Dem TVB fehlen Sekunden zum Sieg

Die Leistung stimmte über weite Strecken, das Resultat nach dem Spielverlauf nicht aus Sicht des TV Bittenfeld. „Wir waren die bessere Mannschaft, haben uns aber nicht belohnt und einen Punkt verschenkt“, sagte der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt unmittelbar nach dem Spiel. „Das ist ganz, ganz bitter.“
Für beide Teams ging’s nach zuletzt 2:6 Punkten (Rostock) und 4:6 Punkten (Bittenfeld) darum, den Anschluss an die Tabellenspitze nicht zu verlieren. Beim TVB stand Dennis Szczesny nach seiner Adduktorenverletzung zwar wieder im Kader, dafür musste Tobias Schimmelbauer vor der mit 680 Fans ausverkauften Halle wegen Ellbogenbeschwerden aussetzen. Für ihn rückte Martin Kienzle auf Linksaußen.

Ganz unüblich, erwischte der TVB einen Traumstart, war hellwach von der ersten Minute an. Die Abwehr stand hervorragend, die Konter saßen. Nach zehn Minuten führten die Bittenfelder überraschend mit 8:2. So ging’s indes nicht weiter. Die Rostocker nutzten zwei technische Fehler und einen Fehlwurf des TVB zum 5:8 (12.). Sechs Minuten später war der komfortable Vorsprung der Gäste beim 9:9 weg. Florian Zemlin sorgte beim 12:11 für die erste Führung der Heimmannschaft.

Die Bittenfelder bekamen in dieser Phase etliche Aktion wegen Stürmerfouls abgepfiffen– auch geschuldet ihrer offensiven 4:2-Deckung, mit der sie viele Fouls provozierten. Die Rostocker Angreifer stellten sich cleverer an und holten eine ganze Reihe Strafwürfe heraus. Dreimal war der starke Jürgen Müller dabei zur Stelle. Die Bittenfelder ließen in der Defensive nach hervorragendem Start nach, mit 16:16 ging’s in die Pause.
Auch im zweiten Abschnitt legten die Gäste los wie die Feuerwehr und hatten sich beim 23:18 nach 42 Minuten einen stattlichen Vorsprung erspielt. Nachdem der TVB in doppelter Überzahl das 23:19 kassiert hatte, schöpfte Empor Rostock offensichtlich neuen Mut. Der Torhüter Jan Kominek kam immer besser in die Partie und vereitelte beste Bittenfelder Chancen. Nach einem 8:2-Lauf hatte Rostock die Partie beim 26:25 zum zweiten Mal gedreht (52.).

Die Bittenfelder gaben sich aber nicht geschlagen, kämpften sich zurück und hatten 47 Sekunden vor dem Ende den dritten Auswärtssieg im Grunde schon in der Tasche. Nach einer tollen Parade von Jürgen Müller erzielte Martin Kienzle die 30:28-Führung für den TVB, doch René Gruszka brachte den HCE nur sechs Sekunden später beim 29:30 wieder heran. Peter Jungwirth hätte 24 Sekunden vor der Schlusssirene alles klar machen können, der Rechtsaußen scheiterte aber frei stehend an Kominek. Im direkten Gegenzug rettete Vyron Papadopoulos seiner Mannschaft den glücklichen Punkt.

HC Empor Rostock:
Kominek, Robert Wetzel; Becvar (5)), Milde (1), Dethloff (4/1), Barten, Gruszka (5/2), Flödl, Gamrat (4), Papadopoulos (5), Zboril, Zemlin (5), Porath (1).

TV Bittenfeld 1898:
Müller, Sdunek; Schöbinger (3), Kienzle (6), Weiß (2), Schweikardt (7/3), Friedrich (6/2), M’Bengue, Jungwirth (2), Baumgarten (1), Seiz, Heib, Szczesny (3).