Baumgartens Rückkehr zahlt sich aus

Entsprechend entspannt war Günter Schweikardt nach dem entscheidenden Sieg gegen die HSG Nordhorn-Lingen. Die 2047 Zuschauer in der künftigen Heimspielstätte des TVB veranstalteten ein Spektakel wie selten zuvor in dieser Saison – wobei Schweikardt die Scharrena-Premiere in der Phonstärken-Rangliste nicht so richtig einzuordnen wusste. „Als Trainer kriege ich das oft gar nicht so richtig mit“, sagt er. „Dazu bin ich zu sehr aufs Spiel fokussiert.“

Das kostete ihn – wieder einmal – reichlich Nerven. Zu oft trafen seine Spieler im Abschluss die falschen Entscheidungen, zu schwach war die Wurfauswahl – und ausbeute. Der Nordhorner Torhüter Björn Buhrmester hatte vor allem in den ersten 30 Minuten leichtes Spiel gegen die bisweilen halbherzigen Versuche des Bittenfelder Rückraums. Auf der anderen Seite hatte der Ex-Bundesligist zwischen der neunten Minute (3:3) und 26. Minute (13:14) keinen einzigen Fehlversuch. „In dieser Phase haben wir es versäumt, selbst in Führung zu gehen“, sagt Schweikardt.

Gefährlicher als zuletzt agierten die Bittenfelder über den Kreis. Die Nordhorner Deckung musste Simon Baumgarten, der nach zweiwöchiger Verletzungspause wieder dabei war, stets im Auge haben. „Es hat uns sehr geholfen, dass wir wieder einen gelernten Kreisläufer auf dem Feld hatten“, sagt Schweikardt. Damit habe Spielmacher Alexander Heib viel bessere Anspielmöglichkeiten gehabt, der Bittenfelder Angriff war nicht so leicht auszurechnen. Baumgarten war oft nur regelwidrig zu stoppen, Arnor Gunnarsson verwandelte sämtliche Strafwürfe nervenstark. Auch aus dem Feld heraus blieb der Isländer ohne Fehlversuch. „Er hat ein klasse Spiel gemacht, auch Tobias Schimmelbauer hat ein prima Spiel gemacht“, lobt Schweikardt.

Beharrlichkeit zahlt sich aus

Letztlich zahlte sich auch die Beharrlichkeit der Bittenfelder aus, die bis zuletzt an die Wende glaubten, in den entscheidenden Phasen das nötige Glück hatten und vom Publikum nach vorne getrieben wurden.

So sah’s auch der Nordhorner Trainer Heiner Bültmann. „Heute hat sicher die Halle den Ausschlag gegeben“, sagte er. „Es war ein rassiges Spiel. Meine Mannschaft hat alles gegeben, ich kann ihr keinen Vorwurf machen.“

Günter Schweikardt war heilfroh, dass sein Team den Klassenverbleib vorzeitig gesichert hat gegen einen starken Gegner. „Wer Gummersbach aus dem Pokalwettbewerb wirft, der braucht eine gewisse Qualität.“

Die Nordhorner haben eine gute Chance ausgelassen. Mit einem Sieg in Stuttgart hätte sich die HSG auf Rang vier nach vorne geschlichen – bei nur zwei Punkten Rückstand auf den Aufstiegsplatz.