Packende Schlussphase bringt Punkt für den TVB

Die Zuschauer in Friesenheim bekamen kein schnelles oder besonders schönes Spiel zu sehen, dafür war es spannend bis in die letzte Sekunde. Vorsichtig starteten beide Teams in das neue Kalenderjahr, tasteten sich in der Anfangsphase behutsam ab. Der TVB ging mit 3:0 in Führung, die Gastgeber verkürzten und hielten im gesamten ersten Spielabschnitt den Anschluss.
Den Wild Boys boten sich durchaus Gelegenheiten, um eine höhere Führung zu erspielen, das Team scheiterte dabei am eigenen Leichtsinn oder Kevin Klier im Tor der ‚Eulen’.

Nach 15 Minuten war das Spiel wieder ausgeglichen, die Führung wechselte anschließend mehrfach hin und her. Die Blauen-Weißen gingen mit einem Tor Vorsprung in die Kabine, hatten in Arnor Gunnarsson  (4) und Florian Schöbinger (3) ihre besten Werfer.
Kurz nach dem Seitenwechsel drehten die Friesenheimer den Spielstand und gaben die Führung bis in die Schlussphase nicht mehr her. Die Wild Boys, mehrfach durch Zeitstrafen dezimiert, konnten sich bei einem stark aufgelegten Gregor Lorger bedanken, der das Spiel in Schlüsselmomenten für seine Vorderleute offen hielt.
Die Stimmung in der von knapp 1000 Zuschauern besuchten Friedrich-Ebert-Halle wurde hitziger, das durchschnittliche Spiel knisterte vor Spannung.

Fünf Minuten vor dem Ende, als Reaktion auf den Ausgleich durch Schimmelbauer, nahm der Friesenheimer Coach König eine Auszeit. Im Anschluss erlebten alle beteiligten ein Wechselbad der Gefühle, dass beiden Teams zeitweise die bessere Ausgangslage bescherte. Beim Zwischenstand von 26:26 kassierte Alexander Becker eine Zeitstrafe, die für ein Bittenfelder Stimmungshoch sorgte. Zwei von drei Minuten in Überzahl – eine gute Ausgangsposition. Der Führung durch Gunnarsson folgten der in Unterzahl zu einfach erzielte Treffer von Backovic und eine Zeitstrafe gegen Arni Sigtryggsson, die den faden Beigeschmack einer Konzessionsentscheidung hatte. 


Eine Minute 5 gegen 5 und eine Minute Überzahl für die Gastgeber – die Ausganglage drehte sich schlagartig. Als Jürgen Schweikardt im folgenden Angriff an Kevin Klier scheiterte, hätte sich über einen Punkt aus Sicher der Wild Boys niemand mehr beschwert. Die Gastgeber in Überzahl und in Ballbesitz, plötzlich mit allen Möglichkeiten zur doppelten Punktausbeute. Andrej Kogut riskierte 20 Sekunden vor dem Ende einen gewagten Pass, den Dominik Weiß geistesgegenwärtig abfangen konnte. Der folgende Gegenstoß endete in einer Zeitstrafe für den Ex-Bittenfelder Marco Hauk und einem Matchball für die Wild Boys.


Der letzte Angriff des TVB fand sein Ende in einem Schlagwurf von Tobias Schimmelbauer, gegen den Kevin Klier keine Abwehrmöglichkeiten gehabt hätte. Drei Sekunden vor der Sirene schlug der Ball am rechten Lattenkreuz an und das Spiel endete mit einer nervenaufreibenden Punkteteilung. Unter dem Strich gerecht, wie auch Günter Schweikardt befand: „Der Spielfluss im ersten Durchgang ist in der zweiten Halbzeit ins Stocken geraten, unter dem Strich steht eine gerechte Punkteteilung, mit der wir uns zufrieden zeigen müssen.“
Schon am Samstag steht das nächste Auswärtsspiel auf dem Programm, wenn die Wild Boys beim VfL Bad Schwartau die Rückrunde einläuten. Nach vier Siegen und einem Remis aus den letzten fünf Auswärtsspielen kann die Mannschaft mit breiter Brust in den Norden reisen.