TVB mit deutlicher Niederlage in Korschenbroich

Es war eine der Partien, in denen beim TV Bittenfeld nichts zusammen laufen wollte. Vom Anpfiff weg dominierte der TV Korschenbroich das Spiel und übernahm früh die Führung in einem über weite Strecken einseitigen Bundesliga-Duell. Lediglich in den ersten zehn Minuten gestaltete Bittenfeld das Spielgeschehen offen, lag durch den Treffer von Schimmelbauer knapp mit 5:6 zurück. Danach dominierten die Hausherren allerdings die Partie nach Belieben und zogen auf 17:10 (24.) davon. TVB-Keeper Gregor Lorger verhinderte einen noch größeren Rückstand durch einige gute Paraden, wurde aber von seiner Abwehr zu oft im Stich gelassen.

Das sollte das größte Problem des TVB bleiben. Nicht konsequent genug verteidigten die Bittenfelder ihr Gehäuse, bekamen das allseits bekannte Zusammenspiel des Korschenbroicher Rückraums mit Kreisläufer Marcel Görden nie in den Griff. Blieben die Wild Boys zu weit von ihren Gegnern weg, trafen die Gastgeber aus dem Rückraum nach Belieben. Dennis Marquardt und Mittemann Simon Breuer erwiesen sich dabei als äußerst treffsicher. Anfang der zweiten Hälfte versuchte der TVB das Blatt zu wenden und kam motiviert aus der Kabine zurück. Das Trainergespann um Günter Schweikardt muss die richtigen Worte gefunden haben. Dreimal Schimmelbauer, Adrian Wehner und Jürgen Schweikardt trafen nacheinander, das Team verkürzte in der 41. Minute auf 23:27. TVK-Trainer Christian Voß unterbrach die Drangphase der Bittenfelder mit der Auszeit.

Doch die Remstäler ließen sich durch die Unterbrechung zunächst nicht aus dem Konzept bringen und blieben auf Tuchfühlung. Der Knackpunkt erfolgte allerdings Minuten später, als das Kampfgericht in die Partie eingriff und einen angeblichen Einwechselfehler bei den Unparteiischen anzeigte. Jürgen Schweikardt bekam daraufhin die Zeitstrafe aufgebrummt – seine dritte, woraufhin er die Rote Karte sah und disqualifiziert wurde. Und damit nicht genug: Eine Minute später sah Dominik Weiß die Rote Karte. Was war passiert? Der lange Rückraumschütze hatte beim Zurücklaufen seinen Gegenspieler übersehen und war mit ihm zusammengeprallt. Die Schiedsrichter sahen darin ein grobes absichtliches Foulspiel und stellten ihn vom Platz. Damit musste Bittenfeld innerhalb von einer Minute zwei Ausfälle hinnehmen, die das Team in der Folgezeit nicht mehr kompensieren konnte.

Korschenbroich erhöhte konstant den Vorsprung und sorgte mit dem 33:25 durch Markus Breuer zehn Minuten vor dem Ende für die Vorentscheidung. Der TV Bittenfeld versuchte Schadensbegrenzung zu betreiben, dies gelang der Mannschaft jedoch nur bedingt. Einziger Lichtblick in der Schlussphase war der Auftritt von TVB-Torhüter Felix Schmidl, der durch etliche Paraden den Rückstand für seine Kollegen erträglich halten konnte. Im Gegenzug scheiterte Bittenfeld immer wieder am Aluminium oder an den beiden gut haltenden Torhütern des TVK. Die mangelhafte Chancenverwertung war damit einer der Hauptgründe für die Auswärtsniederlage.

„Unsere schlechte Chancenverwertung im Angriff und die Nachlässigkeiten in der Abwehr waren heute ausschlaggebend für die Niederlage gegen Korschenbroich“ sagte ein enttäuschter Günter Schweikardt nach dem Spiel. „Nach der Halbzeitpause hatten wir eine starke Viertelstunde, aber die beiden Disqualifikationen führten dann letztlich zum Bruch in unserem Spiel“ so Schweikardt. Am kommenden Wochenende steht das nächste schwere Heimspiel auf dem Programm. Dann wird der SC DHfK Leipzig seine Visitenkarte in der Gemeindehalle abgeben. Der Tabellenvierte möchte sich unbedingt die Chance auf den möglichen Aufstieg ins Oberhaus des deutschen Handballs bewahren.

TV Bittenfeld:
Lorger, Schmidl – Schimmelbauer (7), Kienzle (1), Weiß (1), Forstbauer, Schweikardt (4), Gunnarsson (3/3), Heib (1), Baumgarten (2), Sigtryggsson (3), Wehner (4), Salzer, Seiz (2/1).

TV Korschenbroich:
Bartmann, Mayer – Fuchs, Deppisch (1), Liesebach, S.Breuer (7), Fischer (2), Görden (8/1), M.Breuer (8/3), Tovornik (3), B.Marquardt (1), Bartmann, D.Marquardt (5).