Erste Heimpleite für schwachen TVB

So leise war´s in der SCHARRena in dieser Saison nach dem Schlusspfiff noch nie. Die Zuschauer sahen eine äußerst schwache Vorstellung des Aufstiegskandidaten gegen einen biederen Gegner. Die Rostocker mussten außer ihrer großen Kampfkraft nicht besonders viel aufbieten, um als erste Mannschaft in dieser Spielzeit die Punkte aus Stuttgart mitzunehmen. Was die Bittenfelder vor allem im Angriff an Fehlern produzierten, ging nicht mehr auf die vielzitierte Kuhhaut. Ganz schlimm zudem: In den letzten fünf Minuten ließ sich der TVB von den Gästen sogar vorführen.

Der Ausfall des erkrankten Kreisläufers Simon Baumgarten dürfte dabei nicht als Ausrede dienen. Zumal dessen Stellvertreter Dennis Szczesny noch zu den besseren Akteuren im Bittenfelder Team zählte.

Die Partie begann so wie von vielen erwartet: Mit einer extrem offensiven Deckung versuchte  Rostock, den Spielfluss des TVB zu stören. Das gelang Empor auch – wobei den Gästen zugutekam, dass der angeschlagene Bittenfelder Spielmacher Michael Schweikardt sich das Treiben in den ersten 30 Minuten von der Bank aus ansah.

Trotz aller Mühe im Angriff hatte der TVB das Spiel bis zur 20. Minute im griff, ging über 4:1 und 7:4 mit 10:7 in Führung. Die Defensive stand gut, bei den Rostockern strahlte alleine Tom Wetzel Torgefahr aus.

Blackout kurz vor der Pause

Nach einer Auszeit indes war´s plötzlich vorbei mit der Bittenfelder Souveränität. Der treffsichere HCE-Linksaußen Vyron Papadopoulus nutzte per Konter zwei leichte Fehler des TVB zum 10:10-Ausgleich (23.). Und in den restlichen Minuten bis zur Pause präsentierte sich der TVB völlig von der Rolle. Zu statisch baute er die Angriffe auf und leistete sich Fehlabspiele en masse. Auch die Deckung verlor zunehmend an Stabilität. So ging Rostock mit der verdienten 15:12-Führung in die Pause.

Mit der Einwechslung von Michael Schweikardt in den zweiten 30 Minuten kam mehr Schwung in den Bittenfelder Angriff. Der Spielmacher sorgte auch für den 15:16- und 16:17-Anschluss. Zum Ausgleich indes reichte es zunächst nicht. Zu fahrlässig ging der TVB weiterhin mit seinen mühsam erspielten Chancen um, vergab dabei gleich fünf Siebenmeter und ein halbes Dutzend freie Chancen. Der Rostocker Torhüter Robert Wetzel wurde von Minute zu Minute stärker.

Tobias Schimmelbauer schaffte beim 19:19 (44.) den ersten Ausgleich nach langer Zeit. Das Spiel in den Griff bekam der Favorit allerdings nicht. Selbst mit zwei Spielern in überzahl spielte der TVB fahrig, kassierte das 20:21. Hoffnung auf die Wende hatten die Fans noch nach dem 21:21 durch Jürgen Schweikardt (50.). Aus der versöhnlichen Schlussphase jedoch wurde nichts – im Gegenteil. Die Bittenfelder zeigten ein schwaches Rückzugsverhalten, patzten im Abschluss und sahen sich beim 21:24 sieben Minuten vor dem Ende auf der Verliererstraße. René Gruszkas Konter zum 23:27 (55.) bedeutete die Vorentscheidung. Auch durch die offene Deckung des TVB ließen sich die Gäste nicht aus der Ruhe bringen und schaukelten den verdienten Sieg zum 31:25 lässig nach Hause.

Der TVB muss nun schleunigst wieder in die Spur kommen. Ansonsten dürfte der Kontakt zu den Aufstiegsplätzen recht schnell verloren sein.

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