TVB trifft am Wochenende auf Aufstiegskandidat Erlangen

3:3 Punkte hat der TVB in diesem Kalenderjahr geholt. Das ist eine ordentliche Bilanz, schließlich waren darunter zwei Auswärtspartien. Die Niederlage in Bad Schwartau indes dürfte die Bittenfelder auch heute noch ein bisschen schmerzen. Bei einem Sieg wären die Bittenfelder mit 24:18 Zählern jetzt punktgleich mit dem Tabellensechsten TV Emsdetten, hätten nur vier Punkte Rückstand auf die Aufstiegsplätze und könnten diesen morgen mit einem Sieg gegen Erlangen auf zwei Punkte verkürzen.

Andererseits: Wären die Bittenfelder in der Porsche-Arena gegen den DHC Rheinland leer ausgegangen, wäre das Polster auf die Abstiegsränge auf sechs Punkte geschmolzen. „Es ist müßig, darüber zu spekulieren“, sagt Günter Schweikardt. „Wir schauen jetzt weder nach rechts noch nach links.“ Schweikardt will – bei noch 19 ausstehenden Spiele – nicht nach jedem Spieltag den Blick auf die Tabelle richten.

„Das Träumen überlassen wir anderen“

Wobei der kommende Spieltag schon ein klein wenig wegweisend sein kann. In beide Richtungen. Fakt ist jedenfalls, dass die Bittenfelder im Erfolgsfall bis auf vier Punkte an den dritten Platz heranrückten. „Das Träumen überlassen wir anderen“, sagt Schweikardt. So sei die Euphorie in Neuhausen und Erlangen derzeit verständlicherweise groß. „Davon sind wir derzeit weit entfernt, wir wissen die Realität sehr wohl einzuschätzen.“

Aktuell beschäftigt sich Schweikardt einzig und allein mit dem nächsten Gegner. „Wir haben die schwere Nagelprobe gegen den DHC Rheinland bestanden, jetzt kommt die nächste.“ Mit dem HC Erlangen gastiert ein Team, das zweifelsohne zu den Überraschungen der Saison gehört. Im Vorjahr hatten die Franken als neunter und letzter Club die direkte Qualifikation zur eingleisigen 2. Liga geschafft. Jetzt ist das Team von Trainer Frank Bergemann Dritter und hat reelle Chancen, den Aufstieg in die 1. Liga zu schaffen. Zuletzt gelangen dem HCE vier Siege in Folge. Überhaupt musste sich er sich in 21 Spielen lediglich sechsmal geschlagen geben: Fünfmal auswärts, einmal zu Hause.

Trumpf der Erlanger ist, wie in der vergangenen Saison, die Defensive. Nur 25 Gegentreffer im Schnitt kassierten sie im Vorjahr, aktuell sind’s sogar nur 23. Zum Vergleich: Im Tor der Bittenfelder klingelt es pro Spiel 28,6 Mal.

Die Entwicklung beim HCE ist auch deshalb erstaunlich, weil’s zuletzt finanziell nicht so rosig ausgesehen hatte. Die Gründung einer Handball-GmbH rettete den HCE.

Am Kader der eingespielten, konterstarken Mannschaft hat nicht viel geändert. Spielmacher Tobias Wannenmacher hat aufgehört. Negativ ausgewirkt habe sich das nicht, sagt Günter Schweikardt. Daniel Pankofer habe Wannenmachers Rolle sehr gut übernommen.

Vom Absteiger SG Haslach-Herrenberg-Kuppingen kam Oliver Hess, vom Erstligisten TBV Lemgo der 21-jährige Junioren-Nationalspieler Nikolai Link für den linken Rückraum. Im Tor hat der Routinier Andreas Bayerschmidt Unterstützung vom Coburger René Selke bekommen. Der 27-jährige ehemalige Junioren-Nationalspieler spielte auch schon beim TBV Lemgo. Wobei der 35-jährige Bayerschmidt nach wie vor die unumstrittene Nummer eins der Erlanger ist und auch die Bittenfelder Angreifer des öfteren zur Verzweiflung gebracht hat.

Im linken Rückraum der Erlanger ist Christoph Nienhaus gesetzt – vor allem, weil Georg Münch mit einer Ellbogenverletzung schon länger ausfällt. Kreisläufer Bastian Krämer feierte nach einer Verletzungspause zuletzt beim 25:21-Sieg gegen Ludwigshafen-Friesenheim sein Comeback. Überdurchschnittlich besetzt ist der HCE auf den Außen mit Daniel Stumpf und Benedikt Schwandner.

Schweikardt rechnet mit einem „hochinteressanten“ Spiel vor einer stimmungsvollen Kulisse: Im Vorspiel erwartet das Perspektivteam des TVB den Württembergliga-Tabellenführer VfL Waiblingen. Zudem haben die Erlanger 50 Karten für ihre Fans bestellt. „Es wird schwer“, sagt Schweikardt. „Aber wir spielen zu Hause. Da gibt es nur ein Ziel: einen Sieg.“

Personell sieht’s ordentlich aus beim TVB. Für Torhüter Daniel Sdunek (Muskelfaserriss) dürfte ein Einsatz noch zu früh kommen, für ihn rückt wieder Felix Schmidl in den Kader. Der zuletzt kranke Jürgen Schweikardt wird ebenso dabei sein wie Arnor Gunnarsson, der sich gegen Rheinland die Schulter leicht zerrte. Michael Seiz und Martin Kienzle verstärken wieder das Württembergliga-Team.