Strategie gegen Emsdetten: Geduldig, mutig, flüssig

Keine Punkte in Rostock, einen Zähler im Derby gegen Neuhausen: Das ist eigentlich zu wenig für den TV Bittenfeld, um ins Aufstiegsrennen einzugreifen. Oder geht doch noch etwas?

Immerhin verkürzte der TVB den Rückstand auf Rang drei auf drei Punkte. Der 33:32-Sieg der heimstarken SG BBM Bietigheim gegen den Tabellenzweiten TUSEM Essen war dabei weniger überraschend als die 22:28-Niederlage des HC Erlangen gegen den ASV Hamm-Westfalen. Als einziges Team von den Spitzenplätzen hielt sich der SC DHfK Leipzig beim 26:22 gegen den SV Post Schwerin schadlos. Selbst Minden ließ in Bad Schwartau einen Punkt, der dem Tabellenführer aber kaum weh tun dürfte.

Zwölf Spiele stehen noch aus, entschieden im Aufstiegskampf ist dabei wahrscheinlich noch lange nichts. Zumal die infrage kommenden Vereine womöglich lange im Ungewissen gelassen werden, ob die insolventen Vereine die Saison bis zum bitteren Ende durchziehen. Falls nicht, kämen sämtliche Spiele mit Beteiligung der „Rückzieher“ aus der Wertung. Die Tabelle müsste neu berechnet werden.

Mit diesem Szenario will sich der Bittenfelder Trainer aktuell nicht beschäftigen. „Unser Ziel ist unverändert: Wir sind jetzt Siebter und möchten in der Tabelle weiter nach vorne kommen“, sagt Günter Schweikardt. Momentan sehe es zwar nicht so aus, als könne sein Team noch entscheidend nach vorne rücken. „Uns fehlt die Konstanz, um irgendwelche Prognosen zu wagen.“

Heute in einer Woche werden die Bittenfelder voraussichtlich genauer wissen, in welche Richtung die Reise gehen wird: Das Programm in der englischen Woche könnte kniffliger kaum sein: Heute steht die Partie in Emsdetten an, das einen Punkt mehr auf dem Konto hat als der TVB und laut Schweikardt gute Chancen hat, ins Aufstiegsrennen einzugreifen. Am Samstag kommt der Tabellenzweite TUSEM Essen in die Gemeindehalle, ehe es heute in einer Woche zum designierten Aufsteiger TSV GWD Minden geht. Gegen alle drei hat der TVB in der Hinrunde verloren.

Allen voran über das Hinspiel gegen Emsdetten möchte Schweikardt nicht so gerne erinnert werden. Nach starken ersten 30 Minuten hatte der TVB mit 17:12 geführt und auch nach dem 22:15 in der 36. Minute wie der sichere Sieger ausgesehen. Dann funktionierte überhaupt nichts mehr, Emsdetten drehte mit einem 10:0-Lauf das Spiel zum 34:27-Sieg. 14 Minuten war der TVB dabei ohne Treffer geblieben.

Hatte Emsdetten in der Hinrunde in eigener Halle mitunter noch seine Probleme, läuft’s mittlerweile deutlich besser bei fünf Heimsiegen in Folge. „Emsdetten liegt in der Tabelle vor uns und spielt zu Hause“, sagt Schweikardt. Deshalb sei der TVE auch Favorit. Individuell zählt Emsdetten zu den vier, fünf besten Teams der Liga. Stark ist das Torhüterduo mit Nils Babin und dem weißrussischen Ex-Nationaltorhüter Vitali Feshchanka. Der halblinke Rückraumspieler Elvir Selmanovic gehört ebenso zu den besten seines Fachs wie auf der anderen Seite der 45-fache österreichische Nationalspieler Janko Bozovic. Der isländische Nationalspieler Ernir Arnason kam während der Saison vom insolventen Ligakonkurrenten HSG Düsseldorf.

Beim TVB wird Torhüter Felix Schmidl die Reise nicht mitmachen, er hat heute und morgen Prüfungen. In den Kader nachrücken wird Martin Kienzle. Fraglich ist der Einsatz von Jürgen Schweikardt, den eine Grippe plagt.