sagt Schweikardt. Für den TVB bedeutet dies, dass ihn ein gutes Spiel wie gegen Göppingen nicht automatisch gegen Saarlouis in die Favoritenrolle drängt. „Wir müssen wieder alles abrufen.“

Die Qualitäten der HG Saarlouis liegen seit Jahren zweifellos im Angriff. Auch in dieser Saison haben nach 15 Spieltagen lediglich fünf Teams der Liga öfter getroffen als die Saarländer. Die Kehrseite: Die Mannschaft von Trainer Goran Suton hat die meisten Gegentreffer kassiert – und die eine oder andere unglückliche Niederlage einstecken müssen. Erst viermal ging die HG als Sieger vom Spielfeld, hielt in vielen Partien allerdings sehr gut mit. So musste der Tabellenführer SG BBM Bietigheim alles geben, bis der 32:30-Sieg feststand. Zuletzt musste sich Saarlouis beim TV Hüttenberg ebenso knapp mit 28:30 geschlagen geben.

Wozu Saarlouis fähig ist, zeigte sich unter anderem beim 35:32-Sieg in Rostock, der einzigen Heimniederlage von Empor in dieser Saison. Mit vier Zählern Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz steht der Bittenfelder Gegner also unter Druck und sollte in den letzten vier Spielen in diesem Jahr noch ein paar Punkte holen. Ansonsten könnte der Kontakt zum rettenden Ufer noch vor der EM-Pause abbrechen. Zumal die aktuellen Konkurrenten wie die Rimpar Wölfe, Großwallstadt oder Hüttenberg immer besser in Fahrt kommen.

Fünf Spieler haben Saarlouis am Ende der Saison verlassen: Otto Fetser, Ingars Dude, Jonathan Julvecourt, Yves Kunkel und Lukasz Czertowicz. Acht kamen hinzu, darunter mit dem ehemaligen slowenischen Nationalspieler Ognjen Backovic (TSG Friesenheim) einer aus der 2. Liga. Der griechische Nationalspieler Nikolaos Riganas kommt von den HF Springe und verstärkt den rechten Rückraum. Auf der anderen Seite spielt mit dem 17-jährigen Tim Suton, derzeit Führender der Torschützenliste, eines der größten deutschen Talente. Seit Jahren Dreh- und Angelpunkt ist der abgezockte Spielmacher Danijel Grgic, der einst das kroatische Nationaltrikot trug.

Die Bilanz des TV Bittenfeld in den Auswärtsspielen gegen die HG ist ausgeglichen, torreich waren die Partien immer in den vergangenen vier Spielzeiten: 33:35, 30:28, 34:33, 31:33 aus Sicht des TVB.