Die Hoffnung auf einen ‚Sahnetag‘

Von größeren Verletzungen sind die Bittenfelder in den ersten acht Spielen verschont geblieben, nun hat es sie doch erwischt. Mit Dennis Szczesny fällt ausgerechnet einer aus, der bis dato eine ganz starke Saison spielte. Nach zehn Minuten im Spiel in Nordhorn griff sich der TVB-Youngster an den Oberschenkel, gestern gab’s die Diagnose: Teilriss des Adduktorenmuskels, die Ärzte gehen von einer rund dreiwöchigen Pause aus.

Weil die Bittenfelder am Wochenende spielfrei sind und die Partie gegen Leipzig auf den 26. November verlegt worden ist, wird der 18-Jährige vermutlich zwei Spiele verpassen: das Pokalspiel am Mittwochabend und die Auswärtspartie gegen den EHV Aue am 6. November. Wenn der Heilungsverlauf normal verläuft, dürfte Szczesny am 10. November im Heimspiel gegen die Rimpar- Wölfe sein Comeback feiern.

Die Erinnerungen an den Pokalgegner TV Emsdetten könnten schlechter sein. Im Hinspiel der vergangenen Saison unterlagen die Bittenfelder zwar auswärts mit 26:32. Im Rückspiel jedoch gelang die große Überraschung: Der spätere Erstliga-Aufsteiger führte vor dem 27. Spieltag die Tabelle mit elf Punkten auf den ersten Nichtaufstiegsplatz an, doch in der Scharrena gab’s nichts zu holen: Im zweiten Spiel unter der Regie des Trainergespanns Jürgen Schweikardt/Heiko Burmeister besiegte der TVB den Favoriten mit seiner bis dato besten Saisonleistung mit 31:27.

Am Aufstieg des TV Emsdetten änderte dies freilich nichts. In der ersten Liga indes ist der Bittenfelder Pokalgegner noch nicht richtig angekommen: Lediglich am vierten Spieltag, beim 24:23 gegen den TSV GWD Minden, gab’s Grund zum Jubeln. Nach zehn Spielen ziert der vom Verletzungspech arg gebeutelte TV Emsdetten mit 2:18 Punkten den Schluss der Tabelle.

Liegt darin die große Chance des TV Bittenfeld? Schließlich dürfte der Leistungsunterschied zwischen einem abstiegsgefährdeten Erstligisten und einem ambitionierten Zweitligisten nicht allzu groß sein. „Wir sind trotz allem nicht mehr als ein Außenseiter“, sagt der Bittenfelder Trainer Jürgen Schweikardt. Er sieht den TV Emsdetten gegenüber der vergangenen Saison deutlich besser aufgestellt – auch wenn sich dies an den Punkten nicht ablesen lasse.

„Mit diesem Kader wäre Emsdetten in der 2. Liga in diesem Jahr der absolute Top-Favorit“, sagt Schweikardt. „Ich denke, die Mannschaft muss sich noch finden. Außerdem hat sie ja noch einen neuen Trainer.“ Der heißt Gennadij Chalepo und war zuvor unter anderem bei der HSG Wetzlar und beim TV Nettelstedt tätig.

Mit fünf neuen Spielern ist der TVE in die Saison gestartet, allesamt kamen aus dem Ausland: Steffen Berg Lokkebo (Norwegen), Oddur Getarsson (Island) und Nikola Prce (Bosnien-Herzegowina) sind Nationalspieler ihres Landes. Aus Slowenien wechselte Uros Paladin zum Aufsteiger, Johan Koch aus Schweden.

Stammspieler haben die Emsdettener nicht verloren. Das heißt, die Bittenfelder Fans werden sich an den einen oder anderen Akteur erinnern. Beispielsweise an den „weißrussischen Bären“ im Tor, Vitali Feshchanka. Oder an den Spielmacher Olafur Ragnarsson. Für den TVB-Coach Jürgen Schweikardt war der Isländer im vergangenen Jahr der Spieler der Saison in der 2. Bundesliga.

Auch wenn der TV Bittenfeld in der Außenseiterrolle ist: Das Ziel ist der Einzug in die dritte Runde – in der Hoffnung, dort den ganz großen Namen zu ziehen. Manch einer träumt vom THW Kiel in der Scharrena. „Wir brauchen aber einen Sahnetag, wenn wir die Überraschung schaffen wollen.“

Info

Es gibt noch genügend Tickets an der Abendkasse.