WILD BOYS beenden Negativserie gegen Hamm

Die Anspannung bei den Bittenfeldern war enorm nach dem überraschenden Rücktritt ihres Trainers Günter Schweikardt am Donnerstag. Nachdem Peter Jungwith in einem nervenaufreibenden, aber selten hochklassigen Spiel acht Sekunden vor dem Ende mit dem 29:27 für die Entscheidung gesorgt hatte, entlud sich der Ballast in einem kollektiven Jubelschrei.

Ein schönes Spiel war beim zweiten Auftritt des TVB in der Porsche-Arena in dieser Saison nicht zu erwarten. Dafür war es für beide Mannschaften zu bedeutend. Nicht überraschend war’s, dass den Bittenfeldern nach 2:12 Punkten in Serie die Verunsicherung in vielen Situationen anzumerken war. Und der ASV Hamm-Westfalen trat auch nicht gerade mit breiter Brust auf, schließlich steckt er mitten im Abstiegskampf.

So war’s vom Anpfiff weg eine mehr oder weniger zähe Veranstaltung mit vielen Fehlern auf beiden Seiten. Die Bittenfelder agierten mit der ansonsten eher selten praktizierten 6:0-Deckung. Die Gäste verlegten sich auf lange Angriffe, ließen aber zunächst die große Durchschlagskraft vermissen. Die 4:2-Führung für den TVB (6.) hatte nicht lange Bestand, beim 8:7 hatte Hamm die Nase vorn (16.).
Die Bittenfelder kämpften sich ins Spiel. Allen voran die beiden Linkshänder Lars Friedrich und Peter Jungwirth erwischten einen guten Tag. Und in der Abwehr lieferte sich der junge Dennis Szczesny, der eine prima Partie machte, heiße Duelle mit dem ASV-Kreisläufer Björn Wiegers. Bis zur Pause (17:15) blieb das Spiel eng – mit leichten Vorteilen für die Bittenfelder.

Gut kam der TVB aus der Kabine zurück. Jungwirths 21:18 (37.) bedeutete die erste Drei-Tore-Führung für den TVB, Friedrich legte nach zum 23:19. Nach Tobias Schimmelbauers Treffer zum 24:20 (46.) indes folgte eine ganz schwache Phase des TVB. Er blieb acht Minuten ohne Tor, verzettelte sich im Angriff gegen die nun offensivere Gästeabwehr. Und auch die eigene Defensive offenbarte plötzlich Lücken.

Der TVB zeigte Nerven, spätestens nach Marian Orlowskis 24:24-Ausgleich (51.) ging die Angst um. Doch endlich hatte der TVB auch wieder das Glück auf seiner Seite: Zunächst parierte der für Jürgen Müller eingewechselte Daniel Sdunek, dann fand ein Wurf von Michael Schweikardt abgefälscht den Weg ins Tor zum 25:24. Erneut der Spielmacher traf zum 26:25 (54.), ehe Martin Kienzle nach einer ungeschickten Aktion für zwei Minuten vom Feld musste. In den Schlussminuten wurde es dramatisch: Schweikardt behielt beim Siebenmeter zum 27:26 die Nerven, dann vereitelte Sdunek zusammen mit der Latte gleich zweimal den erneuten Ausgleich.

Hamm brachte bereits zweieinhalb Minuten vor Schluss den siebten Feldspieler für den Torhüter und schaffte knapp zwei Minuten vor dem Ende tatsächlich den Anschluss zum 28:27. Nach Schweikardts Fehlwurf begann das große Zittern, doch Sdunek hielt einen freien Wurf von Rechtsaußen und verhinderte den Ausgleich. Gegen die offene Deckung des ASV machte Jungwirth acht Sekunden vor der Schlusssirene beim 29:27 alles klar. Andreas Simons Treffer zum 29:28 kam zu spät.

TV Bittenfeld:
Müller, Sdunek; Schimmelbauer (2), Schöbinger (1), Kienzle (1), Weiß (4), Michael Schweikardt (4/1), Friedrich (8/1), Jungwirth (6), Baumgarten (2), Wehner, Seiz, Szczesny (1).

ASV Hamm-Westfalen:
Storbeck, Friedrich; Struck (6), Huesmann, Andreas Simon (9/2), Wiegers (3), Schneider (4), Macke, Auerbach (1), Hartmann (1), Paul (1), Orlowski (3), Dalhaus.