Mit Schöbinger gegen „Dino“ der Liga

EHV Aue – da war doch was? Die Bittenfelder Fans und natürlich auch die Verantwortlichen und Spieler haben mit diesem Gegner zuletzt keine guten Erfahrungen gemacht. In seiner Abstiegssaison 2010/2011 blamierte der EHV die Bittenfelder in der Porsche-Arena mit 28:21. In der vergangenen Spielzeit scheiterte der TVB im Achtelfinale des DHB-Pokals in der Gemeindehalle mit 27:29 an den Sachsen, die im Viertelfinale mit dem HSV Hamburg das große Los zogen. Diesen beiden Pleiten möchte der Bittenfelder Trainer Günter Schweikardt keine allzu große Bedeutung beimessen. „Das ist Vergangenheit“, sagt er. „Wir haben jetzt eine ganz andere Situation.“ Wobei er großen Respekt hat vor dem Gegner, der den Betriebsunfall Abstieg umgehend – und in eindrucksvoller Manier – reparierte. „Aue hat ein gutes Stück Tradition und ist kein klassischer Aufsteiger.“

Für seine erste Saison in der eingleisigen 2. Liga hat sich der EHV Aue gezielt verstärkt. Torhüter Marek Skabeikis ist nicht mehr dabei. Für ihn holte der EHV Sveinbjörn Petursson vom KA Akureyri. Der isländische Nationaltorhüter bildet mit Routinier Timo Meinl ein starkes Duo. Aus Magdeburg kam der linke Rückraumspieler David Hansen. Neu ist auch der Trainer – und der Nachname dürfte den Bittenfeldern bekannt sein: Runar Sigtryggsson ist der Bruder des Ex-Bittenfelders Arni Sigtryggsson. Ansonsten zählt der EHV Aue auf ein eingespieltes Team. Stützen im Rückraum sind die beiden Esten Janar Mägi und Dener Jaanimaa, der Spielgestalter Eric Meinhardt sowie der ehemalige tschechische National-Rechtsaußen Zbynek Vesely.

In der Vorbereitung ließ der EHV Aue mit einigen Resultaten aufhorchen. Der russische Vizemeister St. Petersburg musste sich mit 26:38 beugen, der von Ola Lindgren trainierte schwedische Spitzenclub IFK Kristianstad mit 25:27 und der tschechische Erstligist Talent Pilzen mit 31:35. Die Bittenfelder sind also gewarnt. „Wir spielen zu Hause“, sagt Schweikardt. „Wir sind gut vorbereitet, für uns kann’s nur ein Ziel gegeben: einen Sieg.“ Das erste Spiel in einer Saison sei immer etwas Besonderes. „Dieses Mal kommt hinzu, dass wir in unserer neuen Heimspielstätte spielen.“

Ganz frei von Sorgen sind die Bittenfelder allerdings nicht. Martin Kienzle, der in der Vorbereitung einige couragierte Auftritte hatte, hat Fieber und ist nicht spielfähig. Der Oberschenkel von Adrian Wehner macht mehr Probleme als zunächst vermutet. Seit dem Testspiel gegen Aix-en-Provence zwickt die Muskulatur an der Rückseite. Ob’s zu einem Einsatz reicht, wird wohl kurzfristig entschieden. Angesichts dieser unsicheren Personalsituation ist Schöbingers zwischenzeitliche Rückkehr aus Norwegen umso bedeutender. „Er hat ja große Teile der Vorbereitung mitgemacht und hält sich am Studienort Bergen fit“, sagt der Trainer. Simon Baumgarten und Dennis Szczesny sind einsatzfähig, müssen jedoch noch ihren Trainingsrückstand aufholen. Im Tor stehen werden Jürgen Müller und Daniel Sdunek. Felix Schmidl ist parallel mit dem TSV Neuhausen/Filder gegen Balingen-Weilstetten II im Einsatz.