Bittenfeld stolpert im hohen Norden

Bereits die Anfangsminuten in der beinahe ausverkauften Hansehalle in Lübeck ließen nichts Gutes erhoffen. Das Schiedsrichtergespann Dedens/Geckert hatte bereits nach nicht einmal drei gespielten Minuten alle gelben Karten verteilt und eine Zeitstrafe verhängt. Das brachte Unruhe in eine Partie, die keineswegs hart geführt wurde oder von übermäßig vielen Fouls geprägt war. Dennoch traf TVB-Kreisläufer Simon Baumgarten unbeirrt zur 0:1-Führung, wenig später Dominik Weiß zum 1:2. Das sollte allerdings die letzte TVB-Führung des Abends gewesen sein.

Von da an lief es nämlich nicht mehr rund bei den Wild Boys. Innerhalb von fünf Minuten zeigte Schwartaus gut aufgelegter Keeper Ariel Panzer gleich vier Glanzparaden und verhalf somit seinem Team zu einem 7:3-Vorsprung (10.), der TVB-Coach Günter Schweikardt zur ersten Auszeit zwang. Bittenfeld agierte in der Abwehr nicht energisch genug – Schwartaus rechter Rückraumspieler Toni Podpolinski hatte bis dahin bereits vier seiner insgesamt zehn Treffer markiert. Aber auch schnelle und einfache Kontertore waren es, die dem TVB zusetzten und ihn schnell in Rückstand gerieten ließen.

Erst nach der Auszeit kehrte mehr Struktur in die Angriffe des TV Bittenfeld ein. Durch sehenswerte Kombinationen über die beiden Kreisläufer Simon Baumgarten und Allrounder Florian Schöbinger kämpfte sich das Team zurück, knapste dem Gastgeber Tor um Tor ab. Und auch die Hereinnahme von Gregor Lorger für den unglücklich agierenden Daniel Sdunek zeigte Wirkung, denn Lorger zeigte einige gute Paraden. Tobias Schimmelbauer sorgte für den 14:14-Ausgleich (26.), bevor der VfL nochmals wegziehen konnte. Aber Schöbinger brachte seine Mannschaft Sekunden vor der Halbzeitsirene durch einen satten Unterarmwurf auf 16:17 heran.

Der zweite Durchgang gehörte dann erneut dem Gastgeber, der mit einer massiven Abwehr und einem starken Ariel Panzer zwischen den Pfosten die entscheidenden Faktoren an diesem Abend auf seiner Seite hatte. Unvorbereitete Würfe der Bittenfelder waren leichte Beute für den bulligen Schlussmann, und vermeintlich leichte Torchancen, die sogenannten „Hundertprozentigen“, wurden vom TVB zu oft liegen gelassen. So lief das Team von Günter Schweikardt und Klaus Hüppchen nach 48 Spielminuten einem 20:25-Rückstand hinterher, der nicht mehr egalisiert werden konnte.

„In den entscheidenden Phasen der Partie sind wir an dem wirklich gut aufgelegten VfL-Torhüter Ariel Panzer gescheitert“ meinte Schweikardt nach dem verpatzten Auftritt seiner Mannschaft. Er zeigte sich angesichts der verpassten Chance, in der Tabelle weiter nach oben klettern zu können, enttäuscht über den doppelten Punktverlust. Die Auswärtsniederlage können die Wild Boys bereits am kommenden Freitag unvergessen machen, wenn der DHC Rheinland in die Stuttgarter Porsche Arena kommt.

VfL Bad Schwartau:
Panzer, Mahncke – Hansen, Podpolinski (10), Wagner (6/4), Märtner, Zeschke (6), Hinrichsen (2), Kasza, Schult (2), Tretow (2), Todosijevic, Dombrowski (1), Schliedermann.

TV Bittenfeld:
Lorger, Sdunek – Schimmelbauer (5), Schöbinger (3), Forstbauer (1), Weiß (4), Schweikardt (1), Gunnarsson (9/4), Heib, Baumgarten (3), Sigtryggsson, Wehner, Salzer.