TVB punktet nicht in Altenholz

Stickig und extrem schwül war’s in der Altenholzer Edgar-Meschkat-Halle am Samstagabend, der Schweiß floss in Strömen und die Wischer waren im Dauereinsatz. Die außergewöhnlich vielen Unterbrechungen ließen die Bruttospielzeit auf fast zwei Stunden anschwellen. Die Bedingungen seien nahe der Belastungsgrenze gewesen, sagte der Altenholzer Mannschaftsarzt Constantin Baumgarte den Kieler Nachrichten.

Freilich: Eine Entschuldigung für den vor allem in den ersten 30 Minuten äußerst durchwachsenen Auftritt der Bittenfelder war dies nicht. Deren Trainer Jürgen Schweikardt sprach kurz nach dem Spiel von einer der „schlechtesten ersten Halbzeiten“, die er je von seiner Mannschaft gesehen habe. Mit zwei Tagen Abstand fiel das Urteil zwar nicht mehr ganz so vernichtend aus, die Statistik der ersten 30 Minuten ließen den Trainer aber immer noch erschaudern: Lediglich achtmal musste der starke Altenholzer Torhüter Florian Hossner den Ball aus dem Netz holen. Zwölf Würfe – inklusive vier (!) Siebenmeter – landeten am Pfosten, an der Latte, neben oder über dem Tor oder am Körper des Keepers.

Das Ärgerliche für Schweikardt war, dass die Defensive vor dem guten Jürgen Müller in den ersten 30 Minuten ordentlich stand und nur elf Gegentore kassierte. Bei einer einigermaßen ordentlichen Chancenauswertung wäre der TVB also mit einer Führung in die Halbzeit gegangen.

Weil sich die Offensive um den treffsicheren Kreisläufer Simon Baumgarten nach der Pause steigerte, kämpfte sich der TVB nach und nach heran und schien auf dem besten Wege, die Partie frühzeitig für sich zu entscheiden. Aus dem 13:16-Rückstand machte der Favorit die 21:18-Führung. Ein technischer Fehler und eine Zeitstrafe verhinderten, dass sich der TVB absetzte. Auch die Abwehr packte nun nicht mehr so entschlossen zu wie im ersten Spielabschnitt. Zudem hatte Bittenfeld Pech mit der einen oder anderen Schiedsrichterentscheidung und eigenen Aktion.

So glitt Daniel Sdunek der bereits parierte, glitschige Ball durch die Hände, und Michael Schweikardt rutschte auf den feuchten Boden aus. Binnen sieben Minuten drehte der Aufsteiger den 20:22-Rückstand zur 26:23-Führung – das war’s aus Sicht der Bittenfelder.

„In dieser Phase ist einfach alles gegen uns gelaufen“, sagt Schweikardt. „Das ist ärgerlich, doch solche Tage gibt’s. Es war ein komisches Spiel.“ Kämpferisch könne er seinen Spielern keinen Vorwurf machen, ein bisschen mehr Konzentration im Abschluss indes hätte er sich schon gewünscht. „Aber so ist das eben: Mit jedem verworfenen Ball geht das Selbstvertrauen flöten.“

So schwer verdaulich die Niederlage für Schweikardt war: Bereits gestern sei das Spiel kein Thema mehr gewesen, sagt er. Die Konzentration gelte nun der nächsten Aufgabe am Freitag in der Scharrena gegen Hildesheim. Die Eintracht fegte zuletzt den ASV Hamm mit 36:23 aus der Halle.