Bittenfeld schafft den Ligaverbleib

Vor allem in der Anfangsphase war beiden Mannschaften anzumerken, dass die Partie von großer Bedeutung war. Die Bittenfelder wollten nach neun sieglosen Spielen endlich wieder ein Erfolgserlebnis und bei der Premiere in ihrer neuen Heimspielstätte eine gute Figur abgeben. Die Nordhorner schielten noch auf die Aufstiegsplätze.

Zunächst hatten die Bittenfelder mit ihrer Nervosität zu kämpfen. Vor allem im Angriff lief in der ersten Viertelstunde so gut wie nichts zusammen. Viel zu überhastet und unvorbereitet schloss der TVB ab, gleich reihenweise scheiterten vor allem Arni Sigtryggsson und Adrian Wehner am starken Nordhorner Torhüter Björn Buhrmeister. Logische Folge war der 4:6-Rückstand nach 13 Minuten.

Nach zwei tollen Toren des wieder genesenen Simon Baumgarten, der ein gutes Spiel machte, und Arnor Gunnarsson holte sich der TVB beim 7:6 und 8:7 zum ersten Mal die Führung. Die war jedoch rasch wieder futsch. Alexander Heib mühte sich auf der Spielmacherposition nach Kräften, von den Halbpositionen indes kam einfach zu wenig bei den Bittenfeldern. Viel gefährlicher agierte die HSG hier mit Jens Wiese und Matthias Struck. Am treffsichersten beim TVB war noch Gunnarsson, der ein prima Spiel machte. Nach dem 12:12 ersetzte Felix Schmidl im Tor Gregor Lorger. Doch auch er konnte den 14:17-Halbzeitrückstand nicht verhindern. Zu schwach war weiterhin die Wurfausbeute, die in den ersten 30 Minuten bei rund 50 Prozent lag.

In den zweiten Spielabschnitt starteten die Bittenfelder mit druckvolleren Angriffen, brachten die Nordhorner Deckung in Bewegung. Auch die Abwehr wirkte entschlossener. Gunnarsson brachte den TVB nach 36 Minuten auf 18:19 heran, doch die HSG nutzte drei Fehlwürfe des TVB zur 24:20-Führung. Eine Viertelstunde vor Schluss sah’s nicht gut aus für die Bittenfelder. Doch sie kämpften unverdrossen und gaben sich auch nach 52 Minuten und dem 24:27-Rückstand nicht geschlagen.

Der zuvor glücklose Sigtryggsson glich mit einem Doppelschlag vier Minuten vor dem Ende zum 28:28 aus. Den Gästen gingen jetzt die Kräfte aus, der TVB nutzte seinen psychologischen Vorteil – und hatte in der dramatischen Schlussphase das Glück auf seiner Seite. Schmidl war bei einem Wurf von Struck auf dem Posten, Sigtryggsson sorgte beim 29:28 für die erste Führung des TVB in Hälfte zwei. Wieses Ausgleich beantwortete Dominik Weiß mit einem abgefälschten Wurf zum 30:29.

Nach einem erneuten Wiese-Treffer schienen sich die Gäste den einen Punkt bereits gekrallt zu haben. Doch die Bittenfelder konnten sich gestern auf Gunnarsson verlassen: Zwölf Sekunden vor dem Ende verwandelte der Isländer auch seinen sechsten Siebenmeter eiskalt zum 31:30-Sieg des TVB.


TV Bittenfeld: Lorger, Schmidl; Schimmelbauer (6), Kienzle, Forstbauer (1), Weiß (3), Schweikardt, Gunnarsson (10/6), Heib (1), Sigtryggsson (3), Wehner (5), Salzer, Baumgarten (2).
HSG Nordhorn-Lingen: Buhrmeister, Bartels; Struck (4), Lammering, Leenders (5), Mickal (7), Hombrink, Meyer (3), Schagen (5/2), Poll, Terwolbeck (1), de Boer, Wiese (5).