Der TVB kommt viel zu spät in Fahrt

30 Minuten lang staunten und schwiegen die Zuschauer in der Scharrena. Ohne Zug zum Tor, lethargisch, ohne Tempo und Ideen präsentierte sich der TVB zunächst. Nach zwölf Minuten führte Leipzig mit 5:2 und nach 20 Minuten mit 9:4 – und musste sich dafür nicht einmal übermäßig ins Zeug legen. Früh störten sie den Bittenfelder Rückraum, der kaum gescheite Aktionen zustande brachte.

Mindestens genauso schwach war der Torabschluss. Insgesamt 16 Fehlwürfe leistete sich der TVB in den ersten 30 Minuten, scheiterte immer wieder am überragenden Leipziger Torhüter Gabor Pulay. Die Probleme im Angriff sind nicht neu beim TVB, doch die Abwehr kompensierte dieses Defizit in der Vergangenheit meist. Gestern indes war dies nicht so. Die Gäste spazierten munter durch die Lücken, waren gedanklich und physisch meist einen Schritt schneller. Auf der Bittenfelder Bank machte sich Ratlosigkeit breit, der 8:14-Rückstand zur Pause gab nicht viel Hoffnung für die zweiten 30 Minuten. Doch tatsächlich kehrte eine deutlich engagiertere Bittenfelder Mannschaft aufs Feld zurück.

Alexander Heib rückte auf die Spielmacherposition und zog das Tempo an. Binnen sechs Minuten war der TVB beim 12:15 wieder in Reichweite. Ein umstrittener Siebenmeter für die Gäste, ein völlig überflüssiges Stürmerfoul der Bittenfelder und der weiterhin starke Pulay brachten Leipzig beim 18:12 (42.) wieder deutlich in Vorteil. Der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt ordnete eine offensive Deckung an – und die schmeckte Leipzig überhaupt nicht. Der eingewechselte Torhüter Daniel Sdunek parierte einige Bälle prächtig und brachte sein Team zurück ins Spiel. Sechs Minuten vor dem Ende vollendete Michael Schweikardt den 7:1-Lauf mit dem Ausgleich zum 19:19. Die Fans tobten und hofften auf ein versöhnliches Ende.

Daraus wurde jedoch nichts: SC-Spielmacher Pavel Prokopec behielt auch bei seinem fünften Siebenmeter die Nerven, Philipp Seitle legte zum 19:21 nach. Heibs Treffer zum 21:22 eine halbe Minute vor Schluss kam zu spät. Lukas Binder und Keeper Pulay machten den Sack zum 21:24 zu.

TV Bittenfeld 1898:

Müller, Sdunek; Schöbinger (1), Kienzle (1), Weiß (2), Schweikardt (3), Friedrich (4/1), M’Bengue (1), Jungwirth (2), Baumgarten (2), Seiz, Szczesny (1), Heib (4/2).

SC DHfK Leipzig:

Tovas, Pulay (1); Emanuel (2), Streitenberger, Krzikalla, Oehlrich, Binder (5), Jonsson, Gerlich, Boese (1), Weber (3), Seitle (2), Prokopec (8/5), Milosevic (2).