Großer Einsatz des TV Bittenfeld – auch abseits des Platzes

Der TV Bittenfeld war gut vorbereitet auf die Gäste-Fans: Eine halbe Hundertschaft der Hartgesottenen aus dem Erlanger „Block B“ hatte Karten bestellt, wollte dem Tabellendritten in der Gemeindehalle den Rücken stärken. Es hat nicht ganz gereicht für den HCE. An der Unterstützung seiner Zuschauer indes hat’s nicht gelegen: Sie feuerten allerdings nicht nur ihre Mannschaft frenetisch an, sondern sorgten auch für Unruhe abseits des Spielfeldes.

Den Bittenfelder Ordnern um Thomas Petershans und Jürgen Läpple schwante nichts Gutes, als die Erlanger eine halbe Stunde vor Spielbeginn lautstark die Gemeindehalle betraten und sich auf den Weg machten in die Gästezone hinterm Tor, auf das die Bittenfelder Spieler gerade ihre Torhüter einwarfen. Die Fans prüften sogleich, durch das Fangnetz hindurch, die Standfestigkeit des Gehäuses. „Ich habe die Erlanger höflich gebeten, den Sicherheitsabstand zwischen dem Netz und der ersten Stuhlreihe einzuhalten“, sagt Rainer Heib vom TVB.

Das indes schien die Gästefans nicht allzu sehr zu interessieren – auch nicht, nachdem das Spiel angepfiffen worden war. Jedenfalls postierten die TVB-Verantwortlichen ein Dutzend Ordner – mit dem Rücken zum Spielfeld – vor dem Erlanger Block. Szenen, wie sie eigentlich nur aus Fußball-Stadien bekannt sind. „Unsere Ordner waren ausschließlich damit beschäftigt, die Eskalation zu verhindern“, so Heib. „Solche Fans haben mit unserer Sportart nichts zu tun.“

Für den Bittenfelder Trainer Günter Schweikardt war das Verhalten der Erlanger Fans „grenzwertig“ – in mehrfacher Hinsicht. So hatten auch die Bittenfelder Torhüter in unmittelbarer Nähe der Fans einen schweren Stand. „So etwas habe ich in diesem Maße noch nicht erlebt“, sagte Felix Schmidl nach dem Spiel. Es sei nicht ganz einfach gewesen, die störenden Einflüsse von außen – inklusive der einen oder anderen Beleidigung – auszuschalten.

Es war nicht davon auszugehen, dass der Abend friedlich endete. Doch die Erlanger machten sich nach dem Spiel rasch auf den Weg zu ihrem Bus. Und die Bittenfelder durften in Ruhe den knappen 24:23-Sieg feiern, mit dem sie den Rückstand auf den dritten Platz auf vier Punkte verkürzten und das Polster auf die Abstiegsränge auf zehn ausbauten. „Es war ein gutes Spiel“, sagt Schweikardt. Erlangen habe prima verteidigt und nie aufgegeben. „Aber wir waren auch gut.“ Dabei hatte der Trainer für den Gegner die eine oder andere taktische Überraschung parat. Eingestellt waren die Franken darauf, dass Tobias Schimmelbauer auf der vorgezogenen Position verteidigte. Eher nicht gerechnet haben sie damit, dass die Bittenfelder 55 Minuten lang ohne Linkshänder im rechten Rückraum agieren würden. Jan Forstbauer und Arni Sigtryggsson schmorten fast durchweg auf der Bank, ebenso Adrian Wehner und Thorsten Salzer. „Sicher ist der eine oder andere wenig zum Einsatz gekommen“, sagt der Trainer. Aber das sei ja nicht die Regel und könne im nächsten Spiel schon wieder ganz anders aussehen. Für das Erlangen-Spiel habe er sich nun einmal besondere Maßnahmen überlegt. „Und der Mannschaftserfolg steht nun einmal über allem.“ Einiges dazu beigetragen zum Erfolg habe Alexander Heib. „Er hat wieder ein super Spiel gemacht.“

Ein gutes Näschen bewies Schweikardt in den Schlussminuten, als er – etwas überraschend – nochmals Gregor Lorger brachte. „Erlangen versuchte, über die Außen zum Erfolg zu kommen. Und da hat Gregor seine Stärken.“ Die spielte er in der letzten Aktion des Spiels aus. „Sicher braucht man bei solchen Entscheidungen auch Glück.“

So nicht, liebe Fans

Bei der obligatorischen Pressekonferenz nach dem Spiel hat sich der Erlanger Trainer Frank Bergemann für die „sensationelle“ Unterstützung der Fans bedankt. In der Tat machten die Franken gehörig Lärm in der engen Gemeindehalle. Und es ist aller Ehren wert, dass die Zuschauer ihre Mannschaft zu schweren Auswärtsspielen begleiten. Allerdings, und das ist sehr schade, haben die Fans die Benimm-Regeln überschritten. Bisher ging’s in den Handballhallen für gewöhnlich viel zivilisierter zu als in den Fußballstadien. Am Samstag mussten sich die Eltern um ihre Kinder sorgen, die in der Nähe des Erlanger Blocks saßen. Da ist’s ein schwacher Trost, dass der TVB in der nächsten Saison in der Scharrena bessere Möglichkeiten der Kanalisation hat.