Weiß vor Operation, Schweikardt gesperrt

Mit dem dritten Sieg in Folge wären die Bittenfelder auf den fünften Platz geklettert. Bei der 33:35-Niederlage in Saarlouis fehlten nur Nuancen – in einem ausgeglichenen Spiel, in dem einiges geboten war. Allen voran in der Schlussphase: Nach 48 Minuten führte der TVB mit 28:26 und leistete sich in dieser womöglich vorentscheidenden Phase zwei Fehlwürfe, einen Ballverlust und musste eine Zeitstrafe hinnehmen. Saarlouis drehte die Partie mit vier Toren in Folge zum 30:28.

Entwarnung bei Schöbinger: Starke Prellung statt Bruch

Noch einmal hatten die Bittenfelder die Chance zum Sieg: Fünf Minuten vor dem Ende wurde Michael Schweikardt, der von der Saarlouiser Abwehr kaum zu halten war, auf Kosten eines Strafwurfs gestoppt. Der Gefoulte, der zuvor sämtliche fünf Siebenmeter verwandelt hatte, überließ beim 31:31 Lars Friedrich – und der warf den Ball prompt neben das Tor.

Beim nächsten Angriff der HG war für Friedrich nach der dritten Zeitstrafe das Spiel beendet. Und zu allem Unglück hielten die Schiedsrichter Harald Schembs/ Markus Weyell beim 34:32 für Saarlouis eineinhalb Minuten vor Schluss Michael Schweikardt nach einem Foul gegen Tim Suton die Rote Karte unter die Nase.

Ein Ausschluss mit Folgen: Gestern bekamen die Bittenfelder den Bericht zugeschickt: Der Spielmacher ist bis einschließlich Freitag, 24. Mai, gesperrt. Das bedeutet, der TVB muss lediglich am Sonntag im Heimspiel gegen Ferndorf auf Schweikardt verzichten. Das Spiel darauf steigt erst am Sonntag, 26. Mai, in Hildesheim.

Die Saison auf keinen Fall zu Ende spielen wird Dominik Weiß. Der Rückraumspieler plagt sich bereits längere Zeit mit einer Schulterverletzung herum. Die Supraspinatusssehne macht Ärger, entzündet sich immer wieder. In einem operativen Eingriff soll nun ein Stück Knochen geglättet werden. Gut möglich, dass Weiß bereits am Sonntag nicht mehr dabei sein wird. Mindestens drei Monate dürfte danach ans Handballspielen nicht mehr zu denken sein, rechtzeitig zur Vorbereitung auf die neue Saison soll „der Lange“ wieder fit sein.

Einsatz von Florian Schöbinger unklar

Nicht ganz so schlimm wie zunächst befürchtet ist die Handverletzung von Florian Schöbinger, die er sich im Spiel gegen den SV Henstedt-Ulzburg zugezogen hat. Gebrochen ist nichts, die starke Prellung könnte einem Einsatz am Sonntag aber noch im Wege stehen.

In Saarlouis hätten die Bittenfelder ihren Allrounder gut gebrauchen können – vor allem in der Defensive. Die offenbarte gegen die zweikampfstarken Saarländer zu viele Lücken. „Da waren wir nicht immer auf dem Posten“, sagt der Bittenfelder Interimstrainer Heiko Burmeister. Die größten Probleme hatte der TVB mit der linken Angriffsseite der Heimmannschaft: Insgesamt 20 der 35 Saarlouiser Tore erzielten die agilen Youngster Tim Suton (17) und Dirk Holzner (23).

Einen guten Eindruck hinterließ auch der jüngste Bittenfelder: Dennis Szczesny, bislang größtenteils in der Abwehr eingesetzt, teilte sich im Angriff die Aufgabe im linken Rückraum mit Weiß. „Dennis hat das gut gemacht“, sagt Burmeister. „Er ging dahin, wo’s wehtut.“ Daraus resultierten Zeitstrafen und Siebenmeter gegen Saarlouis, selbst war Szczesny fünfmal erfolgreich. „Sicherlich fehlt ihm noch ein bisschen die Erfahrung, weil er lange nicht im Angriff gespielt hat“, sagt Burmeister.

Überhaupt waren Heiko Burmeister und Jürgen Schweikardt mit der Offensivleistung des Teams zufrieden. Mehr als 33 Tore gelangen dem TVB zuletzt beim 34:25-Sieg in Friesenheim am 24. Februar. Die Bittenfelder waren hervorragend auf die offensive Abwehr des Gegners vorbereitet, die sie mit Auflösehandlungen und Wechsel immer wieder in Schwierigkeiten brachten.

Nicht ganz so gut geklappt hat das Gegenstoßspiel: Der eine oder andere Konterversuch endete in den Händen des Gegners, der die Chance umgehend zum eigenen Gegenstoß nutzte. Unterm Strich hätte die Angriffsleistung trotzdem für einen Sieg ausreichen müssen. „Wir hätten nur fünf Abwehraktionen für uns entscheiden müssen“, sagt Burmeister.

Trotz der Niederlage blieben die Bittenfelder auf einem einstelligen Tabellenplatz, da auch die Konkurrenten Federn ließen. Mit einem Erfolg gegen den TuS Ferndorf am Pfingstsonntag (17 Uhr) in der Scharrena könnte der TV Bittenfeld die beiden eingebüßten Plätze wieder gutmachen – die Frage ist allerdings, mit welchem Kader er antreten wird.