Mühevolle Anreise wurde nicht belohnt

Ein Lichtblick gab es trotzdem im Vorfeld. Torhüter Daniel Sdunek war doch nicht so schwer an der Leiste verletzt, wie angenommen. Sdunek war mit an Bord. Zunächst stand aber Jürgen Müller zwischen den Pfosten. Und der bekam gleich zu Anfang die Bälle richtig um die Ohren gehauen: Aufgrund einer aggressiven Spielweise stand es früh 6:1 für Empor Rostock. Bittenfeld wurde regelrecht überrumpelt. Trainer Günter Schweikardt sah ein Debakel auf seine Mannschaft zukommen und erzwang eine Auszeit. Das nutzte zunächst nichts, Rostock spielte weiterhin und ging in der hektischen Begegnung mit 8:2 in Front. Dank dreier Treffer von Lars Friedrich und Peter Jungwirth gelang unseren Wild Boys wenigstens das 9:6.

Danach schien sich das Spiel zu drehen: Dominik Weiß verkürzte auf  7:10 und als Rostocks Tom Wetzel nach einem rüden Foul die Rote Karte sah, spielte Bittenfeld in Überzahl. Dies nutzte Simon Baumgarten und glich mit einem Doppelschlag zum 10:10 aus. Der TVB kämpfte weiterhin gegen die harte Spielart der Rostocker und gegen die dauernden Pfiffe der wenigen (350 Zuschauer wurden geschätzt, aber 730 durchgegeben), aber emotionalen Zuschauer. Trotz mehrmaligen Ausgleich, dem TVB gelang es nicht, das Spiel zu drehen und in Führung zu gehen. Mit 16:14 für Rostock ging es in die Pause.

Aus den Kabinen zunächst das gleiche Bild wie zu Beginn des Spiels: Rostock weiter forsch und deren starker Gabor Langhans erhöhte  bald auf 19:15. Günter Schweikardt beantragte wieder eine Auszeit. Danach glichen sich wieder die Bilder: Eine Zeitstrafe für Rostock (Dethloff) nutzte Weiß und brachte seinen TVB auf 21:20 (43.) heran. Aber es nutzte nichts: Langhans war nicht in den Griff zu bekommen, die Wild Boys mussten ständig einem Rückstand hinterher rennen. Dann wurde es bitter: Zunächst musste Dennis Szczesny mit Rot vom Platz und dann erhöhte Rostock wenig später (48.) auf 26:22. Trainer Schweickardt nahm die letzte Auszeit. Zwar gelang dem TVB wenig später durch Simon Baumgarten und Peter Jungwirth noch das 26:24, aber der HC erhöhte auf  28:24, ehe Lars Friedrich auf 28:25 verkürzen konnte.

In den Schlussminuten kassierte Simon Baumgarten eine Zeitstrafe, aber in Unterzahl gelang Tobias Schimmelbauer das 29:27. Gab es doch noch eine Chance für Bittenfeld? Die Hoffnung dauerte nur wenige Sekunden, denn der HC Empor Rostock baute schnell seine Führung auf 32:28 aus. Bei dieser Aktion verletzte sich auch Daniel Sdunek am Schienbein. Sdunek konnte zwar nicht mehr weitermachen, aber außer einer schmerzhaften Erinnerung an den „Ausflug nach Rostock“ war nicht mehr passiert.

Zwar  musste Rostock in den letzten zwei Minuten nochmals eine Zeitstrafe (Dethloff) hinnehmen, aber außer den Treffern von Michael Schweikardt (zum 32:29) und Simon Baumgarten zum 32:30 war nicht mehr viel drin. Den Endstand besorgte Rene Gruszka mit dem 33:30. Man hatte sich mehr erhofft von dem Auswärtsspiel an die Ostsee. Aber die widrigen Umstände schon im Vorfeld ließen nichts Gutes ahnen. Das hat sich leider bewahrheitet. Die Wild Boys und ihre Verantwortlichen wurden einfach für ihre Mühe nicht belohnt.

TV Bittenfeld 1898: Müller, Sdunek; Schimmelbauer (2), Schöbinger, Weiß (3), Michael Schweikardt (3), Friedrich (8/5), Jürgen Schweikardt (2), Jungwirth (4), Baumgarten (8), Wehner, Seiz, Szczesny.