„Der Tabellenplatz gibt uns zusätzliche Motivation“

Es ist zweifelsfrei eine verrückte Liga. Da sahen viele den Bergischen HC nach einem Drittel der Saison bereits zurück in der 1. Liga – und schon musste der Titelfavorit binnen einer Woche gegen Erlangen und Friesenheim zwei Heimniederlagen einstecken. Auch der Zweite TV Emsdetten tritt längst nicht mehr so souverän auf wie zu Saisonbeginn. Und dahinter gibt’s ein großes Gerangel, in dem sich der TV Bittenfeld mit vier Siegen in Folge bis auf den vierten Platz geschlichen hat. Eine solche Serie weist nur der TV Hüttenberg auf.

Mit einem Erfolg heute festigte der TVB zumindest seinen Status als erster Verfolger der Führungstrios. Mancher träumt sicher auch davon, auf einem Aufstiegsplatz in die Rückrunde zu starten. Schließlich sind’s nur noch drei Partien in der Hinrunde. Sollte der TVB auch hier punkten, wäre er zur WM-Pause dick im Geschäft.

Besteht da eventuell die Gefahr, dass die Bittenfelder zu rechnen beginnen und die aktuelle Aufgabe in den Hintergrund schieben? „Natürlich freuen wir uns jetzt schon auf das Spiel in der Porsche-Arena“, sagt der Bittenfelder Trainer Günter Schweikardt. „Aber wir konzentrieren uns trotzdem zunächst auf Hildesheim.“ Der Gegner sei schwieriger zu knacken als die jüngsten beiden Kontrahenten. Hildesheim habe nach dem Abstieg ein paar Spiele gebraucht, um in der neuen Liga Fuß zu fassen. Aber zweifelsfrei sei die Eintracht eine ganz clevere Mannschaft, auf jeder Position doppelt besetzt und sehr diszipliniert.

Den sofortigen Wiederaufstieg gab der Verein zwar nicht als Saisonziel aus, vorne mitspielen wollte das Team von Trainer Gerald Oberbeck aber schon. Der personelle Aderlass war überschaubar nach dem Abstieg, und die Neuzugänge können sich sehen lassen: Der schwedische Linkshänder Max Jonsson spielte zuletzt in Katar bei Al Alfi, Marvin Nartey kommt vom dänischen Spitzenclub Viborg HK. Angutimmarik Kreutzmann wechselte aus Helsinborg (Schweden) zur Eintracht und spielt für die grönländische Nationalmannschaft. Weil die Hildesheimer zu Saisonbeginn vom Verletzungspech ereilt worden sind, haben sie sich kurzfristig verstärkt: Vom insolventen SV Post Schwerin kamen der Kreisläufer Benjamin Meschke, Rückraumspieler Konstantino Chantziaras und der Linksaußen und Ex-Berliner Martin Murawski.

Zu den Stützen der Mannschaft gehören außerdem Torhüter Dennis Klockmann, der vor vier Jahren aus Nettelstedt kam, sowie der dänische Rückraum-Shooter Michael Qvist und der griechische Junioren-Nationalspieler Dimitrios Tzimourtos auf Rechtsaußen.

Nach zuvor 2:10 Punkten holten die Hildesheimer mit dem 25:21-Sieg gegen Leipzig am Sonntag zwei wichtige Zähler. Sie profitierten in dieser Partie wieder von ihrer großen Stärke: Nur Erlangen, Emsdetten und der Bergische HC kassierten weniger Gegentreffer als die Eintracht. Der TVB indes offenbarte zuletzt in der Offensive die eine oder andere Schwäche. Vieles deutet also darauf hin, dass die Partie heute in der Abwehr entschieden wird.

„Wir haben uns eine gute Ausgangsposition erarbeitet“, sagt Günter Schweikardt. „Die wollen wir weiter ausbauen.“ Er hofft auf einen neuen Saison-Zuschauerrekord in der Scharrena – und darauf, dass die unter der Woche kränkelnden Jürgen Müller, Dominik Weiß und Dennis Szczesny spielbereit sein werden. Sollte Müller wider Erwarten ausfallen, rückt Felix Schmidl nach. Der indes ist nach längerer Verletzungspause noch nicht hundertprozentig fit.