Schweikardt sieht Struktur im Spiel

Ganz so zittrig wie vom einen oder anderen befürchtet nach den beiden jüngsten Pleiten gegen den EHV Aue gingen die Bittenfelder am Samstag nicht ins Spiel. „Es war recht früh zu sehen, dass wir das Spiel in den Griff bekommen würden“, sagt Günter Schweikardt.

Nach zehn Minuten indes stockten dem Trainer und den knapp 1300 Fans in der Scharrena kurz der Atem: Tobias Schimmelbauer blieb nach einem Zweikampf mit einer Knieverletzung liegen. Die schlimmsten Befürchtungen waren jedoch unbegründet, nach einer kurzen Pause kehrte der Linksaußen wieder aufs Spielfeld zurück.

Mit seinen sechs Toren gehörte er zusammen mit Lars Friedrich (6) und Dominik Weiß (5) zu den besten Torschützen beim TVB. Dabei brauchten die beiden Rückraumspieler eine längere Anlaufzeit, überzeugten jedoch in der Deckung. So machten Weiß und Florian Schöbinger dem rechten Rückraumspieler des EHV Aue, Dener Jaanimaa, das Leben schwer. Vor dem Esten hatte Schweikardt am meisten Respekt. „Er ist eigentlich der wirkungsvollste Werfer des EHV.“ Diesen Part übernahm Jaanimaas Landsmann: Janar Mägie spielte mit neun Toren den Alleinunterhalter beim Gast. Der hatte in den zweiten 30 Minuten keine Chance mehr.

Waren die Bittenfelder zu stark oder war der Gegner zu schwach? Diese Frage vermag auch Schweikardt nicht zu beantworten. „Tatsache ist, dass wir wenig zugelassen haben.“ Die Abwehr machte über 60 Minuten hinweg einen stabilen Eindruck, 22 Gegentreffer sind ein guter Wert. Weil zur Abwehr logischerweise auch der Torhüter gehört, bekam auch Jürgen Müller ein Lob vom Trainer. „Er hat gezeigt, was er kann.“ Allen voran in den ersten 15 Minuten nach der Pause, in denen der EHV Aue lediglich drei Treffer erzielte. Auch die anderen Neuzugängen – Lars Friedrich, Peter Jungwirth, Michael Schweikardt und Dennis Szczesny –, hätten ein ordentliches Spiel gemacht, so der Coach.

Leistungsmäßig abgefallen ist jedenfalls keiner. Angesicht des klaren Vorsprungs in den zweiten 30 Minuten durfte sich auch Adrian Wehner noch weitgehend schonen – abgesehen vom Kurzeinsatz in den letzten Minuten. Die Oberschenkelverletzung sei weitgehend ausgeheilt, sagt Schweikardt. „Aber wir wollten und mussten kein Risiko eingehen.“

Zufrieden zeigte sich der Trainer mit der Zuschauerresonanz. „Immerhin hatten wir rund 300 mehr als wir in die Gemeindehalle reinbekommen hätten. Wir hoffen, dass in den nächsten Spielen noch ein paar mehr zuschauen.“

In knapp zwei Wochen gastiert die TSG Friesenheim, bei der mit Arni Sigtryggsson und Marco Hauk zwei Ex-Bittenfelder im Kader stehen. Dies könnte neugierig machen – und natürlich ein Bittenfelder Sieg am Freitag in Rostock.