„Dürfen die Spannung nicht verlieren“

In den Pausen der Mittwochspiele gab’s für die Bittenfelder noch Hoffnung, den Rückstand auf die Aufstiegsplätze zu verkürzen. Der TVB war in Emsdetten mit nur einem Tor im Hintertreffen. Die Aufstiegskandidaten hatten ihre Probleme: Essen führte lediglich mit 16:14 gegen Nordhorn, Erlangen kam über ein 15:15 in Rostock nicht hinaus. Und Leipzig schlitterte beim 13:20 in Eisenach einem Debakel entgegen.

Am Ende büßte nur Leipzig die Punkte ein. Selbst ein Sieg hätte den TVB also nicht in eine bessere Position gebracht. Nach der 27:31-Niederlage muss Bittenfeld fünf Punkte aufholen – und wieder mit einem Auge nach hinten blicken. Die Abstiegszone ist zwar noch ein gutes Stück entfernt, allerdings auch keine Lichtjahre. Zumal sich Rostock und Potsdam längst noch nicht aufgegeben haben.

Sollten die Bittenfelder die beiden Spiele gegen die Top-Teams Essen und Minden verlieren, wären sie jedenfalls bis auf weiteres im grauen Mittelfeld verschwunden. „Wir müssen jetzt zwar nichts dramatisieren“, sagt TVB-Trainer Günter Schweikardt. „Aber wir brauchen schon noch ein paar Punkte. Durchschnittliche Leistungen wie in Emsdetten reichen auswärts einfach nicht.“ Eng könnte es werden, falls die Tabelle irgendwann noch bereinigt werden muss wegen diverser Spielbetriebseinstellungen (siehe Kommentar links).

Mit TUSEM Essen gastiert morgen ein heißer Aufstiegskandidat in der Bittenfelder Gemeindehalle. Und natürlich ein Traditionsverein. Im Jahr 2005, nach dem Lizenzentzug, war es etwas ruhiger geworden um den Club. Diesmal hatte das Team von Trainer Maik Handschke als Saisonziel zwar nur einen einstelligen Tabellenplatz angegeben. Klar war jedoch, dass TUSEM mittelfristig wieder zurück möchte in die 1. Liga.

In den vergangenen beiden Jahren war TUSEM von diesem Ziel ein gutes Stück entfernt. 2009/2010 reichte es in der 2. Liga Süd nur zum enttäuschenden viertletzten Platz. In der vergangenen Spielzeit wurde Essen in die Nordstaffel Siebter. Zur aktuellen Runde verloren die Essener wichtige Spieler: Die beiden besten Torschützen der vergangenen Saison, Matthias Gerlich (161 Tore) und Richard Wöss (125), zog’s in die 1. Liga zum TV Hüttenberg und Bergischen HC. Ben Schütte schloss sich dem Drittligisten Eintracht Hagen an, Pasqual Tovornik dem Ligakonkurrenten TV Korschenbroich.

Die Neuzugänge haben diese Verluste rasch vergessen lassen. Ole Rahmel (22) kam vom VfL Gummersbach, Hannes Lindt (24) vom DHC Rheinland. Die beiden Linkshänder spielen eine prima Saison. Rechtsaußen Rahmel führt nicht nur die Torschützenliste der 2. Liga deutlich an, er hat mit 93 Prozent auch eine sensationelle Trefferquote. Während der Saison bekamen die Essener noch eine weitere Verstärkung: Sie sicherten sich von der insolventen HSG Düsseldorf die Dienste des Junioren-Nationalspielers Julius Kühn, der immer besser zurecht kommt in seinem neuen Team. Stark besetzt ist TUSEM im Tor mit dem Tschechen Jan Kulhanek, im Rückraum mit dessen Landsmann Pavel Prokopec und am Kreis mit dem Duo Paul Trodler/André Krupp. Im Hinspiel (27:34) hatte der TVB in Essen wenig zu stellen. Will er dem Gegner morgen die Stirn bieten, muss er sich deutlich steigern gegenüber dem jüngsten Auftritt. Ein großes Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Jürgen Schweikardt, der immer noch kränkelt.