Rückt der TV Bittenfeld näher an Platz drei heran?

Der 22. Spieltag in der 2. Liga war – wieder einmal – ein ganz kurioser: Die Wettanbieter hatten die Partie zwischen den beiden künftigen Fusionspartnern DHC Rheinland und HSG Düsseldorf vorsorglich von den Wettscheinen entfernt. Es schien klar, dass die als Absteiger feststehenden Düsseldorfer den in sportlichen Nöten befindlichen DHC nicht ärgern würden. Doch denkste: Die HSG spielte trotz erheblichem personellen Aderlass in der Winterpause munter drauflos. Acht Sekunden vor dem Ende schoss Markus Neukirchen den 23:23-Ausgleich und den DHC Rheinland – den Acht-Punkte-Abzug berücksichtigt – auf den letzten Platz.

Im Spiel hatte Bietigheim erkennen müssen, dass Düsseldorf in der Rückrunde nicht als Sparringspartner herhalten möchte. Die SG stolperte im Düsseldorfer Burg-Wächter-Castello mit 34:37. Alleine diese jüngsten Resultate sollten den Bittenfeldern also Warnung genug sein.

„Das war schon etwas überraschend“, sagt der Bittenfelder Trainer Günter Schweikardt. „Zumindest von der Papierform her.“ Viel zugetraut worden ist den Düsseldorfern nicht mehr, nachdem sie ihren Insolvenzantrag gestellt hatten. Stammspieler, die beim 26:26-Unentschieden am vierten Spieltag in der Bittenfelder Gemeindehalle im Kader gestanden hatten, haben den Verein mittlerweile verlassen: Torhüter Mathias Lenz, Julius Kühn, Michael Hegemann, Ernir Arnarson und Maximilian Weiß. „Das bedeutet allerdings nicht, dass Düsseldorf jetzt gar nichts mehr vorzuweisen hat“, sagt Schweikardt.

Zumindest die erste Sieben, die beim 23:23 in Dormagen nahezu durchspielte, kann sich sehen lassen. Im Tor steht der 130-fache litauische Nationalspieler Almantas Savonis (42). Für den Kreis holte die HSG im Tausch mit Max Weiß Henning Quade (23) vom Erstligisten Bergischer HC. Auf den Außenpositionen wirbeln die 20-jährigen Zwillinge Jan und Nils Artmann. Im Rückraum zieht der torgefährliche Junioren-Nationalspieler Alexander Feld (20) die Fäden. Halblinks spielt Markus Neukirchen, elffacher Torschütze gegen den DHC Rheinland, auf der anderen Halbposition ist der Ex-Nationalspieler Jan Hendrik Behrends nach längerer Verletzungspause zurückgekehrt. „Die Düsseldorfer spielen locker und befreit auf“, sagt Schweikardt. Es landeten Würfe im Tor, die sich ein Spieler unter Druck kaum nehmen würde. Die Mannschaft sei jedenfalls nicht schlechter besetzt als jene, die im September die Bittenfelder ärgerte.

Wie schon gegen Erlangen, baut der Trainer auf seine Defensive. Die gab gegen den Tabellendritten den Ausschlag. Sie soll auch morgen dafür sorgen, dass der TVB den Kontakt zu den vorderen Rängen behält. Mindestens. Mit einem Sieg stabilisierte sich der TVB nicht nur weiter in der Tabelle, es wäre auch ein prima Auftakt in den härtesten Monat, den der TVB bestreiten hat. Die sieben Spiele in 26 Tagen, im Paket mit den weiten Anreisen, hat es in dieser Form noch nie gegeben. Für Schweikardt steht fest: „Der März ist der Monat der Vorentscheidung.“

Personell sieht’s ordentlich aus beim TVB. Jan Forstbauer kehrte gestern vom Lehrgang der Junioren-Nationalmannschaft zurück. Ob Torhüter Daniel Sdunek (Muskelfaserriss) wieder spielen kann, entscheidet sich kurzfristig. „Es sieht aber ganz gut aus“, sagt Schweikardt. Falls Sdunek doch passen muss, wird Felix Schmidl nochmals aushelfen.