November-Blues beim TV Bittenfeld 1898

Es dauerte ein paar Minuten, bis die beiden Trainer am Sonntag bei der obligatorischen Pressekonferenz nach dem Spiel auftauchten. Das hatte seine Gründe. Jürgen Schweikardt musste das 25:28 verdauen, Jens Bürkle genoss den Applaus der rund 60 mitgereisten Fans aus Rimpar. Fast jeder wollte dem Coach auf die Schulter klopfen angesichts des Auswärtscoups, der dem Aufsteiger in der Scharrena geglückt ist.

Hamburger für die hungrigen Wölfe

Die größte Sorge des Rimpar-Coaches dürfte dabei gewesen sein, ob sein Geldbeutel ausreichend gefüllt war. Nach Auswärtssiegen, so das Ritual des Aufsteigers, werden die Wölfe mit Hamburgern gefüttert. Am Sonntag nun musste der Ober-Wolf bezahlen. „Ich habe den Jungs versprochen, dass ich das übernehme, wenn wir gegen Bittenfeld gewinnen“, sagte Bürkle.

Ausgerechnet ein ehemaliger TVB-Spieler vermieste den Bittenfeldern die Stimmung. Dabei hatte Bürkle „so richtig“ nicht an einen Erfolg geglaubt. „Wissenschaftlich betrachtet, ist bei jedem Spiel das Ergebnis offen“, sagte er. „Aber wenn man die Bittenfelder Spiele in dieser Saison gesehen hat, musste einem schon angst und bange werden, der TVB spielt einen tollen Handball.“ Wenn eine Mannschaft indes „so eine fantastische Leistung“ zeige, wie das seinem Team gelungen sei, dann sei auch gegen einen solchen Gegner ein Sieg drin.

Zwei Punkte waren auch für die Bittenfelder möglich gewesen, schließlich stand das Spiel in der Schlussphase auf der Kippe. Ob ein Erfolg des TVB nach dem Spielverlauf verdient gewesen wäre, ist eine andere Geschichte. „Kurz gesagt: Uns haben in sämtlichen Bereichen die letzten zehn Prozent gefehlt, um ein solches Spiel zu gewinnen“, sagt der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt, der auch am Tag danach seine Enttäuschung nicht verbergen kann.

Wie immer, wenn ein Favorit gegen einen Underdog strauchelt, kommt die Frage auf, ob der Gegner nicht ernst genommen worden ist. „Ich bin der festen Überzeugung, dass wir Rimpar nicht unterschätzt haben“, sagt Schweikardt. „Im Gegenteil.“

Schmerzlich vermisst: Der verletzte Dennis Szczesny

Möglicherweise habe er zu eindringlich vor dem Gegner gewarnt, was sich negativ ausgewirkt haben könnte. „Vielleicht hatten wir irgendwann Angst, dass es tatsächlich schiefgehen könnte.“ Rimpar sei genau so aufgetreten, wie Schweikardt es erwartet hatte: selbstbewusst nach zwei wichtigen Siegen und mit dem Vorteil, ohne Druck spielen zu können. „Mir war klar, dass wir uns durch dieses Spiel werden durchkämpfen müssen. Das haben wir nicht geschafft.“

Den Umstand, dass mit Michael Schweikardt und Lars Friedrich zwei wichtige Spieler nicht in Vollbesitz ihrer Kräfte waren, lässt der Trainer nur bedingt als Entschuldigung gelten. Es hätten noch genügend gesunde Spieler auf dem Platz gestanden. „Natürlich hätte uns insbesondere Lars im fitten Zustand noch einmal pushen können.“ Ebenso wie der willensstarke Dennis Szczesny. Der Youngster musste wegen einer Adduktorenverletzung erneut passen.

Schweikardt musste anerkennen, dass Rimpar nahezu alle Vorteile auf seiner Seite hatte. „Rimpar war deutlich besser als beispielsweise Hildesheim oder Hüttenberg“. Nicht nur das Torhüter-Duell entschied der Aufsteiger deutlich für sich, er wirkte alles in allem entschlossener und verdiente sich damit den ersten Auswärtssieg.

Der TVB ließ die große Chance auf den dritten Tabellenplatz aus. „Wir haben nicht nur zwei Punkte verloren, sondern auch jede Menge Selbstvertrauen“, sagt Schweikardt. Das hat sich sein Team mit dem Auswärtssieg in Nordhorn, dem Punktgewinn in Aue und dem Pokalsieg gegen den Erstligisten TV Emsdetten hart erarbeitet. Um den Kontakt zu den Aufstiegsplätzen nicht zu verlieren, darf der TVB am Freitag in Rostock nicht leer ausgehen.

Karten zu gewinnen

Die Sportredaktion verlost für das Spiel zwischen dem TV Bittenfeld und dem VfL Bad Schwartau in der Stuttgarter Scharrena am Sonntag, 24. November (17 Uhr), dreimal zwei Eintrittskarten sowie zweimal zwei VIP-Tickets.

Wer mitmachen will beim Gewinnspiel, muss zwei Voraussetzungen erfüllen: Er muss Abonnent der Waiblinger Kreiszeitung, der Schorndorfer Nachrichten, der Welzheimer Zeitung oder der Winnender Zeitung sein. Und er muss sich auskennen im Handball.

Hier die Frage: Die eine oder andere Stadt hat einen Kosenamen – auch die des nächsten Bittenfelder Heimspielgegners. Wie wird Bad Schwartau betitelt: a.) Marzipanstadt oder b.) Marmorstadt oder c.) Marmeladenstadt?

Wenn Sie es wissen und eine der vier Tageszeitungen des ZVW abonniert haben, schicken Sie die Lösung unter Angabe Ihres Namens und Ihrer Adresse bis spätestens Sonntag, 17. November, an die Sportredaktion: per E-Mail (thomas.wagner@zvw.de), Fax (07151/566-402) oder per Post (Zeitungsverlag Waiblingen, Sportredaktion, Albrecht-Villinger-Straße 10, 71332 Waiblingen).

Karten im Vorverkauf gibt es bei Easy-Ticket (0711/2555555  / www.easyticket.de) und auf der TVB-Geschäftsstelle, Schillerstraße 64,  07146/2818750, Fax: 07146/2818755, Mail: moh@tvb1898.de.

Zum Auswärtsspiel in Leutershausen am Mittwoch, 4. Dezember (20 Uhr), ist wieder ein Fan-Bus geplant. Abfahrt am TVB-Vereinsheim ist um 17.30 Uhr, die Rückfahrt ist 30 Minuten nach Spielende geplant. Anmeldungen sind sofort bei Horst Jung möglich: carpediem.hjung@t-online.de; 07146/5938 per Telefon/Fax.