Desolate Rückrundenleistung der WILD BOYS

Als der Asteroid „2012 DA14“ am Freitagabend um 20.30 Uhr an unserer Erde vorbeiraste, hatte der TV Bittenfeld 1898 zeitgleich eine bis dahin dominierende erste Halbzeit innerhalb von nur acht Minuten komplett an den Gegner abgegeben. Bittenfeld führte zunächst mit 4:1 (10.), danach verteidigte das Team den Vorsprung bis zum 8:5 (18.) und schließlich 10:7 (22.). Die Mannschaft schien sich viel vorgenommen zu haben, die Auswärtsschlappe beim EHV Aue sollte vergessen gemacht werden und der Platz im vorderen Tabellendrittel verteidigt werden.

Nichts davon erreichten die WILD BOYS. Für die treuen TVB-Zuschauer begann ab der 22. Minute eine völlig unerwartete Leidenszeit. Sie mussten mitansehen, wie ihr bis dahin gut auftretende Team das fest in den Händen haltende Zepter durch eine Vielzahl von eigenen Fehlern verlor und dem Gegner den Sieg herschenkte. Rostock glich innerhalb von sechzig Sekunden zum 10:10 aus, ging durch den gut agierenden Roman Becvar mit 11:14 (27.) in Führung und schickte die Hausherren mit einem 12:15-Rückstand in die Halbzeitpause.

Was war passiert? Die Frage lässt sich schnell oder auch gar nicht beantworten. Fakt ist, dass es dem Team in den Schlussminuten der ersten Halbzeit und während der gesamten Spielzeit nicht mehr gelang, an die Leistung der Anfangsphase anzuknüpfen. Technische Fehler reihten sich an Fehlwürfe, die solide Abwehrarbeit der ersten Minuten schien wie weggeblasen, die „WILD“ BOYS waren an diesem Abend alles andere als wild und fanden über die gesamte Partie hinweg nicht statt. Kreisläufer Simon Baumgarten musste krankheitsbedingt die Partie am Live-Ticker mitverfolgen, Florian Schöbinger ging angeschlagen ins Spiel, ebenso Dominik Weiß und Michael Schweikardt. Das darf jedoch kein Grund für den insgesamt sehr enttäuschenden Auftritt des Teams sein.

In der zweiten Halbzeit blitzte beim Bittenfelder Publikum noch einmal Hoffnung auf, als der gut aus der Kabine zurückgekehrte TVB den Rückstand nach 45 Minuten zum 19:19 ausglich. Die umkämpfte Partie blieb danach spannend, die glücklosen Hausherren versäumten es allerdings den Führungstreffer zu erzielen. So konnte der TVB beim 21:21 (50.) das Spiel noch offen halten, bis Rostock in Überzahl zum 21:23 erhöhte und wenig später beim 23:27 (55.) durch Rene Gruszka für die Entscheidung sorgte. Die Bilanz des TVB für die letzten fünf Minuten: Vier der insgesamt zwölf Ballverluste und zwei Fehlwürfe auf das Tor des stark haltenden Robert Wetzel sprechen für sich. Ein weiteres großes Manko: Michael Schweikardt, Lars Friedrich, Jürgen Schweikardt und Martin Kienzle verwarfen insgesamt gleich fünf Siebenmeter.

Nach der desolaten Vorstellung seiner Mannschaft fehlten Trainer Günter Schweikardt die Worte. „Das war keine gute Mannschaftsleistung von uns“ sagte er enttäuscht. Für den TVB wird es in den kommenden Wochen sehr schwer. Zunächst steht das Auswärtsspiel bei der TSG Ludwigshafen-Friesenheim auf dem Plan, danach kommt Aufstiegsaspirant Eisenach in die SCHARRena, bevor es zum Erstliga-Absteiger nach Hüttenberg geht. Es folgt danach das Derby gegen die SG BBM Bietigheim. Wo werden die WILD BOYS dann stehen? Das steht noch in den Sternen.

 
TV Bittenfeld 1898:
Müller, Sdunek – Schimmelbauer (3), Schöbinger (3), Kienzle, Weiß, M. Schweikardt (5/3), Friedrich (6), J. Schweikardt (1), Jungwirth (3), Wehner, Szczesny (4), Seiz.
 
HC Empor Rostock:
Kominek, R. Wetzel – Bevcar (6), Dethloff (3), Langhans, Höwt, Gruszka (4/2), Flödl, T. Wetzel (8/1), Sadewasser, Papadopoulus (8), Todosijevic, Wischniewski, Zemlin (2).