Durchbeißen in schwieriger Phase

An einen Sieg beim besten Heimteam der Liga hatten nur die kühnsten Optimisten geglaubt. Doch auch wenn die 27:34-Niederlage des TVB bei der HSG Nordhorn-Lingen durchaus einkalkuliert war: Schmerzhaft war sie trotzdem. Nur zwei Punkte haben die Bittenfelder in den sieben Spielen der Rückrunde gesammelt und sind damit auf dem besten Weg, die Negativserie von 3:15 Punkten aus der vergangenen Saison zu toppen.

Zwar liegen nur drei Teams zwischen dem TVB und dem Dritten ThSV Eisenach. Ein zweiter und vielleicht sogar dritter Blick indes auf die Tabelle schadet nicht. Vom Aufstieg spricht bei acht Punkten Rückstand keiner mehr. Genauso groß ist der Abstand zum ersten Abstiegsplatz. Und sollte der TVB auch am kommenden Freitag in der Porsche-Arena gegen den ASV Hamm-Westfalen leer ausgehen, könnte er mit nur sechs Punkten Polster in seine dreiwöchige Spielpause gehen. Und dieser Zustand wäre angesichts der anstehenden Aufgaben gegen den Spitzenreiter TV Emsdetten und den Zweiten Bergischer HC durchaus beunruhigend. Zumal die abstiegsgefährdeten Mannschaften TuS Ferndorf und SV Henstedt-Ulzburg in der Rückrunde fleißig Punkte sammeln.

Bei der Niederlage in Nordhorn zeigte sich zum wiederholten Mal, woran’s derzeit krankt beim TVB. „Wir haben unsere Chancen teilweise schön herausgespielt“, sagt der Trainer Günter Schweikardt. „Allerdings haben wir sie viel zu leichtfertig vergeben.“ Björn Burmester stach seine Bittenfelder Torhüter-Kollegen Jürgen Müller und Daniel Sdunek klar aus. Der Bittenfelder Defensive war das verletzungsbedingte Fehlen von Abwehrchef Jürgen Schweikardt deutlich anzumerken. „Hier waren wir einfach nicht konsequent genug.“

Auch der Angriff offenbarte wieder einmal die bekannten Schwächen – abgesehen von der schwachen Chancenauswertung. Aus dem Überzahlspiel kreieren die Bittenfelder zu selten einen Vorteil. Zudem sind zu viele Spieler ein gutes Stück von ihrer Form der Hinrunde entfernt.

„Es besteht jedoch kein Anlass zu Einzelkritik“, sagt der Trainer. „Unsere schwierige Situation ist als Ganzes zu sehen. Da gibt es viele Ansatzpunkte.“ Es sei an der Zeit, „dass sich die Spieler ihrer Verantwortung bewusst werden“. Jeder müsse einen positiven Beitrag leisten, damit der TVB schnellstmöglich zu alter Stärke zurückfinde. „Wir haben das Zeug dazu, wieder in die Erfolgsspur zu finden.“ Am besten mit einem Sieg am Freitag (20.30 Uhr) in der Porsche-Arena gegen den ASV Hamm-Westfalen. Dann ließe sich die dreiwöchige Spielpause vor der Partie gegen den Liga-Primus Emsdetten am 12. April leichter ertragen.

Die lange Pause, auch der Insolvenz der Schweriner und dem daraus resultierenden Spielausfall geschuldet, kommt Schweikardt nicht ungelegen. Er will sie als dritte Vorbereitungsphase für den Endspurt nutzen. „Wir wissen, was wir verbessern müssen und werden die eine oder andere Maßnahme ergreifen.“ Die personellen Alternativen sind zwar überschaubar. Trotzdem sagt der Coach: „Wir werden den Wettbewerb auf den einzelnen Positionen erhöhen.“