Erste Auswärtsniederlage für die WILD BOYS

Dabei hatte es nach einem holprigen Start in die Partie eigentlich ganz gut für den TV Bittenfeld 1898 ausgesehen. Den 0:2-Rückstand in der Fremde konnten Lars Friedrich und Tobias Schimmelbauer postwendend ausgleichen, von da an begann eine sehr ausgeglichene und vor allem zerfahrene Partie. Die Zuschauer in der überhitzten Edgar-Meschkat-Halle bekamen schwere Kost zu sehen: Ganze acht Minuten lang fiel nach dem 4:4 (6.) kein Treffer mehr, beiden Mannschaften unterliefen teilweise haarsträubende technische Fehler.

Weitere drei Minuten lang leuchtete unverändert das 5:5 (14.) von der Anzeigetafel. Die Gründe für die torarme erste Hälfte lassen sich schnell ausmachen. Vier technische Fehler, fünf Latten- und Pfostentreffer sowie vier verworfene Siebenmeter verhinderten, dass der TV Bittenfeld 1898 seiner Favoritenrolle gegen den Aufsteiger gerecht werden konnte. Torhüter Jürgen Müller hielt seine Mitspieler zumindest im ersten Durchgang mit einigen guten Paraden im Spiel, verhinderte einen noch höheren Vorsprung zur Halbzeit. Sein Gegenüber Florian Hossner zeigte während der gesamten Spielzeit eine starke Leistung im Altenholzener Kasten.

Im zweiten Durchgang baute der TSV Altenholz sogar seine 11:8-Pausenführung weiter aus. Max Lipp und Patrick Starke markierten die Treffer zum zwischenzeitlichen 14:10 (33.) für die Hausherren – Bittenfeld schien die Partie endgültig aus den Händen zu gleiten. Zwei weitere Treffer durch den unermüdlich ackernden Simon Baumgarten brachten den TVB wieder auf 16:16 (42.) heran. Eine der beiden Schlüsselszenen sollte in der 46. Minute folgen, als der eingewechselte Daniel Sdunek den Siebenmeterversuch von Mathias Wegner parierte und im Gegenzug Friedrich auf 20:18 für den TVB erhöhte. Dominik Weiß legte sogar zum 21:18 nach, Bittenfeld schien nun das Zepter an sich zu reißen.

Doch wie so oft riss der Lauf des TVB, nicht zuletzt wegen den unzähligen Unterbrechungen, um den Hallenboden vom Schweiß der Spieler zu befreien. So dauerte die Partie beinahe zwei Stunden lang, ein wirklicher Spielfluss kam deshalb nie zustande. Nach der zweiten Schlüsselszene – Michael Schweikardt lief den Konter zum 23:20, wurde dabei in vollem Lauf von seinem miteilenden Gegenspieler von hinten gestoßen, ein Schiedsrichterpfiff blieb hier vollständig aus – verloren die WILD BOYS endgültig den Faden und nichts lief mehr zusammen. Patrick Starke markierte zwei Treffer in Folge, Altenholz führte vier Minuten vor dem Ende erneut. Und legte nach. Mathias Wegner zum 27:23 für den Aufsteiger besorgte den Rest, die Partie war entschieden. Michael Seiz erzielte mit dem Schlusspfiff den einzigen Siebenmetertreffer des verkorksten Abends für den TVB.

„Das war mit Sicherheit eine der schlechtesten ersten Halbzeiten, die ich bislang überhaupt beim TVB gesehen habe“ sagte ein enttäuschter TVB-Coach Jürgen Schweikardt, der seit 2004 im Verein tätig ist. „Meinem Team kann ich jedoch eigentlich keinen Vorwurf machen, was Einsatz, Kampfgeist und Engagement angeht. Wir hatten heute Abend einfach sehr großes Wurfpech und haben in den entscheidenden Situationen nicht die Entscheidung zu unseren Gunsten erzwingen können“ fügte er hinzu. Schweikardt bemängelte lediglich die letzte Konsequenz vor dem gegnerischen Tor. Der TV Bittenfeld 1898 steht damit bereits jetzt erneut unter Zugzwang vor dem nächsten Heimspiel am kommenden Freitag gegen die Eintracht Hildesheim.

TSV Altenholz:
Hossner, Weber – Lipp (2), Calvert, Opderbeck, Volquardsen (3), Reinert, Köpke (2), Wegner (8), Kastening, Starke (6), Röder, Boldt (3), Abelmann-Brockmann (3).
 
TV Bittenfeld 1898:
Sdunek, Müller – Schimmelbauer (3), Schöbinger (1), Kienzle, Weiß (1), Schweikardt (1), Friedrich (6), M’Bengue, Jungwirth, Baumgarten (7), Seiz (3), Szczesny (2), Heib (1).