Das Ende der Bittenfelder Aufstiegsträume

Mit einem Sieg im prestigeträchtigen Derby wollte der TVB wieder in die Spur kommen, nach 60 spannenden und hartumkämpften Minuten schlichen die Spieler wieder einmal mit hängenden Köpfen in die Kabine.

Nach der dritten Heimniederlage in Folge hatte es zunächst nicht ausgesehen – auch wenn der TVB, der auf Rechtsaußen mit Michael Seiz und im linken Rückraum mit Adrian Wehner begann, einen klassischen Fehlstart erwischte. Mit einfachen Toren holte sich Bietigheim die 3:0-Führung, der TVB schaffte aber schnell den Ausgleich.

Nach zwölf Minuten sorgte Lars Friedrich beim 8:7 für die erste Bittenfelder Führung. Gästetrainer Jochen Zürn brachte nach einer Viertelstunde den wurfgewaltigen Philipp Schulz, was sich als gute Idee herausstellte. Bei der 11:10-Führung für Bittenfeld netzte er zweimal in Folge ein zum 12:11 (20.) für den Gast. Das war ausgesprochen ärgerlich für den TVB, weil er die Treffer in Überzahl kassierte.

Hektisch wurde es in den letzten zehn Minuten bis zur Pause. Einen nicht unerheblichen Anteil daran hatten die Schiedsrichter Hanspeter Brodbeck und Simon Reich, deren Entscheidungen für kollektives Kopfschütteln sorgten. Bietigheim leistete sich nun einige Fehler im Angriff, die der TVB ausnützte. Nach Dennis Szczesnys 14:12 (22.) lag das Heimteam erstmals mit zwei Toren vorne. In Unterzahl markierte Tobias Schimmelbauer die wichtige 17:13-Pausenführung. Die war verdient. Der TVB spielte vorne konzentriert, die Abwehr stabilisierte sich nach anfänglichen Schwächen.

Dank des energischen Wehner hielt der Vorsprung nach dem Wechsel zunächst (19:15), doch der TVB tat sich zunehmend schwer im Angriff. Zu eng waren die Aktionen angelegt, Bietigheim störte den Rückraum des TVB viel früher und aggressiver und erhöhte im Angriff das Tempo. Beim 21:19 für den TVB hielt der gute Daniel Sdunek zwei freie Chancen. Allein: Die Führung war kurze Zeit später weg. Der Ex-Bittenfelder Pierre Freudl traf zum 21:21 (41.), André Lohrbach zum 23:22 (43.) und zur ersten Gästeführung sei langem.

So richtig in Fahrt kamen nun die Bietigheimer Robin Haller und Christian Schäfer. Sie düpierten die nun löchrige Bittenfelder Abwehr ein ums andere Mal. 13 Minuten vor dem Ende hatte die SG beim 26:23 die Partie endgültig gedreht. Der TVB kam zwar mehrfach auf einen Treffer heran, auch dank des eingewechselten Dominik Weiß. Nachdem Lohrbach per Strafwurf drei Minuten vor dem Ende das 28:31 erzielt hatte und Michael Schweikardt mit einem Siebenmeter an SG-Keeper Milos Hacko scheiterte, war das Derby so gut wie entschieden. Als Sdunek zwei Würfe in Folge parierte, hatte der TVB beim 30:31 noch zehn Sekunden Zeit, mit dem siebten Feldspieler wenigstens einen Punkt zu retten. Der letzte Angriff verpuffte jedoch im Niemandsland.

TV Bittenfeld: Müller, Sdunek; Schimmelbauer (3), Schöbinger (6), Kienzle, Weiß (2), Michael Schweikardt (4/2), Friedrich (5), Jürgen Schweikardt, Jungwirth, Baumgarten (2), Wehner (5), Seiz (1), Szczesny (2).

SG BBM Bietigheim: Hacko, Welz; Haller (7), Rentschler, Timo Salzer, Heuberger (1), Schäfer (7/1), Coors (1), Blodig (2), Durak, Freudl (3), Thorsten Salzer (1), Schulz (4), Lohrbach (5/2).