TV Bittenfeld will fünften Sieg in Folge

Eine recht geruhsame Nacht von Mittwoch auf Donnerstag hat Günter Schweikardt verbracht. „Nach solchen Spielen schläft man etwas besser“, sagte der Bittenfelder Trainer gestern. Sehr zufrieden war er mit seinem Team nach dem 29:22-Sieg gegen den ASV Hamm-Westfalen. „Ich hatte großen Respekt vor Hamm, das eigentlich sehr stabil ist. Ich wäre schon glücklich gewesen, wenn wir mit einem Tor Unterschied gewonnen hätten.“ Erstaunlich war, wie souverän der TVB den Gegner beherrschte. Wobei die Hammer Ausfälle verkraften mussten, die sie in der Summe nicht mehr kompensierten konnten.

„Wir haben zu oberflächlich gespielt“

Zdenek Polasek und Thomas Lammers hatten verletzungsbedingt erst gar nicht im Kader gestanden. Maik Machulla sah nach 22 Minuten die Rote Karte und für Jiri Hynek war die Partie nach 45 Minuten wegen einer Bänderverletzung zu Ende. Zu diesem Zeitpunkt (21:16) indes hatten die Bittenfelder ihre zehnminütige Schwächephase nach der Pause längst überwunden. Der Vorsprung von acht Toren war auf drei dahin geschmolzen. Höchste Zeit für Schweikardt, seine Spieler in der Auszeit wieder in die Spur zu bringen. „Wir haben zu oberflächlich gespielt“, sagte der Trainer. Beim 17:14 wurden bei den Fans schlimme Erinnerungen wach an das Spiel gegen Emsdetten, als der TVB die 17:11-Führung verspielte und mit 27:34 verlor. Diesmal ließ sich der TVB nicht verunsichern und brachte das Spiel sicher nach Hause. Darüber freute sich der Coach ebenso wie „über einige tolle Sachen, die wir gemacht haben“.

Für Schweikardt war’s „der nächste Schritt auf dem Weg nach vorne“. Nicht mehr und nicht weniger. Die Punktverluste der Konkurrenz hat er registriert. Wie groß der Rückstand zu Platz drei nun sei, interessiere ihn momentan nicht sehr. „Wir haben uns in eine gute Situation gebracht, jetzt wollen wir natürlich dranbleiben.“ Andererseits sei der TVB nach wie vor Siebter. Punktabstand hin oder her. Bei noch 14 Spielen sei’s deutlich zu früh für eine Prognose, wohin der Weg führen kann. „Es liegt nur an uns, was wir daraus machen.“

Am Mittwoch hatte der Spielplan dem TVB in die Karten gespielt, weil die Konkurrenten sich die Punkte gegenseitig wegnahmen. Am Wochenende sieht’s ganz anders aus. Die Aufgaben der Spitzenmannschaften sind durchweg lösbar – auch die des TV Bittenfeld an der Ostsee am Sonntag. Nur die HSG Düsseldorf und der TV Korschenbroich haben weniger Punkte gesammelt als der HC Empor Rostock, der tief im Abstiegskampf steckt. Aufgrund der Zahlungsschwierigkeiten in Düsseldorf, Dormagen und Korschenbroich wird’s vermutlich am Ende der Saison nur einen statt vier Absteiger geben. Härtester Konkurrent der Rostocker ist der punktgleiche VfL Potsdam.

Dass Empor den Abstieg mit aller Macht verhindern möchte, zeigen die beiden jüngsten Neuverpflichtungen: Es kamen der Kroate Kreso Ivankovic vom RK Siscia Sisak und Christoph Wischniewski (Ahlener HG). Beide sollen den Rückraum stabilisieren nach den Verletzungen von Tom Wetzel und Gabor Langhans, die mittlerweile ihr Comeback feierten. Der Vorjahreszehnte der 2. Liga Nord verstärkte sich für die eingleisige 2. Liga mit dem Linkshänder Gabor Langhans aus Eisenach, Junioren-Nationalspieler Rico Göde kam vom Erstliga-Absteiger Ahlen-Hamm.
Das Team von Holger Schneider kam nur schwer in die Saison, 10:24 Punkten zur Weihnachtspause bedeuteten für den Trainer das Aus. Norbert Henke soll versuchen, den Abstieg in die 3. Liga zu verhindern. Vor ein paar Wochen siegte Rostock überraschend in Bietigheim, es war der einzige Erfolg in der Fremde. Die Punkte holte Empor in der Regel zu Hause, der TVB ist also gewarnt. Zumal er die Strapazen der 800 Kilometer langen Anreise in den Knochen haben wird. Die Busfahrt spart sich der TVB, der morgen ins Flugzeug steigen.

Schweikardt setzt auch an der Ostsee auf seine Abwehr, die sich in den jüngsten vier Spielen extrem sattelfest präsentiert und maximal 24 Gegentreffer kassiert hat. Der TVB wird mit dem kompletten Kader anreisen, Simon Baumgarten ist leicht angeschlagen.

  • Verletzte Spieler: HC Empor: Rico Göde, Krzysztof Gorniak / TV Bittenfeld: Leon Pabst
  • Serien: Der TVB holte zuletzt 8:0 Punkte in Folge, seit der Niederlage gegen Minden 23:5