Bittenfeld verspielt Punktgewinn in Schwerin

Eine Woche nach dem etwas glücklichen Unentschieden gegen die HG Saarlouis wartet Bundesligist TV Bittenfeld immer noch auf einen doppelten Punktgewinn. Auch im neunten Anlauf scheiterte das erneut ersatzgeschwächte Team und bleibt damit im Niemandsland der Tabelle. Dem Rems-Murr-Kreis-Vertreter fehlten die etatmäßigen Kreisläufer Simon Baumgarten sowie Florian Schöbinger – Leon Pabst fehlt den Bittenfeldern bereits seit Saisonanfang. Zudem muss Torhüter Daniel Sdunek weiterhin passen, für ihn rückte der A-Jugendliche Max Baldreich aus dem Württembergliga-Reserveteam in den Kader.

In der Anfangsphase vertendelten beide Mannschaften viele Bälle, Schwerin konnte erstmals durch einen Doppelschlag von Sven Thormann mit 5:3 (11.) in Führung gehen. Doch die Partie blieb im ersten Durchgang weitestgehend ausgeglichen. Die erste Bittenfelder Führung zum 10:11 (23.) sollte Arnor Gunnarsson per Siebenmeter erzielen, Dominik Weiß markierte eine Minute später sogar das 10:12. Dieser Vorsprung hatte beim 11:13 (25.) Bestand, im zerfahrenen Schlussspurt der ersten Hälfte  traf der gut aufgelegte Alexander Heib zum 14:15.

Aufgrund der zahlreichen Verletzten reaktivierte Günter Schweikardt und sein Trainerteam erneut Ludek Drobek, den früheren Abwehrchef des TVB. Zusammen mit Thorsten Salzer, Dominik Weiß und Jürgen Schweikardt organisierte er vor allem in der ersten Halbzeit sehr erfolgreich die 6:0-Deckung der Gäste aus dem Schwabenland. Erst im zweiten Spielabschnitt hatten die Wild Boys immer wieder Probleme mit den Zuspielen an Kreisläufer Stephan Riediger, der meistens nur durch ein Foulspiel zu bremsen war. So holte der Schweriner insgesamt fünf Siebenmeter heraus, die Weltgen allesamt sicher verwandelte.

Nach dem Seitenwechsel konnte der TVB zunächst auf 14:16 (31.) und 16:18 (34.) erhöhen. Die Mannschaft verpasste allerdings die große Chance, eine frühzeitige Entscheidung herbeizuführen und für klare Verhältnisse zu sorgen. Die Hausherren – von den knapp 1.600 Zuschauern in der spärlich besuchten Sport- und Kongresshalle lautstark angefeuert -, kämpften sich ins Spiel zurück und übernahmen beim 20:19 (39.) die erneute Führung. Weitere zehn Minuten später hämmerte Dominik Weiß den 24:24-Ausgleichstreffer über die Torlinie. Dies sollte der jedoch letzte Ausgleich für die Bittenfelder sein.

„Wir haben knapp 45 Minuten lang gut gespielt, haben unser Konzept durchgezogen“ sagte Schweikardt nach Spielende frustriert. „Danach hatten wir leider im Angriff mehrere Fehlwürfe hintereinander, die Schwerin im direkten Gegenzug in Kontertreffer verwandelte“ fasste er weiter zusammen. Drei Paraden von Igor Levshin und vier Treffer von Weltgen reichten den Hausherren in der entscheidenden Phase aus, um auf 31:26 (57.) davon zu ziehen. Die Disqualifikation von Abwehrchef Riediger nach seiner dritten Zeitstrafe kam zu spät, um dem TVB noch einmal die Chance auf einen Punktgewinn zu bieten.

Die gesamte Mannschaft sowie alle Verantwortlichen und Fans des TV Bittenfeld fiebern nun der Heimpremiere am kommenden Freitag in der Stuttgarter SCHARRena entgegen. Dort trifft der TVB in seiner neuen Heimspielstätte um 20 Uhr auf die HSG Nordhorn-Lingen. Dann soll endlich der lang ersehnte Heimsieg eingefahren werden. Die Zuschauer dürfen sich auf ein großes Handballevent freuen.

TV Bittenfeld:
Lorger, Baldreich – Schimmelbauer (4), Kienzle (1), Weiß (6), Forstbauer (2), Schweikardt, Gunnarsson (6/4), Heib (3), Sigtryggsson (2), Wehner (1), Drobek, Salzer (4), Seiz.

SV Post Schwerin:
Levshin, Wetzel – Weltgen (10/5), Riediger (3), Wild, Rauch, Prothmann (4), Murawski (4), Thormann (6), Chantziaras, Anclais (5), Wirth.