Der TVB macht´s unnötig spannend

Die Bittenfelder warteten vor der Partie mit einer personellen Überraschung auf: Florian Schöbinger, der sich nach dem zweiten Saisonspiel eigentlich bis auf weiteres studienbedingt in Norwegen aufhalten sollte, stand im Kader.

Die Friesenheimer „Eulen“ stapelten im Vorfeld tief, sahen sich als krasser Außenseiter. Nicht nur, weil sie mit Torhüter Maximilian Bender, Felix Kossler und Benjamin Matschke drei Spieler ersetzen mussten. Der TVB, ließ sich TSG-Trainer Thomas König vorab zitieren, wolle aufsteigen und habe sich entsprechend verstärkt.

Als Punktelieferant indes präsentierten sich die Gäste keineswegs. Der TVB erwischte, wie zuletzt in Rostock, einen Kaltstart. Nach fünf Minuten sah er sich mit 0:3 im Hintertreffen. Die Bittenfelder hatten große Mühe, ihre Angriffe strukturiert aufzubauen. Die Friesenheimer Defensive störte den TVB-Rückraum um Michael Schweikardt, Lars Friedrich und Dominik Weiß sehr früh. Bittenfeld fand nur mühsam ins Spiel, drehte es aber nach zwölf Minuten.

Der abschlusssichere Simon Baumgarten sorgte beim 4:3 für die erste Führung. Das Spiel über den Kreis, besonders das Zusammenspiel mit Michael Schweikardt, funktionierte prima. Weniger durchschlagskräftig dagegen war der Rückraum. Über 60 Minuten hinweg fehlten vor allem Friedrich und Weiß die Konstanz. Zudem raubte den TVB-Angreifern – wieder einmal – der Friesenheimer Torhüter Kevin Klier den Nerv.

Bis zur Pause erarbeitete sich Bittenfeld die 13:10-Führung, die es in erster Linie seiner kompakten Defensive zu verdanken hatte. Über die Hälfte der Gästetreffer gingen aufs Konto des überragenden Linksaußen Philipp Grimm. Die gefürchteten Andrej Kogut und Ognjen Backovic hatte der TVB im Griff. Da bereitete der Ex-Bittenfelder Arni Sigtryggsson schon größere Schwierigkeiten.

Seine beste Phase hatte der TVB in den ersten zehn Minuten nach der Halbzeit. Die Abwehr vor dem mittlerweile eingewechselten und guten Daniel Sdunek stand weiterhin kompakt, und vorne flutschte es besser. Spätestens beim 19:14 durch Weiß (40.) schienen die Bittenfelder das Spiel im Griff zu haben. Doch sie wähnten sich zu früh im Ziel. Die Defensive arbeitete plötzlich nicht mehr mit letzter Konsequenz, und binnen zwölf Minuten hatten sich die Gäste den 21:21-Ausgleich erkämpft.

Die Schlussphase wurde zum Nervenspiel. Der TVB legte wieder ein Tor vor, kassierte umgehend den Ausgleich. Nachdem der glücklose Tobias Schimmelbauer beim 24:22 zum wiederholten Mal an Klier gescheitert war und Peter Jungwirth den Nachwurf ins Toraus setzte, rauften sich die Fans die Haare – und sie mussten bis zur letzten Sekunde zittern. Baumgarten musste in der 55. Minuten wegen Fußspiels auf die Strafbank. Michael Schweikardt erzielte mit einem tollen Hüftwurf das 25:23, anschließend unterlief ihm jedoch ein Stürmerfoul.

Zu den Matchwinnern wurden schließlich drei Bittenfelder: Jürgen Müller hielt zwei freie Würfe des Ex-Bittenfelders Marco Hauk, auf der anderen Seite behielten Peter Jungwirth mit schwierigen Würfen von Rechtsaußen und Michael Schweikardt vom Siebenmeterpunkt die Nerven. Das 27:25 bedeutete 28 Sekunden vor dem Ende die Entscheidung. Grimms elfter Treffer 15 Sekunden vor Schluss zum 27:26 kam zu spät, der TVB zitterte sich über die Zeit.

Die Bittenfelder ließen sich hernach von ihren Fans feiern, während die Friesenheimer die Köpfe hängen ließen. Verständlicherweise, war’s doch im dritten Saisonspiel die dritte Niederlage mit nur einem Treffer Differenz.
 

TV Bittenfeld: Müller, Sdunek; Schimmelbauer, Weiß (3), Michael Schweikardt (6/4), Schöbinger (1), Friedrich (3/2), Jürgen Schweikardt (1), Jungwirth (6), Baumgarten (6), Wehner, Seiz, Szczesny (1), Kienzle.

TSG Ludwigshafen-Friesenheim: Klier, Gieger; Grimm (11/2), Kogut (3), Backovic (2), Klee, Kraushaar, Sigtryggsson (5), Hauk (3), Claussen, Fritsch, Schmidt, Klimek (2).

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