TVB mit wackeligem Heimsieg gegen die Frogs

In verdutzte Gesichter schaute man am Mittwochabend in der Stuttgarter SCHARRena zwischen der 35. und 45. Minute. Nach einer starken ersten Halbzeit, in der die Bittenfelder WILD BOYS den Gegner dominierten und nichts anbrennen ließen, kam das Team nur sehr schwer wieder in die Gänge nach dem Seitenwechsel und gaben kurzzeitig die Partie aus der Hand. Aus einer 18:16-Führung (35.) wurde innerhalb von zehn Minuten urplötzlich ein verdientes 19:22 für die kämpfenden ‘Frösche‘ aus Henstedt. Der TVB bangte um seine Punkte in eigener Halle. Was war geschehen?

Diese Frage ist schnell beantwortet. Zunächst lief nach der Halbzeit alles noch rund, der TVB erhöhte durch Lars Friedrichs Rückraumkeule auf 16:12 und konnte die solide Abwehrarbeit der ersten dreißig Minuten erneut abrufen. Aber nur kurzzeitig. Es reihten sich einfache Fehler an leichtsinnig vergeben Torchancen, die Gäste aus Henstedt witterten ihre große Möglichkeit. Insgesamt sechs blitzsaubere Paraden des guten Jan Peveling brachten die 1.405 Zuschauer zum Schwitzen, Bittenfeld gab das Kommando komplett ab und lag nach 46 Minuten mit 19:22 zurück. In der Deckung wurden die Lücken größer, der beherzte Zugriff gegen den Gegenspieler fand nicht mehr so konsequent statt.

„Wir haben vor allem im ersten Durchgang eine sehr gute Abwehr gestellt. Danach hatten wir aber erneut so eine Phase im Spiel, in der wir anfangen zu zittern. Da fehlt uns momentan einfach die Sicherheit, um solche Spiele konsequent zuende führen zu können“ sagte Interimstrainer Jürgen Schweikardt beim Pressegespräch mit seinem Kollegen Tobias Skerka. Trotz des verlorenen Fadens in dieser Mittelphase der zweiten Halbzeit fing sich der TVB wieder, angetrieben von einer fantastischen Zuschauerkulisse, die das Team aus seinem vorübergehenden Tief herauszog. Die WILD BOYS konnten dadurch innerhalb von fünf Minuten den Ausgleich wiederherstellen, das wichtige 23:23 (52.) besorgte Kreisläufer Simon Baumgarten.

Zwei starke Szenen von Adrian Wehner sorgten anschließend dafür, dass der TV Bittenfeld 1898 diese Führung nicht mehr hergab. Zunächst erzielte der linke Rückraumschütze den ersehnten Führungstreffer zum 24:23 (54.), danach fing er den langen Konterpass auf Jens Thöneböhn ab. Im Gegenzug markierte Peter Jungwirth von Rechtsaußen das vorentscheidende 25:23 (56.), auch wenn es spannend bis zum Ende blieb. Denn Henstedt verkürzte durch Rasmus Gersch zwanzig Sekunden vor dem Abpfiff auf 26:25, der unbedrängt zum Wurf kommende Michael Schweikardt setzte aber den sicheren Schlusspunkt zum 27:25-Endstand gegen die offene Deckung der Gäste.

TV Bittenfeld 1898:
Sdunek, Müller – Schimmelbauer (3), Schöbinger (2), Kienzle, Weiß (1), M. Schweikardt (4/1), Friedrich (7), Jungwirth (4), Baumgarten (5), Wehner (1), Seiz, Sczcesny.
 
SV Henstedt-Ulzburg:
Peveling, Hampel – Bastian, Pries (7), Makowka, Kohnagel, Lang (2), Gersch (9/5), Lauenroth (3), Völzke (2), Wrage, Jurgeleit, Thöneböhn (2).