WILD BOYS entführen einen Punkt aus Hamm

Keine der beiden Mannschaften wusste nach dem Schlusspfiff am Samstagabend so richtig, ob sie nun Jubeln sollten oder der verpassten Chance auf den doppelten Punktgewinn nachtrauern muss. Der ASV führte zehn Minuten vor dem Ende mit 25:23, Bittenfeld drehte in der Schlussphase die Partie und lag in der letzten Minute in Führung. Bereits im ersten Durchgang hatte das Team aus dem Rems-Murr-Kreis eine 8:11-Führung (18.) verschenkt. Es bleibt also eine Bundesliga-Begegnung, die für das Publikum sehr spannend war, an deren Ende mit dem 28:28 sicherlich ein leistungsgerechtes Ergebnis gefunden wurde.

Einer Heimmannschaft entsprechend legte der ASV Hamm-Westfalen einen guten Start vor eigenem Publikum hin, die 2:0-Führung nach vier Minuten hatte allerdings nicht lange Bestand. Das lag am TVB-Halblinks Adrian Wehner, der mächtig aufdrehte. Beim 3:3-Ausgleich (8.) hatte Wehner alle drei Tore für sein Team markiert und legte seinen vierten Treffer zehn Minuten später zum 8:11 nach. Das sollte der erste und letzte Drei-Tore-Vorsprung für die WILD BOYS bleiben, die danach zu fahrlässig mit ihren Chancen umgingen und durch technische Fehler den Gegner ausgleichen ließen.

Bis zur Halbzeit wechselte die Führung zwischen beiden Teams, doch keiner konnte sich in der umkämpften Schlussphase des ersten Durchgangs absetzen. Für die Zuschauer zauberte der ASV in den letzten Sekunden vor der Pause einen schönen Kempa-Trick aus dem Ärmel, den die Unparteiischen jedoch wegen Kreisspiels abpfeifen mussten. Damit blieb es beim 15:15-Unentschieden, das dem Verlauf der ersten dreißig Minuten entsprach.

Gleich nach der Pause vergab der TVB zu viele Torchancen, die dem ASV in die Karten spielten. Einmal mehr war es Bittenfelds Torhüter Jürgen Müller zu verdanken, der unzählige Paraden gegen die Hammer-Rückraumwürfe zeigte und seinem Spitznamen „Krake“ alle Ehre machte. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, der eine Phase beinhaltete, in der für beide Mannschaften wenig zusammen lief und sich immer wieder technische Fehler im Spielaufbau einschlichen sollten. Dazu kamen gute Torchancen auf beiden Seiten – Müller und sein Kollege Torsten Friedrich zeigten zwischen den Pfosten eine starke Leistung. Das Spiel auf Augenhöhe hatte Bestand bis zur 48. Minute, dann trafen Hamms bester Werfer Chen Pommeranz und Lars Gudat zum zwischenzeitlich höchsten Vorsprung für Hamm (24:22).

Mit einem Heber von der rechten Außenposition brachte Peter Jungwirth den TVB auf 24:23 (51.) heran, der im zweiten Durchgang stark aufgelegte Dominik Weiß erzielte in dieser wichtigen Phase alle seine fünf Treffer. Der linke Rückraum sollte an diesem Abend sowieso das Prunkstück des Bittenfelder Angriffs werden. Da passte es ins Bild, dass erneut Adrian Wehner und den 26:26-Ausgleich (55.) für den TVB herstellte. Die letzten beiden Treffer gehörten Weiß, der 44 Sekunden vor dem Ende das 27:28 markierte. Doch Hamm kam durch Sebastian Paul sechs Sekunden vor Abpfiff zum Ausgleich.

„Ein leistungsgerechtes Unentschieden, auch wenn wir zwischen der 42. und 49. Minute sogar die Möglichkeit hatten, das Spiel in unsere Richtung zu lenken“ zeigte sich TVB-Trainer Günter Schweikardt angesichts des Punktgewinns und gleichzeitigen Punktverlustes trotzdem zufrieden. Erneut stand die Bittenfelder Abwehr gut, auch wenn der Toptorschütze der 2. Bundesliga Chen Pommeranz erneut auf zehn Treffer (drei Siebenmeter) kam. Großer Vorteil an diesem Abend beim TVB: Die Treffer im Angriff verteilten sich gleichmäßig auf den Kader der WILD BOYS, besonders der linke Rückraum mit Wehner und Weiß zeigten starke Leistungen. Der TV Bittenfeld 1898 belegt in der Liga nun den vierten Tabellenplatz (11:5).

TV Bittenfeld 1898:
Müller, Sdunek – Schöbinger (5), Kienzle, Weiß (5), M. Schweikardt (1), Friedrich (5/3), J. Schweikardt, Jungwirth (4), Baumgarten (3), Wehner (5), Seiz, Szczesny.

ASV Hamm-Westfalen:
Storbeck, Friedrich – Struck (1), Vrany, Simon (5/1), Wiegers (5), Macke, Gudat (3), Paul (3), Skabalius, Dahlhaus (1), Pommeranz (10/3).