Riesig: „Krake“ Müller und Szczesny

Den Bittenfeldern schien offensichtlich noch die Niederlage in Altenholz in den Knochen zu stecken. Viel zu behäbig, engmaschig und ideenlos bauten sie ihre Angriffe auf, die flinke 6:0-Deckung der Hildesheimer wurde vor keine allzu großen Probleme gestellt. Anders die Defensive des TVB, die zu passiv und unkonzentriert agierte und sich haarsträubende Fehler erlaubte. Der in den ersten 30 Minuten überragende Michael Qvist düpierte die Abwehr des TVB immer wieder mit Schlagwürfen.

Erschwerend hinzu kam, dass der TVB-Keeper Jürgen Müller recht schlecht ins Spiel fand. Nach zehn Minuten führten die Gäste mit 7:4, nach 20 Minuten völlig verdient mit 10:6. Der TVB wirkte ratlos. Weder Michael Schweikardt noch Alexander Heib hatten Lösungen parat. Der Kreis war gut abgeschirmt, die Außen hingen in der Luft.

Zwei Lichtblicke indes gab’s: Müller steigerte sich erheblich, und Dennis Szczesny hielt den TVB mit etlichen mutigen Aktionen im Spiel. So verkürzte das Heimteam den zwischenzeitlichen Fünf-Tore-Rückstand zur Pause wenigstens auf drei Treffer zum 11:14.

Szczesny war es auch, der nach der Pause zur Aufholjagd blies. Der TVB hatte plötzlich eine ganz andere Körpersprache, kämpfte sich über die nun aggressivere Abwehr ins Spiel zurück. Qvist und seine Nebenleute kamen kaum mehr zu einem ordentlichen Abschluss – und wenn, dann fischte sich „Krake“ Müller die Bälle seelenruhig. Am Keeper des TVB verzweifelten die Gäste nach und nach. Müllers Pendant Dennis Klockmann, vor der Pause noch stark, stand deutlich in Müllers Schatten.

Der gute Lars Friedrich erzielte mit drei Toren in Folge die 17:16-Führung (39.), Fortan waren die Bittenfelder klar spielbestimmend. Hildesheim wirkte konsterniert, auch schienen die Kräfte zu schwinden. Der TVB wurde immer sicherer in seinen Aktionen. Alexander Heib sorgte beim 22:19 für die erste Drei-Tore-Führung, Florian Schöbinger legte zum 24:19 nach (51).

Der Hildesheimer Coach Gerald Oberbeck nahm in der Verzweiflung binnen drei Minuten zwei Auszeiten und versuchte zu retten, was nicht mehr zu retten war. Zweieinhalb Minuten vor Schluss kam Hildesheim nach ein paar leichten Fehlern der Bittenfelder zwar auf 23:25 heran, doch Schweikardt machte in Unterzahl mit dem 26:23 alles klar.

Am Ende stand der 26:24-Sieg des TVB, den er sich dank einer enormen Leistungssteigerung auch völlig verdient hatte.

TV Bittenfeld:

Müller, Sdunek; Schimmelbauer, Schöbinger (2), Kienzle, Weiß (2), Schweikardt (2), Friedrich (9/2), M’Bengue, Jungwirth (1), Baumgarten (2), Seiz, Szczesny (7), Heib (1).

Eintracht Hildesheim:

Klockmann, Kinzel; Tzimourtos (2), Nikolov, Stüber (1), Hoffmann (3), Qvist (5), John (3), Weißbach, Lungela (2), Chantziaras, Kabengele (5/3), Tzoufras (3), von Hermanni.