Es kribbelt wieder zur Derby-Zeit

Dem Spitzenspiel in der Scharrena fehlte es bisweilen an spielerischer Klasse – und Günter Schweikardt wusste nach dem 28:27-Sieg gegen den TV Hüttenberg, bei wem er sich in erster Linie zu bedanken hatte. „Dass Jürgen Müller den letzten Siebenmeter gehalten hat, passte zu seiner starken Leistung“, sagte der Bittenfelder Trainer. Hätte die „Krake“ nicht ihren Kasten vernagelt und Peter Jungwirth nicht so phänomenal getroffen, wäre es wohl nichts geworden mit dem Sieg gegen den Erstliga-Absteiger. Durchaus sinnvoll war auch der kurze Wechsel auf der Torhüterposition in der Schlussphase: Müller durfte sich ausruhen, Daniel Sdunek vertrat ihn mit zwei wichtigen Paraden blendend.

Der Coach ist „sehr froh, dass wir das Spiel heimgebracht haben“. Eines freilich ist ihm nicht entgangen: „Es hatten nicht alle Spieler die Form, die man sich wünscht.“ So bekamen weder Michael Schweikardt noch Florian Schöbinger das Spiel so richtig in den Griff, auch auf den Halbpositionen im Rückraum fehlte bisweilen die Durchschlagskraft.

Am Freitagabend möchte Schweikardt den nächsten Schritt machen, sich vorne festzusetzen. Die Aufgabe dürfte jedoch mindestens so schwierig werden wie die am Mittwoch. Derbys gegen Bietigheim haben immer ihre besondere Note und sind in der Regel alles andere als Freundschaftsspiele. Auch wenn sich einige Spieler gut kennen. Der fünfte Sieg im sechsten Spiel würde seiner Mannschaft viel Selbstsicherheit geben, sagt Schweikardt. „Es gibt ja genügend Beispiele, wie bedeutend ein guter Start für den weiteren Saisonverlauf sein kann.“

Die Bietigheimer sammelten ihre sechs Punkte gegen die Aufsteiger TuS Ferndorf (33:24) und SV Henstedt-Ulzburg (29:28) sowie beim 28:22 gegen den HC Erlangen. In Saarlouis (28:32) und Leipzig (22:24) zog die Mannschaft von Trainer Jochen Zürn den Kürzeren. Die SG hat zur aktuellen Saison mit Patrick Zieker, Nico Kibat und Sebastian Knierim zwar wichtige Spieler verloren. Die wurden jedoch mit Timo und Thorsten Salzer sowie Pascal Durak und André Lohrbach mindestens gleichwertig ersetzt. Nichts geändert hat sich am großen Kader der Bietigheimer, der ihr großes Plus ist. Der Bittenfelder Gegner hat jede Position doppelt besetzt und bietet zwei gleich starke Rückraumreihen auf. Zürn hat zwischen den Salzer-Brüdern, Robin Haller, Philipp Schulz, Andreas Blodig, Tim Coors und Pierre Freudl die Qual der Wahl. Die Bittenfelder sind diesbezüglich nicht ganz so üppig ausgestattet, die Wechselmöglichkeiten sind überschaubar. Günter Schweikardt geht davon aus, dass sich seine Spieler vom Hüttenberg-Spiel rechtzeitig erholt haben. „Der Abstand zwischen den beiden Spielen ist relativ knapp.“ Schweikardt hofft, dass viele TVB-Fans in die Arena nach Ludwigsburg pilgern werden. „Vielleicht wird’s ja auch ein Heimspiel für uns.“

Eine betrübliche Meldung gibt’s von Leon Pabst: Der junge Kreisläufer hat sich wie befürchtet erneut das Kreuzband gerissen.

Aktuelles:

Verletzte Spieler
TV Bittenfeld: Leon Pabst (Kreuzbandriss)

Aktuelle Bilanz SG BBM Bietigheim – TV Bittenfeld
In den vergangenen beiden Spielzeiten siegte Bietigheim zu Hause mit 37:29 und 36:34.