„Großwallstadt ist überragend besetzt“

Eigentlich war den Bittenfeldern der frühe Termin Mitte Oktober zum ersten Saisonspiel in der Porsche-Arena gar nicht so recht. Auf der anderen Seite könnte der Gegner zugkräftiger kaum sein: Siebenmal war der TV Großwallstadt Deutscher Meister, viermal DHB-Pokalsieger und zweimal Europapokalsieger. Die glorreichen Zeiten liegen zwar ein paar Jahre zurück, eine Marke ist der TVG aber nach wie vor. Und weil Tradition verpflichtet, haben die Großwallstädter auch nach dem Abstieg einen exquisiten Kader beisammen.

Wollen die Bittenfelder auch in ihrem vierten Heimspiel ungeschoren davonkommen, müssen sie gegenüber dem jüngsten Auftritt deutlich zulegen. Die Leistung bei der 22:29-Niederlage in Friesenheim war überschaubar. Weniger Tore erzielten die Bittenfelder zuletzt am 19. November 2011 beim 21:22 in Erlangen. Das Dumme in Friesenheim war jedoch, dass nicht nur die Offensive schwächelte. 19 Gegentreffer in den zweiten 30 Minuten sind weit entfernt von dem, was sich der Trainer vorstellt.

„Wir haben es Friesenheim recht leicht gemacht“, sagt Jürgen Schweikardt. Die Konzeptionen seien schlampig gespielt worden, auch das Kleingruppenspiel sei schlecht gewesen. „Wir hoffen, dass wir das Spiel richtig analysiert haben.“

Auch in Großwallstadt war die Stimmung schon besser. Offensichtlich hat der TVG noch immer am Abstieg aus der 1. Liga zu knabbern. In der 2. Liga läuft’s alles andere als nach Plan. Mit 4:8 Punkten steht der TVG auf dem 15. Rang. Zuletzt setzte es gegen den ASV Hamm-Westfalen eine 31:33-Niederlage. Der Trainer Khalid Khan sagte dem Main-Netz zwar, er sei „weit davon entfernt, in Panik zu verfallen“. Irgendwann jedoch, das weiß auch er, muss er Punkte holen – selbst wenn die Großwallstädter vor der Saison bei der Angabe der Ziele äußerst zurückhaltend waren.

Gleich 13 Spieler haben den Verein nach dem Abstieg verlassen. Unter anderem Andreas Wolff, Michael Thiede, Oliver Köhrmann, Runar Karason, Martin Galia und Joakim Larsson. Mit Fannar Thor Fridgeirsson (HSG Wetzlar), Milos Putera (HBW Balingen-Weilstetten), Victor Hugo Lopez (Naturhouse La Roja/Spanien) und Mirko Nikolic Kajic (Brixen) holte der TVB keine No-Names an den Untermain. Zudem hielten einige starke Spieler dem Verein die Treue: der israelische Nationalspieler Chen Pomeranz, die deutschen Auswahlspieler Michael Spatz und Maximilian Holst oder der Abwehrchef der isländischen Nationalmannschaft, Sverre Jakobsson.

„Von den Einzelspielern her ist Großwallstadt überragend besetzt“, sagt Jürgen Schweikardt. Je länger die Saison dauere, desto besser werde die neu zusammengestellte Mannschaft harmonieren. Dem Trainer ist’s gar nicht so recht, dass Großwallstadt in Hamm verlor. „Der TVG wird gegen uns höchst motiviert und aggressiv zu Werke gehen. Darauf müssen wir uns einstellen.“ Bei einem Sieg setzte sich der TVB mit 10:4 Punkten an der Spitze fest. „Sicher ist es ein wichtiges Spiel“, sagt Schweikardt. „Es ist aber kein entscheidendes.“

Lars Friedrich, der unter der Woche kränkelte, geht es besser. Schweikardt geht davon aus, dass der Linkshänder am Sonntag auflaufen wird. Ein kleines Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Simon Baumgarten: Der Kreisläufer hat sich in Friesenheim eine Sprunggelenksverletzung zugezogen.

Info

Karten im Vorverkauf gibt es bei Easy-Ticket (0711/2555555 / www.easyticket.de) und auf der TVB-Geschäftsstelle, Schillerstraße 64, 07146/2818750, Fax: 07146/2818755, Mail: moh@tvb1898.de.

Zudem kann am heimischen PC die Eintrittskarte bequem über das Verfahren print@home direkt selbst ausgedruckt werden.