„Wir gehen als Favorit ins Spiel“

Eine Niederlage bei einem Aufsteiger schmerzt immer – auch wenn der EHV Aue der stärkste aller vier Neulinge sein dürfte. Die Bittenfelder hatten zu knabbern an der 35:38-Pleite. „Wir wussten, dass es nicht einfach werden würde in Aue“, sagt der TVB-Trainer Günter Schweikardt. „Aber trotzdem waren wir natürlich enttäuscht, dass es nicht zu einem Punktgewinn gereicht hat.“ Übers Spiel sei eingehend gesprochen worden, längst gelte dem Rostock-Spiel die volle Konzentration. „Wir dürfen uns nicht zu lange mit dem Negativen aufhalten und müssen auch die positiven Dinge sehen.“ Davon habe es einige gegeben in Aue. So stimmt den Trainer die über weite Phasen des Spiels ansprechende Angriffsleistung zuversichtlich. „Wir haben teilweise sehr gut kombiniert und tolle Tore geschossen.“

Eine durchschlagskräftige Offensive und eine gehörige Portion Kreativität brauchen die Bittenfelder auch heute Abend gegen die Rostocker, die versuchen, den Gegner mit unterschiedlichen Abwehrvarianten aus dem Konzept zu bringen. Zuletzt hatte der Erstliga-Absteiger Eintracht Hildesheim bei seiner 16:21-Niederlage gegen den HCE riesige Probleme. Dabei sind die Rostocker durchaus auch in der Fremde gefährlich, sie setzten sich unter anderem in Aue (31:25) und in Bietigheim (29:26) durch.

Im hart geführten Hinspiel – die Schiedsrichter verteilten insgesamt elf Zeitstrafen und zwei Rote Karten –, liefen die Bittenfelder dem frühen 2:8-Rückstand über die gesamte Spielzeit hinterher, ließen sich den Schneid abkaufen und mussten sich mit 30:33 geschlagen geben.

Überhaupt nicht in den Griff bekamen die Bittenfelder dabei Gabor Langhans, der mit neun Treffern der beste Empor-Schütze war. Heute Abend wird der Linkshänder allerdings verletzungsbedingt fehlen. Das ist zweifelsfrei ein herber Verlust für das Team von Trainer Rastislav Trtik, der in der Hinrunde von großen Personalsorgen geplagt war. Aus diesem Grund hat sich der Bittenfelder Gegner in der Winterpause auch verstärkt: Vom tschechischen Erstligisten Pilsen kam der Nationalspieler Roman Becvar, der vornehmlich auf der Spielmacherposition zum Einsatz kommen soll. „Das ist ein technisch sehr versierter Spieler“, sagt Günter Schweikardt.

Im linken Rückraum spielt mit Tom Wetzel eine der großen Stützen im Rostocker Spiel – sowohl im Angriff als auch in der Deckung. Linksaußen Vyron Papadopoulos ist griechischer Nationalspieler, auf der anderen Außenbahn spielt der deutsche Junioren-Nationalspieler René Gruszka.

Günter Schweikardt hat Respekt vor dem Gegner, er sagt aber auch. „Wir gehen als Favorit ins Spiel, und dieser Rolle möchten wir gerecht werden.“ Ganz sorgenfrei indes sind die Bittenfelder nicht. Michael Schweikardt ist mit einer Fersenprellung und einer Erkältung gleich doppelt angeschlagen, auch Simon Baumgarten und Florian Schöbinger kränkeln. Dominik Weiß hat noch Trainingsrückstand.