TVB bewahrt Unbesiegbarkeit in der SCHARRena

Vielversprechend sah es für die Gäste aus Hildesheim nach den ersten sechs Minuten der Partie aus, als Hildesheim mit 3:0 in Front lag. Der TVB hatte bis dahin sämtliche Torchancen liegen gelassen und musste im Spiel nach vorne immer wieder technische Fehler wegstecken. Erst in der siebten Spielminute erzielte Michael Schweikardt per Unterarm-Kegelwurf den erlösenden ersten Treffer für die WILD BOYS, die nach weiteren sechs Minuten per Doppelschlag durch Peter Jungwirths Gegenstoßtreffer zum 3:3 (13.) ausgleichen konnten. Vor allem die Abwehrreihen beider Teams dominierten diese Anfangsphase, in der auf Bittenfelder Seite einmal mehr Jürgen Müller eine herausragende Leistung abrief. Er parierte mehrere Konterversuche und sorgte dafür, dass die angereisten Gäste nicht schon frühzeitig davonziehen konnten.

Nach dem 3:3-Ausgleich entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem die Führung munter abwechselte. Lars Friedrich brachte mit seinem Kontertreffer zum 9:9 (22.) sein Team wieder heran, wenige Sekunden später wühlte er sich durch die starke Abwehrreihe der Hildesheimer und zeigte einen sehenswerten Heber – unhaltbar für den bis dahin auftrumpfenden Dennis Klockmann im Eintracht-Tor. Bis zur Pause konnte sich jedoch keine der beiden Mannschaften absetzen. Besonders sehenswert war der Kempa-Trick von Michael Schweikardt auf den im linken Rückraum durchbrechenden Lars Friedrich, der zum 13:12 kurz vor dem Abpfiff einnetzte. Damit wurde die eher torarme erste Halbzeit beendet, in der sowohl die Hausherren als auch der Erstliga-Absteiger zahlreiche Chancen ungenutzt ließen.

Im zweiten Durchgang änderte sich das Bild für die 1.650 Zuschauer in der SCHARRena kaum. Erst nach dem Treffer von Abwehrchef Jürgen Schweikardt hatte Bittenfeld beim 17:15 (36.) die erste Zwei-Tore-Führung markiert. In Unterzahl ging die Führung allerdings schnell flöten, Hildesheims bester Werfer Martin Murawski machte das 17:17 (38.). Dann sollte die stärkste Gästephase anbrechen, in der die Eintracht auf 19:22 (46.) davonzog. Die WILD BOYS bissen sich aber zurück, zeigten eine ansprechende Abwehrleistung gegen den sehr beweglichen Angriff der Gäste. Als Kreisläufer Simon Baumgarten quer liegend in der Luft per Heber das 21:22 (48.) erzielte, stand die SCHARRena Kopf und peitschte den TVB weiter voran. Erneut war es Lars Friedrich, der zunächst zum 22:22 ausglich, wenig später dann per Doppelschlag das 25:25 (56.) herstellte.

In der Schlussphase konnte Bittenfeld durch den Hammerwurf von Dominik Weiß mit 27:26 in Führung gehen – alles sah nach einem weiteren Heimsieg für den TVB in der SCHARRena aus. Es kam jedoch anders: Nach einem vergebenen Siebenmeter vom bis dahin treffsicheren Michael Schweikardt wussten die WILD BOYS die Überzahlsituation in der letzten Spielminute nicht zu nutzen. Martin Murawski gelang 22 Sekunden vor dem Ende der erneute Ausgleich. Aus dem Spiel heraus sollte den Hausherren kein Treffer mehr gelingen, der direkte Freiwurf der WILD BOYS blieb in der Gästeabwehr hängen.

„Wir haben zunächst schlecht in das Spiel gefunden. Unsere Mannschaft hat danach jedoch eine ansprechende Leistung gezeigt, wir können mit dem einen Punkt am Ende gegen eine engagierten Gegner zufrieden sein“ sagte TVB-Trainer Günter Schweikardt nach Spielende. „Im Moment gibt es allerdings wichtigere Dinge“ fügte er hinzu und verwies damit auf die schwere Verletzung von Eintrachts Spielmacher Michael Quist. Der musste fünf Minuten vor dem Ende wegen einer anscheinenden Kehlkopfverletzung mit Bewusstlosigkeit minutenlang auf dem Spielfeld behandelt werden und wurde anschließend in einem Stuttgarter Klinikum untersucht. Ihm galten am Abend die Gedanken der SCHARRena-Zuschauer, der Hildesheim-Fans sowie allen Spielern und Betreuern.

Für den TV Bittenfeld 1898 bleibt es aus sportlicher Sicht mit dem vierten Tabellenplatz weiterhin spannend. Das Team kann auf 9:1-Punkte zurückblicken und ist in der SCHARRena weiterhin ungeschlagen. Zwei Partien stehen in diesem Jahr noch auf dem Programm. Zunächst das schwere Auswärtsspiel beim defensivstarken HC Erlangen, danach folgt das Bundesliga-Duell in der Porsche Arena vor mindestens 5.000 Zuschauern.

TV Bittenfeld 1898:
Müller, Sdunek – Schimmelbauer (1), Schöbinger (3), Kienzle, Weiß (3), M. Schweikardt (6/2), Friedrich (7), Jungwirth (4), Baumgarten (2), Wehner, J. Schweikardt (2), Seiz, Szczesny.

Eintracht Hildesheim:

Klockmann, Schulz – Tzimourtos (4), Nikolov (1), Quist (6), Weißbach, Murawski (8/3), Flödl (1), Chantziaras (3), John, Jonsson (1), Herbold (1), Meschke, Nartey (3).