Große Emotionen und ein Sieg zum Abschluss

Nur wenige Bittenfelder Fans eilten nach dem Schlusspfiff der guten Schiedsrichter Florian Gerhard und Tobias Küsters um kurz nach 21 Uhr ins Foyer der Scharrena, wo die zweiten 45 Minuten des DFB-Pokalfinales zwischen dem VfB und den Bayern auf einer großen Leinwand zu sehen waren. Es gab Wichtigeres zu erledigen: Minutenlang feierten die Zuschauer Adrian Wehner, der nach zwölf Jahren sein letztes Heimspiel für die Bittenfelder bestritt und noch mal ein wichtiger Bestandteil des Teams war, das den HC Erlangen mit einer starken Leistung nach der Pause in die Knie zwang.

Bis es soweit war, musste der TVB Schwerstarbeit leisten. Die Erlanger zeigten, weshalb sie die wenigsten Gegentreffer in der 2. Liga kassiert haben: Die bewegliche 5:1-Deckung machte es dem Gastgeber schwer, zu einem vielversprechenden Abschluss zu finden. Und auch in der Offensive kombinierten die Franken gefällig und führten nach vier Minuten mit 3:0.

Ein schöner Dreher von Simon Baumgarten brachte zwar den 3:3-Ausgleich, doch der TVB hatte weiterhin enorme Probleme. Die 6:0-Deckung war zu passiv und erlaubte den Gästen immer wieder leichte Tore. Nach zwölf Minuten sah’s beim 4:8-Rückstand nicht allzu gut aus für Bittenfeld, das zudem wieder einmal Schwächen im Überzahlspiel zeigte: Zweimal kassierte der TVB hier Gegentreffer.

Beim 6:11 nach 16 Minuten stellte der Bittenfelder Interimstrainer Jürgen Schweikardt die Abwehr von 6:0 auf 5:1 um, was sich als kluge Entscheidung erwies. Zudem fand der TVB-Torhüter Daniel Sdunek immer besser ins Spiel. Michael Schweikardt störte den Spielfluss der Erlanger erheblich, dahinter standen Adrian Wehner, Dennis Szczesny und Simon Baumgarten sicher. Im Angriff agierte der TVB nun mit mehr Zug und Tempo. Nach Peter Jungwirths Treffer zum 10:12 (17.) war Bittenfeld endgültig im Spiel.

Die Gäste wirkten verunsichert, kamen kaum mehr zum Torabschluss. Mit Müh‘ und Not retteten sie den 15:14-Vorsprung in die Pause. Der TVB hatte in 13 Minuten nur drei Gegentreffer kassiert und den anfänglichen Erlanger Elan gestoppt.

Ausgeglichen ging’s nach der Pause zunächst weiter. Tobias Schimmelbauer besorgte beim 17:16 (34.) die erste Führung für den TVB. Szczesny legte zum 20:18 nach (41.) und läutete den starken Bittenfelder Endspurt ein. Angetrieben vom guten Michael Schweikardt und dem überragenden Lars Friedrich, gewann die Bittenfeld mehr und mehr die Oberhand und setzte sich zum 22:18 (45.) und 24:20 ab (49.).

Auch die Rote Karte gegen Baumgarten nach einem Foul an Nikolai Link wirkte sich nicht negativ aus. So kam Alexander Bischoff aus dem Perspektivteam am Kreis zum Einsatz. Ihm gelang zwar kein Treffer, er machte seine Sache aber ordentlich.
Erlangen stemmte sich gegen die Niederlage. Und so entwickelte sich in der Schlussphase ein bisweilen hitziges Spiel, das die Bittenfelder aber nicht mehr aus der Hand gaben. Sdunek war kaum noch zu überwinden, Schweikardts Tor zum 26:21 bedeutete neun Minuten vor dem Ende die Vorentscheidung.

Auf mehr als vier Tore ließ der TVB den HCE nicht mehr herankommen, nach Szczesnys 28:23 (57.) gab’s keinen Zweifel mehr am verdienten Sieger. Erlangen versuchte mit einer 4:2-Deckung zu retten, was nicht mehr zu retten war. Der TVB brachte das letzte Heimspiel souverän mit 29:25 über die Runden.

TV Bittenfeld: Sdunek, Müller; Schimmelbauer (4), Bischoff, Kienzle, Schweikardt (6/1), Friedrich (9/2), Jungwirth (4), Baumgarten (2), Wehner (2), Seiz, Szczesny (2).

HC Erlangen: Goebel, Selke; Weltgen (2), Schwandtner (2), Münch (3), Krämer (4), Nienhaus (3), Hess (1), Pankofer (2/1), Stumpf (2), Halota, Böhm, Link (4), Grünert (2).