Trauer ist nicht so groß beim TVB

Nachdem Dennis Szczesny den finalen, direkten Freiwurf übers Tor gehämmert hatte, war der Jubel groß bei den Spielern des TV Großwallstadt. Nach drei Niederlagen in Folge feierte der Erstliga-Absteiger das 25:25-Unentschieden vor 4500 Zuschauern wie einen Sieg. Und als eine Viertelstunde später Jürgen Schweikardt und Khalid Khan einträchtig durch die Katakomben der Porsche-Arena zur Pressekonferenz schritten, war unschwer zu erkennen, wer der glücklichere der beiden Trainer war.

Die Bittenfelder hatten bei ihrem 25. Auftritt in der Porsche-Arena auf zwei Punkte gehofft – und die waren zum Greifen nahe. Doch wieder einmal scheiterte der TVB an der fehlenden Konstanz und an der in der entscheidenden Phase schwachen Chancenauswertung. Und wie so oft in solchen Spielen kam Pech hinzu: Den Schiedsrichtern Marcus Hurst und Mirko Krag fehlte Sekunden vor der Schlusssirene der Mut, nach einem Foul an Michael Schweikardt auf Siebenmeter zu entscheiden.

Natürlich wurde über diese möglicherweise entscheidende Szene nach der Partie heftig diskutiert. „Die Schiedsrichter haben nicht gepfiffen“, sagte der Gästetrainer Khalid Khan, als er von Moderator Jens Zimmermann bei der Pressekonferenz auf die rustikale Aktion seiner Defensive angesprochen wurde. „Wenn sie allerdings auf Siebenmeter entschieden hätten, hätte man auch nicht von einer Fehlentscheidung sprechen können.“

Jürgen Schweikardt wollte den Ausgang der Partie nicht ausschließlich an diesem nicht erfolgten Siebenmeterpfiff festmachen. Viel mehr ärgerte sich der Bittenfelder Trainer darüber, dass seine Spieler den Großwallstadter Torhüter Milos Putera zum Helden gemacht haben mit etlichen unkonzentrierten Abschlüssen.

Kurz nach dem Abpfiff trauerte Schweikardt dem verlorenen Punkt nach, gestern indes war die Laune schon wieder deutlich besser. „Das 25:25 fühlt sich nicht mehr wie eine Niederlage an“, sagte er. „Dass viele Dinge nicht für uns gelaufen sind, müssen wir einfach so akzeptieren.“

Schweikardt lobt das Engagement seiner Spieler

In seiner Funktion als Geschäftsführer war Schweikardt zunächst einmal froh, „dass die Veranstaltung so gut gelaufen ist“. Mit knapp über 4500 Zuschauern war die Porsche-Arena besser gefüllt als die TVB-Verantwortlichen befürchtet hatten angesichts des schwierigen Termins. Der Sonntag stand schließlich nicht nur in Konkurrenz mit den Heimspielen der Rems-Murr-Vereine, die regelmäßig zu Gast sind bei den Partien des TVB. Auch dürfte der letzte Tag des Volksfestes und der Fellbacher Herbst so manchen Fan ins Freie gelockt haben.

Diejenigen, die den Weg in die Porsche-Arena vorzogen, bekamen ein spannendes und teilweise hochklassiges Spiel zu sehen. „Besonders gefallen hat mir, dass wir Leidenschaft gezeigt haben. Auch die Abwehr war über weite Strecken stabil“, sagt Schweikardt. Allen voran Florian Schöbinger, Dominik Weiß und Tobias Schimmelbauer hätten gute Arbeit geleistet. In der Offensive spielte Dennis Szczesny mit unbändigem Willen, auch Michael Schweikardt zeigte sich verbessert. „Ihm hat noch ein bisschen das Glück gefehlt“, sagt sein Bruder und Trainer. „Aber das Spiel war ein wichtiger Schritt nach vorne für ihn nach schwierigen Wochen.“ Auf Rechtsaußen bekam der junge Michael Seiz erneut den Vorzug vor Peter Jungwirth und machte seine Sache gut. „Er hat hinten keinen Fehler gemacht und hatte eine hundertprozentige Wurfquote“, sagt Schweikardt.

Der TVB steht nun vor schwierigen Aufgaben: Zwischen den beiden Auswärtsspielen in Nordhorn und Aue gastiert Erstligist Emsdetten im DHB-Pokal in Stuttgart.