TVB-Geschäftsführer im Interview

Herr Schweikardt, wie erleichtert sind Sie, nachdem die Negativserie mit dem Sieg gegen Nordhorn beendet ist und der TVB den Ligaverbleib auch theoretisch sicher hat?

Nach neun Spielen ohne Sieg hat uns das Selbstvertrauen gefehlt, wir waren ziemlich am Boden. Jetzt sind wir natürlich sehr froh, dass wir die lange Negativserie endlich durchbrochen haben. Dass wir mit dem Sieg gleichzeitig den Ligaverleib gesichert haben, ist sehr beruhigend.

Wie viel Bammel hatten Sie, dass die Premiere in der Scharrena auch schief gehen könnte?

Nordhorn hatte zuletzt einen guten Lauf, wir hatten keine gute Form und sind deshalb keineswegs als Favorit ins Spiel gegangen. Es war mit einem knappen Spiel zu rechnen und durchaus möglich, dass wir verlieren. Das hat der Spielverlauf ja auch gezeigt. Aber mit Bammel hatte das nichts zu tun.

Lange Zeit sah’s ja nicht allzu gut aus. War die Mannschaft nervöser als sonst?

Es war schon eine besondere Anspannung zu spüren. Die Negativserie war das Problem. Dass es das erste Spiel in der Scharrena war, hat uns eher noch motiviert.

Die Stimmung auf den Rängen war fantastisch, fast vergleichbar mit der Porsche-Arena, obwohl dort dreimal so viele Zuschauer Platz finden. Hätten Sie das für möglich gehalten?

Ich war auch positiv überrascht, wie laut es war. Ich fand die Atmosphäre in der Halle vielleicht sogar einen Tick besser als in der Porsche-Arena. Das hängt wohl damit zusammen, dass die Scharrena nicht so hoch und kleiner ist. Alle in der Mannschaft fanden die Stimmung sensationell. Ich denke, das Publikum hatte einen großen Anteil daran, dass wir das Spiel nach dem Vier-Tore-Rückstand noch drehen konnten.

Wie war die Resonanz der Fans auf die Scharrena?

Diejenigen, mit denen ich gesprochen habe, waren sehr zufrieden – wobei das ja nicht unbedingt repräsentativ ist. Natürlich gibt’s ein paar Dinge, die nicht so funktioniert haben. Aber uns war klar, dass beim ersten Mal nicht alles perfekt laufen würde. Wir haben uns jetzt dafür entschieden, eine E-Mail-Adresse einzurichten. Unter feedback@tvb1898.de können die Fans Lob, Kritik und Anregungen loswerden.

Wo gab’s die größten Schwierigkeiten?

Das größte Problem gab’s beim Zuschauercatering. Wir dürfen ja keine Gläser verwenden, und die Wein- und Sektgläser aus Kunststoff haben wir nicht rechtzeitig besorgen können. Zur nächsten Saison wird’s in der Scharrena, wie in der Gemeindehalle, wieder die gewohnte Sekt- und Weinbar geben. Die Player’s Party wurde auch nicht so angenommen wie in der Porsche-Arena. Aber die war sowieso nur zur Premiere geplant, die Party wird’s in der neuen Saison weiterhin nur nach Spielen in der Porsche-Arena geben. Probleme hatten wir auch noch bei der Pressekonferenz. Wegen eines Kurzschlusses klappte die Übertragung in die Halle nicht.

Wie groß war der logistische Aufwand im Vergleich zur Gemeindehalle und Porsche-Arena?

Er war deutlich höher als in der Porsche-Arena. Dort haben wir die Bereiche Zuschauer- und VIP-Catering und den Sicherheitsdienst mit eingekauft, in der Scharrena müssen wir das selbst organisieren. Das Spiel war perfekt für uns, um vor der neuen Saison Erfahrung zu sammeln. Wir werden versuchen, den Aufwand niedriger zu halten und die Abläufe zu optimieren.

Wie wurde der Shuttle-Service angenommen?

Damit sind wir sehr zufrieden. Alle drei Busse, die wir eingesetzt haben, waren fast voll. Wir haben viel Lob bekommen und eine Anregung: Wir möchten die Winnender Linie erweitern und künftig über Korb fahren. Dort wohnen offensichtlich auch viele TVB-Fans.

Der Internetfernsehsender Laola.tv hat das Spiel live übertragen. Wie war die Resonanz darauf?

Es liegen uns zwar noch keine Zahlen vor. Aber ich weiß, dass viele Nordhorner Fans und beispielsweise einige Spieler der Balinger Mannschaft das Spiel angesehen haben. Auch die Mitarbeiter von Laola.tv waren sehr zufrieden mit den Arbeitsbedingungen. In Bittenfeld hätte das so nicht funktioniert.