Wieder nur ein Punkt für den TVB

Der dezimierte TVB scheint mehr denn je das Saisonende herbeizusehnen. Irgendwie war die Punkteteilung ein fast logisches Resultat: Sowohl der TVB als auch die Gäste aus dem Saarland waren vor dem Aufeinandertreffen siebenmal in Folge ohne Sieg vom Platz gegangen. Beide Serien hielten am Samstag – worüber sich die HG Saarlouis freuen durfte. Ein Punkt in der Fremde ist schließlich etwas wert. Und noch ein bisschen mehr, wenn ein Team einen Vier-Tore-Rückstand Mitte der zweiten 30 Minuten aufholt bei den eigentlich als heimstark bekannten Bittenfeldern.

Den Bittenfeldern dagegen war der Frust ins Gesicht geschrieben. Trotz einer vor allem im Angriff äußerst überschaubaren Leistung hätte es zu einem Sieg reichen können, wenn sich der TVB in der Schlussphase bei etlichen Aktionen nicht so dusselig angestellt hätte.

Ohne den erkrankten Daniel Sdunek sowie die verletzten Kreisläufer Florian Schöbinger und Simon Baumgarten hatte der TVB antreten müssen. Dafür war der angeschlagene Alexander Heib mit dabei. Ludek Drobek stand im Kader, kam aber nicht zum Einsatz. Bei Saarlouis fehlte Rückraumspieler Jonathane Julvecourt.

Die Bittenfelder kamen wieder einmal schwer ins Spiel. Sie hatten enorme Probleme, Lösungen zu finden gegen die bewegliche, offensive Deckung der Gäste. Der TVB dagegen agierte mit der defensiven 6:0-Variante – in der Hoffnung, den gefährlichen Rückraumwerfern der HGS, Daniel Fontaine und Danijel Grgic, den Wind aus den Segeln nehmen zu können.

Das funktionierte zunächst nicht schlecht, allerdings hatte der TVB mit dem Kreisspiel der Gäste seine liebe Mühe. So rannte Bittenfeld 19 Minuten einem knappen Rückstand hinterher, agierte zu fahrig im Angriff, leistete sich technische Fehler und scheiterte immer wieder mit unplatzierten Würfen an HG-Torhüter Darius Jonczyk. Auf der anderen Seite war auch Gregor Lorger immer wieder zur Stelle.

Arnor Gunnarsson gelang beim 9:8 die erste Führung. Unruhig war das Spiel weiterhin, hierzu trugen auch die unsicheren Schiedsrichter Christoph Immel und Ronald Klein mit merkwürdigen Entscheidungen bei. Mit dem 13:13-Unentschieden ging’s in die Pause.
 

Sigtryggsson kommt immer besser in Fahrt

Die zweiten 30 Minuten begannen ausgeglichen. Gut für den TVB war, dass Arni Sigtryggsson immer besser in Fahrt kam. Der Angriff des TVB war äußerst rechtslastig, im linken Rückraum erwischten Adrian Wehner und vor allem Dominik Weiß keinen guten Tag. Ohne Baumgarten und Schöbinger fehlte die Durchschlagskraft am Kreis. Sigtryggsson sorgte mit zwei Toren für das 16:15 und 17:16 (38.).

Dann hatte der TVB in doppelter Überzahl die Chance, sich einen kleinen Vorsprung zu erspielen. Er stellte sich dabei allerdings nicht allzu geschickt an, nach 41 Minuten hatten die Gäste wieder ausgeglichen (18:18).

Es folgten die fünf stärksten Minuten der Bittenfelder, die mit einigen schönen Spielzügen auf 23:19 davonzogen und die HG im Griff zu haben schienen. Doch Gästetrainer Goran Suton hatte eine zündende Idee und stellte mit Ingars Dude und Bartosz Janiszewski zwei Kreisläufer aufs Feld. Damit kam der TVB überhaupt nicht zurecht. Die beiden beschäftigten geschickt die Bittenfelder Deckung, und die rückte gegen Fontaine viel zu spät heraus. Der künftige Göppinger stieg immer wieder hoch und suchte sich die Ecken seelenruhig aus.

Beim 24:23 war Saarlouis wieder dran. Anschließend scheiterte Jürgen Schweikardt mit dem einzigen Siebenmeter im Spiel, Tobias Schimmelbauer an Jonczyk, Weiß unterlief ein Schrittfehler. Für den 24:24-Ausgleich musste sich Saarlouis also nicht allzu sehr strecken.

Dennoch hatten die Bittenfelder zwei Minuten vor dem Ende nach Sigtryggssons neuntem Treffer den Sieg beim 26:25 vor Augen. Janiszewski schaffte vom Kreis jedoch den Ausgleich. Als Schimmelbauers finaler Wurf am Block endete, jubelten die Gäste über einen gewonnenen Punkt.

Positiv aus Sicht des TVB war, dass sich der Abstand zu den Abstiegsplätzen durch die Niederlage des VfL Potsdam in Emsdetten auf acht Punkte vergrößert hat. Sechs Spiele vor Saisonende müsste dies eigentlich reichen. Will der TVB seine schlechte Serie am Sonntag in Schwerin beenden, braucht er eine bessere Leistung.

Stimmen zum Spiel

Goran Suton, Trainer der HG Saarlouis: „Wir haben vor dem Spiel gesagt, dass wir hier mit Leidenschaft zum Erfolg kommen müssen. Die hat meine Mannschaft gezeigt. Ich denke, dass wir ein ausgeglichenes Spiel gesehen haben mit zwei sehr guten Abwehrreihen. Ich glaube, die Punkteteilung ist gerecht.“

Klaus Hüppchen, Co-Trainer des TV Bittenfeld: „Es war klar, dass Saarlouis nach dem Trainerwechsel mit großem Willen hier auftreten wird. Wir haben es verpasst, unsere Vier-Tore-Führung auszubauen und haben mit unseren Fehlern dazu beigetragen, dass Saarlouis einen Punkt mitnehmen konnte. Wir sind nicht ganz zufrieden. Höchstens damit, dass der Abstand zu Saarlouis gleich geblieben ist.“

Alexander Heib, Spieler des TV Bittenfeld: „Es war ein Spiel auf Augenhöhe. Teilweise haben wir’s ganz gut gespielt, teilweise war’s auch ein bissle ein Gewürge. Vor allem über die zweite Welle sind uns zu viele einfache Fehler unterlaufen. In der Abwehr waren wir zeitweise zu passiv.“

Ludek Drobek, Spieler des TV Bittenfeld: „Die Abwehr war nicht so schlecht, 26 Gegentreffer müssen zu Hause zum Sieg reichen. 30 eigene Tore waren locker drin, wir haben aber zu viele freie Chancen liegenlassen. Saarlouis hat Fehler sofort bestraft.“

TV Bittenfeld: Lorger, Schmidl; Schimmelbauer (2), Kienzle (2), Forstbauer (1), Weiß (3), Schweikardt (2), Gunnarsson (4), Heib (2), Sigtryggsson (9), Wehner (1), Salzer, Seiz, Drobek.

HG Saarlouis: Jonczyk, Peveling; Krings (2), Fontaine (8), Leist, Janiszewski (5), Dude (3), Fetser (1), Grgic (4/2), Czertowicz, Lohrbach (1/1), Holzner (2).

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