Michael Schweikardt im Interview

Immer ein neues Ziel stecken – Michael Schweikardt im Gespräch

Michael Schweikardt (29) wechselt zur nächsten Saison vom Erstligisten MT Melsungen zum TV Bittenfeld. Gegen den VfL Potsdam hat er sich seine künftige Mannschaft angesehen. Wir sprachen mit ihm.

Herr Schweikardt, Sie haben das spielfreie Wochenende in der 1. Liga dazu genutzt, wieder mal in Bittenfeld vorbeizuschauen. Wie hat Ihnen das Spiel gegen Potsdam denn gefallen?

Ich hätte natürlich gerne einen Bittenfelder Sieg gesehen, muss aber sagen, dass die Potsdamer mehr für das Spiel und den Sieg getan haben. Daher muss der TVB mit dem einen Punkt zufrieden sein. Felix Schmidl im Tor und Arni Sigtryggsson haben mir auf Bittenfelder Seite am besten gefallen.

Die Bittenfelder Zuschauer haben auf der Tribüne leise vor sich hingebruddelt, waren mit dem Auftritt des TVB überhaupt nicht einverstanden. Der Eindruck des Fans: Der eine oder andere Spieler, der den TVB am Saisonende verlassen wird, setze sich nicht mehr hundertprozentig für den TVB ein. Können Sie eine solche Reaktion der Fans nachvollziehen?

Die Bittenfelder Zuschauer wissen ja genau, dass die Mannschaft deutlich besser spielen kann. Daher kann man solche Unmutsäußerungen durchaus nachvollziehen. Der TV Bittenfeld sollte in den verbleibenden Spielen schauen, dass er noch einige Siege einfährt. Nicht nur für die Zuschauer ist das wichtig, auch für die Spieler sollte es das Ziel sein, mit einem gutem Gefühl die Saison zu beenden.

Sie selbst könnten es in Melsungen auch ruhig angehen lassen, schließlich werden auch Sie den Verein verlassen und zum TVB zurückkehren. Wie motiviert sich ein Spieler in solchen Situationen?

Von „ruhig angehen lassen“ kann man nicht sprechen. Ich bin Profi und habe in Melsungen noch bis Ende Juni einen Vertrag. Und bis dahin werde ich auch alles für den Verein und die Mannschaft geben. Eine andere Einstellung sollte es meiner Meinung nach nicht geben.

Welche Rolle spielt es dabei, dass ein Club in der Tabelle jenseits von Gut und Böse angesiedelt ist? Sie stehen mit Melsungen in der 1. Liga ja ähnlich da wie der TVB in der 2. Liga.

Man sollte sich immer ein neues Ziel stecken. Hier in Melsungen war das Saisonziel, unter die ersten zehn der Liga zu kommen. Dafür arbeiten wir. Ich denke, auch für den TVB könnte das jetzt das Ziel bis zum Saisonende sein.

Mit Jürgen Müller kehrt zur neuen Spielzeit ein weiterer Spieler zum TV Bittenfeld zurück. Haben Sie in der Bundesliga eigentlich gegen ihn gespielt?

Ja, in seiner Magdeburger Zeit habe ich gegen Jürgen Müller gespielt. Ich habe ihn als sehr ehrgeizigen Torhüter kennengelernt und freue mich, zusammen mit ihm nächstes Jahr beim TVB zu spielen.