TVB will wieder ins Punkteplus

Der Akku der Bittenfelder war auf dem Tiefstand nach sieben Spielen in 26 Tagen. Also gab TVB-Trainer Günter Schweikardt seinen Spielern nach der Partie in Minden gestern vor einer Woche bis einschließlich Dienstag frei. „Die Spieler sollten auch eine gedankliche Pause bekommen“, sagt der Co-Trainer Klaus Hüppchen.

Mit den Siegen in Düsseldorf und gegen Hamm hatte der März prima begonnen für die Bittenfelder. Inzwischen indes sind die Frühlingsgefühle dem Novemberblues gewichen. Nach 1:9 Punkten ist der TVB im Tabellenmittelmaß versunken. „Wir brauchen nicht darüber zu diskutieren“, sagt Hüppchen. „Wir haben zuletzt nicht unsere Leistung abgerufen, auch wenn der Spielplan ziemlich ungünstig war für uns.“

Am Samstag nun möchten die Bittenfelder wieder zu alter Stärke zurückfinden. Kurzfristiges Ziel ist, sich das positive Punktekonto zurückzuholen – gegen das Team, bei dem den Bittenfeldern in der Hinrunde im sechsten Anlauf beim 34:32 der erste Auswärtssieg gelang. Es war gleichzeitig der Auftakt zu einer Serie von 15:3 Punkten.

18 Punkte sind nun auch noch bis Saisonende zu vergeben. Sechs Punkte daraus, so Hüppchens Rechnung, müssten genügen, um auf der ganz sicheren Seite zu sein. Ein paar mehr bräuchte es allerdings, um zwei weitere Ziele zu erreichen: ein einstelliger Tabellenplatz am Ende der Saison und den Nachbarn aus Bietigheim hinter sich lassen.

Es müsste schon vieles schief laufen, sollte der TV Bittenfeld tatsächlich noch einmal in Schwulitäten kommen. Bei einer Niederlage gegen den VfL Potsdam schrumpfte der Vorsprung auf den Abstiegsplatz auf sieben Punkte. Ein Sieg ließe den Vorsprung des TVB auf den Abstiegsrang auf elf Punkte anwachsen und bedeutete endgültige Planungssicherheit. So gesehen, gewinnt die Partie übermorgen schon an Bedeutung. Die Potsdamer werden mit neuem Selbstbewusstsein nach Bittenfeld reisen: Der überraschend deutliche 36:29-Sieg gegen den Aufstiegskandidaten SC DHfK Leipzig und die gleichzeitige Niederlage des aktuell einzigen Abstiegskonkurrenten Empor Rostock gegen den ASV Hamm brachte die Mannschaft von Trainer Rüdiger Bones zurück ins Geschäft. Zwei Punkte nur muss der VfL aufholen – und hat dabei den Vorteil, dass er die Rostocker noch in eigener Halle erwartet.

Das Restprogramm mit den Auswärtsspielen gegen die Top-Teams TV Emsdetten, TUSEM Essen, TSV GDW Minden und TV Neuhausen/Erms spricht nicht unbedingt für den VfL. In Bittenfeld, so ist aus Potsdam zu hören, sei da noch am ehesten etwas zu holen.

Klaus Hüppchen bleibt gelassen. „Wir gehen davon aus, dass uns Potsdam mehr liegt als beispielsweise Minden“, sagt er. „Und so viele Mannschaften haben in Bittenfeld auch nicht gewonnen.“

Der VfL hat sich im Abstiegskampf mit zwei Junioren-Nationalspielern des Erstligisten Füchse Berlin verstärkt: Marc Pechstein spielt im linken Rückraum, Ramon Taubao auf Rechtsaußen. Große Stützen sind der ungarische Torhüter Gabor Pulay, Kreisläufer Alexander Urban (Ex-Aue) und der ehemalige Delitzscher Lars Melzer.

Der TVB muss auf Linkshänder Jan Forstbauer (DHB-Einsatz) und den erkrankten Torhüter Daniel Sdunek verzichten. Alexander Heib, der in Minden fehlte, kehrt ins Team ebenso zurück wie Torhüter Felix Schmidl. Drittligist TSV Neuhausen/Filder, für den Schmidl normalerweise im Einsatz ist, hat am Wochenende spielfrei. Auch Michael Kienzle rückt wieder aus dem Württembergliga-Team des TVB auf.

Liga kompakt

  • Ende April beginnt beim TV Bittenfeld der Verkauf der Dauerkarten für die Saison 2012/2013. Der Verein hat sich einige spezielle Angebote überlegt, um den Weg nach Stuttgart für die Fans so attraktiv wie möglich zu gestalten. Vereinsmitglieder bekommen die Dauerkarte für die neue Saison noch einmal zehn Prozent vergünstigt.  Damit alle Fans die neue Halle kennenlernen können, steht am Mittwoch, 25. April, von 15 bis 20.30 Uhr ein Team des TV Bittenfeld bereit und wird die neue Spielstätte vorstellen. Zusätzlich nehmen die Helfer die Platzwünsche auf und stellen direkt vor Ort, nach Bezahlung, die entsprechende Reservierungskarte für die neue Saison aus. Diese Platzwahl gilt dann für insgesamt 16 Heimspiele in der Scharrena und drei zusätzliche Spiele in der benachbarten Porsche-Arena.  Als weitere Aktion bietet der TVB einen Shuttle-Service an, der den Zuschauern die Möglichkeit bietet, mit dem Bus zu den Spielen nach Stuttgart und auch zurück zu reisen. Dieser kostenfreie Service mit mehreren Fahrzeiten und Haltestellen soll den durch An- und Abreisen entstehenden Mehraufwand kompensieren.
     
  • Die Generalprobe in der Scharrena steigt bereits in dieser Saison beim Spiel am Freitag, 4. Mai (20 Uhr), gegen die HSG Nordhorn-Lingen. Der Vorverkauf ist sehr gut angelaufen: 1700 der 2000 verfügbaren Karten sind weg.
     
  • Spannend ist die Liga, dafür sorgt nach wie vor auch die insolvente HSG Düsseldorf. Noch ist nicht sicher, ob die Düsseldorfer die Saison zu Ende spielen werden. Aktuell sieht’s danach aus, als ob die HSG zumindest in diesem Monat noch am Ball bleiben sollte. Das Spiel gegen den Tabellenführer GWD Minden ist von Ostermontag, 9. April, auf Mittwoch, 18. April verlegt worden. Zuvor, am 14. April, sei das Spiel in Neuhausen im Plan, heißt er in einer Pressemitteilung des Vereins.
     
  • Der SC DHfK Leipzig hat für die neue Saison Rico Göde verpflichtet. Der Kreisläufer wechselt vom Ligakontrahenten SC Empor Rostock zum Aufsteiger und unterschrieb einen Dreijahresvertrag. Derzeit befindet sich der 29-Jährige, der von 2008 bis 2010 beim Bundesliga-Zweiten Füchse Berlin spielte, nach einem Kreuzbandriss noch in der Rehabilitation. Zudem verlängerte der 25 Jahre alte Spielmacher Till Riehn seinen Vertrag beim SC DHfK um ein weiteres Jahr.
     
  • Drittligist Leichlinger TV hat mit Arthur Giela einen Neuzugang für die nächste Spielzeit präsentiert. Der 22-Jährige, der auf verschiedenen Positionen im Rückraum eingesetzt werden kann, kommt vom Ligakonkurrenten VfL Eintracht Hagen. Der polnische Junioren-Nationalspieler spielte in der Jugend für den TSV Bayer Dormagen und den Bergischen HC. Beim BHC gehörte er auch zum Zweitligakader, wurde dann mit einem Zweifachspielrecht für Hagen ausgestattet. Im Sommer wechselte er endgültig nach Hagen.
     
  • In der Torschützenliste zieht weiterhin Ole Rahmel an der Spitze seine Kreise. Der Rechtsaußen von TUSEM Essen hat 221 mal getroffen, davon 54 mal vom Siebenmeterstrich. Zweiter ist Marcel Schiller (TV Neuhausen/Erms). Der Linksaußen hat 191 Tore erzielt, darunter waren 59 Siebenmeter. Dritter ist Simon Breuer (TV Korschenbroich/184/18) vor Dalibor Doder (TSV GWD Minden/179/0). Der Bittenfelder Arnor Gunnarsson ist mit 174 Toren (77 Strafwürfe) Sechster.
     
  • Das Top-Spiel des 30. Spieltags steigt am Samstag in Erlangen: Der Drittplatzierte HC Erlangen, derzeit mit 36:22 Punkten auf dem Aufstiegsplatz, erwartet den Tabellenvierten TV Neuhausen/Erms (35:23).
     
  • Die HG Saarlouis ist auf der Suche nach einem Torhüter. Den Vertrag mit Darius Jonczyk hat die HG verlängert, dagegen wird Jan Peveling den Verein nach zwei Jahren wieder verlassen. Peveling wechselt zur neuen Saison zum Nord-Drittligisten SV Henstedt-Ulzburg.
     
  • Die DHB-Junioren mit dem Bittenfelder Jan Forstbauer kämpfen am Osterwochenende um die Qualifikation für die U20-Europameisterschaft. Deshalb wird der Linkshänder dem TVB, wie schon vorige Woche in Minden, im Punktspiel am Samstag fehlen. In Krefeld trifft das Team von Christian Schwarzer und Heiko Karrer auf die Niederlande, Tschechien und die Ukraine. Die ersten beiden des Vierer-Turniers qualifizieren sich für die EM-Endrunde Anfang Juli in der Türkei.